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Schön, ein neues Methodenbuch...von Sandra Dirks

Rezension von Sandra Dirks: Zamyat M. Klein - Das tanzende Kamel

„Schön, ein neues Methodenbuch. Soll ich mir wirklich ein neues Methodenbuch kaufen?”, denke ich, während ich die Reihe mit Methodenbüchern in meinem heimischen Bücherregal entlang flaniere. Ich liebe Methodenbücher.

„Habe ich nicht schon alle Methodenbücher? Zamyat M. Klein. Das ist doch die, die auch diese Kreativ-Methodenbücher geschrieben hat, die sich auch in meiner Bibliothek befinden. Was soll denn da jetzt noch Neues kommen?”, denke ich noch, während ich schon den Knopf betätige, der meine Online-Buchbestellung abschließt.

Endlich halte ich das Buch in den Händen. Beim Lesen der ersten Seiten fühle ich mich ertappt, ja geradezu beobachtet. Hatte ich mir doch während der Bestellung noch die Frage gestellt, ob ich das Buch brauche. Zamyat M. Klein beantwortet genau diese Frage zu Beginn des Buches.

Sie hat mich durchschaut. Ich muss gestehen, sie führt wirklich stichhaltige Gründe an, warum ich gerade auch noch dieses Buch brauche. Im ersten Teil erläutert Sie, welchen Nutzen der Leser - Anwender - Trainer davon hat, wenn er Übungen im Seminar einsetzt.

Dieses Kapitel hat einen Doppelnutzen: 1. es überzeugt mich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und 2. liefert dieses Kapitel auch Argumente für die Nutzenargumentation „PRO - Aktivierendes Lernen” beim Kunden (Zamyat Klein ist Suggestopädin und das passt auch zu meinen Ideen in Bezug auf Lernen).

Im 2. Teil beschreibt die Autorin die einzelnen Methoden unter der Überschrift „Spielebasar”. Viele der Methoden kenne ich schon, habe sie zum Teil selbst auch schon mal ausprobiert. Gegen einige der Übungen habe ich mich vielleicht auch bisher gesträubt. So wie sie mir hier erklärt werden, kann ich es kaum erwarten, die Methoden selbst auszuprobieren, denn jeder Übung ist auch noch ein zusätzliches Praxisbeispiel, eine zusätzliche Variante zugeordnet. Diese Variante beflügelt einerseits meine Kreativität, die Übung im eigenen Training noch weiter zu verändern. Andererseits übernehme ich die Übung für meine eigenen Trainings. Besonders gut gefällt mir, dass der größte Teil der Übungen auch für Fachtrainings geeignet ist. Darum sollten auch Fachtrainer unbedingt da Buch lesen.

Im 3. Teil des Buches findet sich der so genannte „Stabil-Baukasten”. Die Autorin fasst hier die wichtigsten Grundlagen zusammen, die ein Trainer benötigt, um selbst Spiele im Seminar zu gestalten. Die Autorin fordert einfach zum „Machen” und zum „Ausprobieren” auf. Interessanterweise gelingt es der Autorin, die wichtigsten Punkte auf wenigen Seiten darzustellen. Besonders gut gefällt mir die Idee, verschiedene Methoden auf Plakaten festzuhalten und sie einfach im Raum aufzuhängen. Als ich das lese, habe ich gleich schon wieder neue Ideen entwickelt.

Das Buch ist sehr „visuell” geschrieben. Ich konnte alle Beschreibungen gut nachvollziehen, weil ich in meinem „Kopfkino” genau sehen konnte, wie die Teilnehmer diese Übung durchführen. Für Leser, die dieses Kopfkino nicht empfangen können, gibt es die Übungen auch noch auf der dazu passenden DVD. Einige Übungen stehen aber auch als Download-Film mit den Zugangsdaten aus dem Buch auf der Webseite des Verlages zur Verfügung.

Warum heißt das Buch denn „Das tanzende Kamel”? Was hat das Kamel mit Seminarmethoden zu tun? Das müssen Sie schon selbst herausfinden. Ich schlage vor, dass Sie das Buch gleich mal bestellen.

