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Erfahrungsaustausch

Ob dieser Punkt in einem Seminar eine Rolle spielt, hängt vom Seminarthema und den Teilnehmern ab. Bei offenen Seminaren haben die Teilnehmer manchmal ein großes Interesse an einem Erfahrungsaustausch: sei es über ähnliche Themen und Probleme aus ihren Arbeitsbereichen oder berufliche Hintergründe.

Dieser Punkt kann zusätzlich die Funktion haben, dass Sie als Trainer/in auch erfahren, was die Teilnehmer zu dem Thema schon wissen oder gemacht haben. Denn sie sind ja meist keine unbeschriebenen Blätter, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben.
Der Punkt kann auch zusammen behandelt werden mit dem Punkt Erwartungen an das Seminar.

Gruppen Mind Map

Sie haben drei oder vier Flipcharts vorbereitet, für jede Gruppe eins (je nach Größe der Gruppe bilden Sie drei oder vier Gruppen), in der Mitte des Flipcharts steht eine Frage oder ein Satzanfang. Jede Gruppe bekommt ein Flipchart.

Beispiel zum Thema „Motivation“:

  1. Zum Thema Motivation haben wir bisher gemacht …
  2. Die Mitarbeiter sind demotiviert, weil …
  3. Die Mitarbeiter sind motiviert, wenn ...
  4. Wir möchten Anregungen zu …

Jede Gruppe bekommt einen Filzstift in einer anderen Farbe, den Sie während der ganzen Übung beibehält (rote Gruppe, grüne Gruppe usw.) Einer der Gruppe notiert nun Stichworte und Antworten von den TN der Gruppe in Mind Map Form.

Nach einer Weile wandern die Gruppen zum nächsten Flipchart und  ergänzen dort mit eigenen Stichworten, bis alle Gruppen alle Flipcharts einmal bearbeitet haben.

Alle Flipcharts werden an die Wand gehängt.

Die Weiterarbeit kann unterschiedlich erfolgen.

a) Alle wandern herum und schauen sich die Wandzeitungen an. Anschließend kann über die Dinge gesprochen werden, wozu noch Fragen sind oder Diskussionsbedarf herrscht.
Das kann auch durch entsprechende Markierungen mit Filzstift deutlich gemacht werden:

s  hierzu habe ich eine Frage / das verstehe ich nicht

!    darüber möchte ich sprechen / habe ich Diskussionsbedarf

~ damit bin ich nicht einverstanden

b) Die TN setzen sich im Halbkreis davor und sprechen ein Flipchart nach dem anderen durch.

d) Die Flipcharts werden in die Mitte auf den Boden gelegt und alle wandern herum und lesen.

Innenkreis- Außenkreis

Die Teilnehmer setzen sich in zwei Stuhlkreise, einen Innenkreis und einen Außenkreis, so dass sich jeweils zwei Teilnehmer gegenüber sitzen.
Der Trainer gibt einen Satzanfang vor und die Paare haben drei Minuten Zeit, den Satz zu vervollständigen und sich über den Punkt auszutauschen.
Dann ertönt ein Signal und die Teilnehmer des Außenkreises rutschen zwei Plätze weiter, so dass jeder einen neuen Partner hat. Nun gibt es eine neue Frage...

Beispiel

  • Ich habe mich zu diesem Seminar angemeldet, weil ...
  • Ich wünsche mir von diesem Seminar ...
  • Ich möchte nicht... oder ich befürchte ...
  • Das habe ich mitgebracht...
    (oder: mich beschäftigt im Moment besonders...)

Es können 4 Stichworte gegeben werden.
Natürlich können Sie ganz andere Satzanfänge oder Fragen formulieren, je nachdem, was zu Ihrem Thema passt und was Sie interessiert.

Während dieser Übung geht es ziemlich laut zu, da die Hälfte der Gruppe gleichzeitig redet. Daher empfiehlt es sich, den Kreis möglichst groß zu machen, so dass die Teilnehmer weiter auseinander sitzen und die Bitte, sich gedämpft zu unterhalten.

Die Übung lockert auf und die Teilnehmer lernen schon einmal vier andere Teilnehmer etwas genauer kennen.
Ein Nachteil dieser Übung ist, dass Sie als Trainer/in wenig an Informationen über Ihre Teilnehmer erhalten.
Wenn das für Sie oder die Seminarfortführung wichtig ist, können Sie anschließend im Plenum noch fortfahren.
Sie bitten zum Beispiel die Teilnehmer, die Antworten, die Sie zur zweiten und dritten Frage bekommen haben, zu nennen - und Sie notieren diese auf ein Flipchart.

Diese Übung ist dann geeignet, wenn es Ihnen vor allem darum geht, die Atmosphäre aufzulockern, erste Kontakte der Teilnehmer in Gang zu setzen und möchten, dass die Teilnehmer sich selbst klar machen, was sie eigentlich aus dem Seminar mitnehmen wollen.
So eine Fokussierung auf die eigenen Ziele erhöht den Seminarerfolg für die Teilnehmer.

Vier Farben Karten

Wenn es Ihnen als Trainer/in wichtig ist, die Erwartungen Ihrer Teilnehmer genauer zu erfahren, weil Sie vielleicht die Planung danach variieren wollen oder genauer darauf eingehen wollen, ist die folgende Methode effektiver als der Innenkreis-Außenkreis.

Sie haben Moderationskarten in vier Farben an einer Pinwand hängen mit der Aufschrift:

An Inhalten interessiert mich, erwarte ich...

An Methoden interessiert mich / wünsche ich...

Von der Gruppe erwarte ich...

Für mich wünsche ich mir...


Sie legen Karten in den vier Farben in die Mitte und Filzstifte für jeden Teilnehmer und bitten Sie, diese Karten mit Stichworten auszufüllen. Sie können eine Mindest- und Höchstzahl vorgeben, das wird auch von der Gruppengröße abhängen.

Die Teilnehmer kommen dann nacheinander an die Pinwand, hängen ihre Karten an und erläutern Sie.
Im Anschluss daran stelle ich meist die Seminarplanung vor und vergleiche sie mit den Erwartungen. Hier kann dann daraufhin gewiesen werden, welche der Punkte sich wo im Seminar wiederfinden und welche nicht behandelt werden, da sie vielleicht nicht zum Thema gehören.
Es ist gut, darüber am Anfang Klarheit zu verschaffen, denn manchmal kommen Teilnehmer mit höchst diffusen oder völlig falschen Erwartungen. Dann ist es auch wichtig mit ihnen einen Konsens herzustellen, ob sie sich dennoch auf das Seminar einlassen können (was meist geschieht).

So geschieht es öfter, dass Teilnehmer die Seminarausschreibung nicht genau lesen, von Lehrer-Kollegen mitgenommen werden und zum Beispiel denken, es geht um Lerntechniken, dabei ist das Thema "Motivation".

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Juli 2010 erschienen