Lösungs-Geschichte

Zur Methode
Sie können diese Methode alleine einsetzen, aber auch zu zweit durchführen.
Alleine
1. Sie notieren 8 konkrete Substantive, möglichst unterschiedliche. Dazu können Sie sich einfach im Raum umsehen, aus dem Fenster schauen, in die Zeitung gucken.
Mein Beispiel: Tisch, Walnuss, Gülle, Wecker, Gehirn, Fingernagel, Wolken, Vermieter
2. Sie notieren sich Ihr Thema, Ihre Frage, Ihr Problem
3. Mit diesen Wörtern entwickeln Sie eine Geschichte, in der jedes dieser Worte vorkommt und zwar in der Reihenfolge, wie Sie diese notiert haben.
4. Nun nehmen Sie Ihre Worte und Ihre Geschichte hinzu und schauen, was Sie in der Geschichte an Hinweisen, Analogien, Metaphern, Assoziationen entdecken, die Ihnen eine Antwort geben, aus denen Sie Lösungsstrategien entwickeln können.
Hierzu mein Beispiel:
2.Thema: Ich habe einen Konflikt mit einem Kooperationspartner bzw. einen Ärger. Mein spontaner Impuls ist es, zum Telefonhörer zu greifen und mich zu beschweren.
3. Meine Geschichte
Ein Tisch steht auf einer Wiese. Darauf liegt eine Walnuss. Als ich sie öffne, fließt mir Gülle daraus entgegen, weil Wilfried (das ist der Bauer aus dem Nachbardorf) zu viel davon auf die Felder gekippt hat. Das geht mir etwas auf den Wecker, weil ich sie jetzt nicht mehr essen mag.
Die Walnusshälften sehen aus wie ein Gehirn. Ich kratze etwas mit dem Fingernagel dran, so dass sie in einzelne Stücke auseinander fällt. Diese Stücke sehen aus wie Wolken – und als ich in den Himmel schaue, bilden einige Wolken ein Gebilde, das wie ein Gehirn aussieht.
Ich nehme das Gehirn und schenke es meinem Vermieter.
4. Hinweise aus der Geschichte und den Worten zur Lösung: frei assoziiert – und daher vielleicht für andere nicht immer nachvollziehbar
* Walnuss auf dem Tisch -. ein Angebot liegt auf dem Tisch, ich empfinde es als Geschenk, es kommt eine interessante Nachfrage
* Gülle – als ich die PDF öffne und eine bestimmte Info dazu bekomme, stinkt es mir
* Wecker – da klingeln bei mir Alarmglocken! und ich werde sauer
* Gehirn – erst mal nachdenken, bevor ich rein emotional reagiere
* dran kratzen (mit Fingernagel) – erst mal nachhören und informieren: was ist der Hintergrund?
Vielleicht löst sich alles in Wohlgefallen auf und zieht wie die Wolken davon? Bekomme ich eine neue Sicht der Situation?
Vermieter- Mein Vermieter ist knallhart, selbstbewusst und schenkt niemandem was. Ich bin von ihm „abhängig“, da ich in meiner Traumwohnung möglichst lange bleiben will
> ich möchte mit dem Kooperationspartner eigentlich weiter arbeiten und diesen Auftrag auch bekommen – daher: nachfragen, was der Hintergrund ist, aber auch deutlich meine Position darstellen.
Zu zweit
Sie (A) notieren 8 konkrete Substantive, möglichst unterschiedliche. Dazu können Sie sich einfach im Raum umsehen, aus dem Fenster schauen, in die Zeitung gucken.
Sie tauschen diese 8 Worte mit Ihrem Partner (B) aus.
Sie erzählen Ihrem Partner eine Geschichte, in der die Worte von B vorkommen
und zwar in der Reihenfolge, wie diese auf dem Zettel stehen.
B notiert sich gleichzeitig die Geschichte, die Sie erzählen.
Sie notieren sich Ihr Thema, Ihre Frage, Ihr Problem
Nun nehmen Sie Ihre Worte und Ihre Geschichte hinzu und schauen, was Sie in der Geschichte an Hinweisen, Analogien, Metaphern, Assoziationen entdecken, die Ihnen eine Antwort geben.
Dann Rollentausch!
Variante
Sie können auch Ihre eigenen Worte und Ihre eigene Geschichte als Lösungs- Geschichte nehmen.
Das geht wahrscheinlich genauso gut.
Im Grunde ist es nämlich völlig beliebig, welche Worte oder Bilder Sie als Anstoß nehmen. Wichtig ist nur, dass es Dinge sind, die mit Ihrem Thema überhaupt nichts zu tun haben.
Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet die „Visuelle Synektik“ (mit Bildern), die „Lexikonmethode“ (Wörter aus dem Lexikon) und andere so genannte Reizwort-Methoden.