Was manch ein Trainer wollte und nie schaffte... Helga Pfetsch

Was manch ein Trainer oft wollte und nie schaffte -  Zamyat Klein tut es einfach: sie schreibt all die Aktivitäten auf, die sie in ihren vielen Trainings mit Erfolg einsetzt.  Zehn Bücher sind es inzwischen, alle praktisch orientiert und in der Praxis direkt einsetzbar.  In ihrem neuen Buch „Das tanzende Kamel“ geht es um kreative und bewegte Spiele im Seminar.

Es ist eine Freude, dies Buch in die Hand zu nehmen. Ästhetisch gestaltet, mit lockerem Textbild übersichtlich angeordnet, mit vielen Illustrationen und hübschen Details versammelt es 150 Bewegungs-, Konzentrations- und Lernspiele.

Für Neueinsteiger gibt es ein Einleitungskapitel „Warum Spiele in Trainings und Seminaren?“, in dem mögliche Einwände gegen den Einsatz von Spielen aufgegriffen und mit guten Gründe für das  Ansprechen des Homo Ludens in Lernprozessen  entkräftet  werden.  Auch der kurze Einleitungs-Steckbrief zu jedem Spiel nennt ausdrücklich das jeweils spezifische Ziel und die Wirkung (neben der Information über benötigtes Material, notwendige Vorbereitungen, Teilnehmerzahl, Form und Dauer). Anhand der Kapitelgliederung ist ein schneller Zugriff zu den verschiedenen Kategorien von „Aktivierung und Konzentration“ bis „Lernspiele“ möglich.

Die Spiele sind ausführlich und sehr verständlich beschrieben. Hilfreich für Einsteiger und anregend für Fortgeschrittene dürfte der „Brückenschlag“ sein: konkrete Beispiele aus der Praxis zeigen, wie vielfältig sich viele Spiele für ganz unterschiedliche Themen einsetzen lassen.

Neben dem Spaß, den es der Autorin gemacht haben muss, die Spiele zu sammeln und aufzuschreiben, liegt ihr ganz offensichtlich am Herzen, die Spielfreude auch bei Trainerkollegen zu verstärken oder zu wecken, und sie nicht nur zum Einsatz von Spielen  zu ermutigen, sondern auch dazu, eigene Spiele und Spielvarianten zu erfinden. Deshalb hängt sie als letztes Kapitel einen „Stabil-Baukasten“ an, der eine Bastelanleitung und Ergebnisse solchen Spielebastelns enthält.

Alte Hasen, die sich lustvoll durch das Buch hindurchblättern und sich von den sprechenden Namen der Spiele, dem unverfälschten O-Ton der Autorin (die sich mit  vielen eigenen Erfahrungen einbringt) und den Illustrationen einfangen lassen, werden neben der einen oder anderen bekannten Aktivität vielen neuen Spielen oder Spielvarianten begegnen. Besonders hübsch finde ich die Idee, das Handy aus der Rolle des Trainerschrecks zu befreien und es in Spiele einzubauen  - welch eine geniale Utilisierung eines Störfaktors!

Einen der Schwerpunkte im Angebot bilden Rhythmus- und Bewegungsspiele, viele davon mit Musik. Sie zu beschreiben war vermutlich eine ebenso große Herausforderung wie die, solche Beschreibungen zu lesen und sie dann in die Praxis umzusetzen. Viel einfacher ist es für das Verstehen, solche Spiele live zu erleben. Um das zu ermöglichen, wurden zu 15 der Rhythmus- und Bewegungsspiele kurze Demonstrationsfilmchen gedreht, die sich der Leser im Internet ansehen kann. Das zu tun ist äußerst ratsam, denn blitzschnell wird über das visuelle Bild und den Ton klar, wie es geht, und mit diesem Eindruck im Kopf wird auch die verbale Beschreibung plötzlich leicht verständlich.

