Ansteckender Farb- und Mal-Virus
Das Steine bemalen ist ja nicht nur total schön, sondern es macht auch süchtig. Mich zumindest. Wenn ich da in der Türkei am Strand oder im Garten saß und anfing zu malen, konnte ich schwer wieder aufhören.
Man kann ja erst immer nur eine Seite bemalen und muss dann warten, bis sie trocken ist. Ehe ich die Rückseite bemalen kann.
Denn anders als andere bemale ich die Steine rundum. Auch an den Seiten. Das finde ich besonders schön.
Ja, und während ich dann auf das Trocknen warte, kann ich ja schon mal mit einem zweiten Stein anfangen. Und so geht es immer weiter.
Textinen-Wochenende
Nachdem ich einen Stein neben ein Häkelmonster platziert hatte, holte ich mir aus der Klosterumgebung ein paar Steine und fing an zu malen. Da gesellte sich auch eine Häklerin dazu, sie wollte auch mal einen Stein malen. Erst noch ganz vorsichtig, einen ganz kleinen. Den sie dann auf einem Mauervorsprung aussetzte.
Als ich bei Facebook dann das Paar (Guerilla-Stein und Häkelmonster) einstellte, kam ein riesiges Feedback und ein sprudelndes witziges Brainstorming, wie man diese Idee weiter ausbreiten könnte.
Nachbarskinder
Neulich setzte ich mich vor unser Haus (ich liebe es ja, in der Abendsonne vor dem Haus zu sitzen), wo mein netter Vermieter eine geniale Bank (aus alten Lattenrosten) gebaut hat, die sich an die hässliche Marmor-Beet-Fassung meiner Vor-Vermieter schmiegt. Und zeigte einige der Steine meinen Nachbarn.
Sofort meine Leya, die kleine Tochter, sie wolle auch Steine bemalen. Rannte gleich los, Steine aus den Nachbargärten bzw. von den kiesbestreuten Parkplätzen zu holen. Ich holte derweil meine kostbaren Lackstifte raus und gab ihr immer nur einen. Unsicher, ob so ein fünfjähriges Kind denn sorgfältig mit diesen teuren Stiften umgehen kann.
Schnell war ich vollkommen verblüfft und begeistert. Sie brachte mir den Stift zurück und meinte zielstrebig: "Jetzt hätte ich gerne den gelben Stift" usw. Und am Ende hatte sie einen tollen Marienkäfer gemalt, die Form des Steins aufgreifend.
Mein türkischer Vermieter malte schnell noch ein "blaues Auge" gegen den bösen Blick, das ich auch eins im Auto hänge habe.
Am nächsten Tag hatte ich schon 3-4 Kinder da rum stehen, denen ich dann aber nur die billigen Aldi-Filzstifte in die Hand drückte :-). Aber sie malten mit Begeisterung. Und demnächst liegen in unserem Dorf sicher jede Menge bunter Guerilla-Steine herum.
In Seminaren?
Nun juckt es mich natürlich in den Fingern, so etwas in meine Seminare einzubauen. Bei dem Thema "Kreativitätstechniken" ist es ja nicht ganz so abwegig. Obwohl es da ja um kreatives Denken und nicht um kreatives Basteln, Malen oder sonstiges Tun geht.
Aber widerspricht sich das? In meinen ganz frühen Zeiten (da machten wir das Thema allerdings für Lehrer und Ausbilder) haben wir auch immer so eine praktische kreative Übung eingebaut. Aus Puzzleteilen aus Holz ein gemeinsames Riesen-Mandala gestalten, zum Beispiel.
Wenn ich mit dem Auto fahre, wäre es theoretisch kein Problem, genug Steine mitzuschleppen.
Aber:
1. oft fahre ich mit dem Zug und schleppe mich da eh lahm.
2. Habe ich bis jetzt hier noch nicht so tolle Steine gefunden wie am türkischen Strand. In Baumärkten habe ich bisher nichts vergleichbares gefunden, werde aber weiter suchen (unter anderem am Rhein).
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Nun habe ich es auch schon in zwei Seminaren eingesetzt. Überraschenderweise hatten die meisten Teilnehmer (auch Männer) durchaus Spaß daran und kreierten die tollsten Steine.
Mal sehen, wohin das och führt...
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