  Helga Pfetsch

 

Kann man das mit Erwachsenen machen? - Ralf Besser

Bei dem Einsatz von Spielen in Trainings scheiden sich schon mal die Trainer-Geister. Kann man das mit Erwachsenen machen? Zumal viele der beschriebenen Spiele kindlich anmuten und vielleicht auch sind. Da muss sich jeder selbst entscheiden, was zu ihm und seinen Teilnehmern passt.

Meine Erfahrungen gehen eindeutig zu einem klaren: Ja, das geht.

Voraussetzung ist allerdings, die eigene Haltung. Ist man davon nicht selbst überzeugt wird es mit der Akzeptanz der Teilnehmer kritisch aussehen. Ich bin jedenfalls immer wieder positiv überrascht, was alles machbar ist und Wirkung zeigt. Die Lern-Atmosphäre, die in dem Buch von Zamyat Klein beschrieben ist, stellt sich wirklich ein. Wahrscheinlich gibt es so etwas wie eine verdeckte Sehnsucht nach solchen Spielen.

Zum Buch: Durch alle Zeilen hindurch ist die Begeisterung der Autorin an den Spielen zu spüren. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb beleuchtet sie in der Einleitung „Warum Spiele in Trainings und Seminaren?“ den Einsatz auch aus einer kritischen Perspektive. Sie geht sehr ausführlich auf Einwände, Hemmungen, auf die beabsichtige Wirkung und ihre Erfahrungen ein. Der Tenor ist eindeutig nicht: „Spiele der Spiele wegen“, sondern „Spiele zur Unterstützung des emotionalen Lernprozesses wegen“.

Es folgt eine große Auswahl von Bewegungsaktivitäten, die einfach Spaß machen und frische Lern-Energien aufbauen bis hin zu Aktivitäten, die mit den Lerninhalten verbunden sind. Die Bandbreite reicht von alt Bekannten bis hin zu neu Erprobten.

Dabei geht es der Autorin mehr um ein großes Angebot an Spielen, was manchmal auf Kosten der Konkretheit der Beschreibungen geht. Überhaupt sind manche Bewegungsabläufe einfach schwer zu beschreiben.

Da hilft es, sich die Videos im Netz anzuschauen. Im Buch erhält man dazu ein Passwort.

In der Summe ein brauchbares Praxis-Buch für Trainer, die gerne aktivierende Methoden einsetzen, einen Hang zum spielerischen haben, und bereits beim Einsatz von Lernspielen erste Erfahrungen sammeln konnten.

Ralf Besser

Ein Klassiker für bewegte Seminargestaltung? - von Birgitta A. Woock

Gelesen von Birgitta Angela Woock

Um es gleich zu Beginn klar zu stellen, ich liebe kreative Seminarmethoden und spiele regelmäßig mit meinen Teilnehmern. Vielleicht geht es Ihnen da wie mir: da stehen alle wichtigen Spielebücher im Regal und noch eines braucht man eigentlich nicht.

Aber der Titel „Das tanzende Kamel“ hat, wie von Zamyat M. Klein gehofft, meine Neugier geweckt: ’Wer ist hier bitte das Kamel, und wie tanzt ein Kamel?‘

Schon die Einführung macht deutlich, die Autorin mag Kamele. Nun gut, mir sind sie ziemlich fremd, aber bestimmt sind mit den Kamelen nicht die Teilnehmer in Seminaren gemeint, die man in Bewegung und zum Tanz bringen sollte. Aber, wer oder was ist dann gemeint?

Das Buch bietet Übungen zum Wachwerden, zur Konzentration, zum Austoben, für die gute Laune und Lernspiele für die 1. und 2. Aktivierung im suggestopädischen Kreislauf an. Darüber hinaus werden einige Übungen zur interkulturellen Begegnung vorgestellt. Zusätzlich, als besonderen Bonus, gibt es eine kleine Anleitung, wie sich Spiele selber entwickeln lassen.

Es findet sich, vom Kindergartenspiel über Bewegungsübungen, die das Gehirn in Schwung bringen, bis zu Team-fördernden Übungen, ein reichhaltiges Angebot bekannter und neuer Übungen.

Also, doch noch ein Spielebuch wie viele andere?

Nein, meiner Meinung nach nicht, denn selbst bei altbekannten Spielen findet die Autorin neue Aspekte und Umsetzungen, die sie als Brückenschlag zum Thema bezeichnet.

Diese bieten Beispiele und Anregungen für Verknüpfungen mit Seminarthemen, von EDV über Rhetorik bis Zeitmanagement, an. (So z. B. der suggestopädische Klassiker, das „Hemisphärenalphabet“ – hier der „ABC-Hampelmann“ (S. 23 im Buch), wofür sie eine Übertragung für eine Metallausbildung vorstellt.)

Selbst für Übungen, die die Autorin als absolut albern und „blödsinnig“ bezeichnet, findet sie einen mit Sinn behafteten Nutzen oder eine thematische Verknüpfung. Für die Teilnehmer mag der Sinn dieser Spiele nicht offensichtlich sein, sie machen einfach Spaß, mir erschloss sich der Nutzen für meine Seminare aber jeweils schnell.

Es liegt auf der Hand: durch fröhliches Spielen kommen wir mit unseren Teilnehmern zu spielendem Lernen und zur Lernfreude. Dabei hat mir besonders der immer wieder thematisierte Umgang mit Fehlern gefallen.

Denn gerade hier liegt oft ein Grund, warum Teilnehmer manchmal nicht gerne spielen: „Man könnte ja etwas falsch machen und sich damit blamieren.“ Zamyat M. Klein entwaffnet mit ihrer fröhlichen Darstellungsart und regt, je mehr man sich in das Buch vertieft, zum selber ausprobieren an. (Ich habe mich dabei ertappt, in der Küche zwischen Kühlschrank und Herd „zwanzig Zwerge“ tanzen und klatschen zu üben).

Die Erklärungen sind klar und mit vielen Hinweisen aus der Praxis, die die eigene Umsetzung in Seminaren und Trainings gut ermöglichen. Unterstützt werden die Erläuterungen bei einigen Übungen, die schwerer nachvollziehbar sind, durch Videosequenzen, die man sich mit dem mitgelieferten Zugangscode im Internet anschauen kann. Hier muss ich allerdings eine kleine Kritik anbringen: Die Videosequenzen sind leider zu kurz, ich hätte gerne länger nicht nur zugeschaut, sondern auch mitgemacht.

Allerdings sind die Videos sicher nicht als „Mitmach-Veranstaltung“ für Trainer gedacht. Um einen Eindruck von dem jeweiligen Ablauf der nicht immer ganz einfachen Bewegungsabläufe zu erhalten, sind sie gut geeignet. Auch wenn gelegentlich die Qualität nicht den höchsten Ansprüchen genügen mag, auch das hat seinen Charme und ist sicherlich darauf zurück zu führen, dass die Aufzeichnungen den jeweiligen Seminarablauf nicht stören sollten. Jedenfalls halte ich diese Ergänzung für sehr hilfreich und sinnvoll.

Gerade die Vielzahl der Bewegungsübungen hat mich besonders angesprochen. Sie sind auflockernd bis Konzentration fördernd und immer mit wenig Zeitaufwand in Seminare und Trainings aller Art integrierbar. Die Zeit, die man hier für das Üben im Vorfeld und zum Spielen im Seminar benötigt, holt man durch die neu gewonnene und gesteigerte Lernfreude der Teilnehmer schnell wieder auf.

Mich persönlich hat das Buch sehr motiviert, wieder alte, bekannte Spiele aufzunehmen und zu variieren sowie neue Ansätze zur Bewegung in meinen Seminaren und Trainings zu machen. Die natürliche Sprache und praxisnahe Beschreibung hat mich mitgerissen und es hat sich eine Ahnung eingeschlichen, wie Kamele tanzen könnten. Als Fazit bleibt mir nur zu sagen: Es ist kein klassisches Spielbuch, aber „Das tanzende Kamel“ könnte sich zum Klassiker für wirklich bewegte Seminargestaltung entwickeln.

Sehr empfehlenswert.

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Zauberwelt der Suggestopädie

Juli 2010 erschienen