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Bedrohtes Paradies

Mein neuer Seminarort

 

Für die letzte Septemberwoche plane ich mein zweites Seminar in der Türkei, in Çıralı - und will es nun regelmäßig hier anbieten. Denn es gibt keinen friedlicheren und schöneren Ort, in dem man so direkten Zugang zur Natur hat und sehr vielfältige Möglichkeiten, in Verbindung mit dem Thema Kreativität auf Entdeckungsreise zu gehen. Innerlich und äußerlich.

 

 

 

 

Vom Abriss bedroht

 

Seit vielen Jahren fahre ich nun schon zwei Mal im Jahr hier nach Çıralı in der Türkei, einem malerischen grünen Dorf direkt am Meer. Fernab von Massentourismus, ein Naturschutzgebiet, an dem die Schildkröten ihre Eier am Strand legen.

 

Nun haben sich auch hier offensichtlich Bestrebungen durchgesetzt, diese Idylle zu zerstören und es wurde begonnen, einige der kleinen Familienpensionen gegen den Protest der Bewohner abzureißen. Mit großem Polizeiaufgebot kamen die ersten Bagger und hinterließen Bilder, die mich an Krieg oder Erdbeben erinnern.

 

Ich kann als Außenstehende natürlich nicht wirklich beurteilen, was hier hinter den Kulissen abläuft, höre nur ständig neue Gerüchte, die sich zum Teil widersprechen. Daher möchte ich auf andere Beiträge verweisen.

http://dasprojektoerchen.blogspot.com/2012/05/turkei-cral-abbruch-hat-begonnen.html

http://dasprojektoerchen.blogspot.com/2012/05/turkei-cral-ereignisse-vom-89-mai.html

 

Und hier noch ein Film auf dem zu sehen ist, wie türkische Frauen auf der Straße vor einer der bedrohten Pensionen Yoga machten und meditierten, um die Bagger aufzuhalten.

http://focushaber.com/videogaleri/yikima-karsi-yoga--v-19342

Das finde ich total beeindruckend!

Weitere Fotos zu Cirali und Infos zum Seminar können Sie hier anschauen.

Für mich erscheint es aber völlig widersinnig und willkürlich, vier Pensionen herauszugreifen, die nicht einmal nebeneinander liegen (wenn es denn darum geht, dort ein großes Hotel zu bauen- was das Schlimmste der Gerüchte ist). Außerdem ist ab 15. Mai Bau- und Abriss-Stopp bis zum 15. Oktober. Warum hat man den Menschen nicht wenigstens noch diese Saison gelassen?

 

Nun stehen dort diese eingerissenen Mauern und liegen Schutthalden mitten in den grünen Gärten und blühenden Blumen.

 

Es kann also nur darum gehen, ein Zeichen zu setzen, zu zeigen, dass es ernst ist. Denn seit Jahren gehen diese Gerüchte um und viele scheinen es nicht ernst zu nehmen.

Die meisten haben wohl keinen Eintrag im Grundbuch, wurden aber jahrzehntelang toleriert und zahlten wohl auch normale Abgaben und Steuern, es war also keineswegs „heimlich“. Nun also werden plötzlich Ansprüche der Forstbehörde auf den Tisch gelegt, der diese Grundstücke gehören. Unter dem Vorwand, dass es wieder aufgeforstet werden soll.

 

Stattdessen hört man aber, dass sie das Gebiet ans Ausland verkauft haben, eben an eine große Hotelkette. Die dort aber eigentlich gar nicht bauen darf, weil es eben ein Naturschutzgebiet ist. Usw. usw.

 

 

Ausblick

 

 

Meine nächste Reise hierhin Mitte September ist schon gebucht, ebenso werde ich das geplante Seminar Ende September durchführen. Wie es dann im nächsten Jahr weiter geht, werde ich dann hoffentlich erfahren.

Ich habe mir in den letzten Tagen Seminarhäuser in anderen Orten angeschaut und bin noch einmal mehr davon überzeugt worden: einen so besonderen Platz wie Çıralı findet man so schnell nicht wieder.

Daher werde ich so lange es irgendwie möglich ist weiter hierhin fahren und Urlaub machen und arbeiten – im Paradies.

 

 

1 Antwort “Bedrohtes Paradies”

  1. Zamyat M. Klein schrieb:

    Einige Ergänzungen

    Ich bekam schon E-Mails mit Anfragen von Bekannten, ob sie jetzt besser ihren Urlaub hier stornieren?
    >>> Das ist im Moment nicht notwendig. Es ist Stopp und bis Mitte Oktober geht nun alles erst einmal weiter wie bisher. Keine Polizei mehr, keine Abriss-Bagger.
    Wie es dann weitergeht, weiß niemand, alle hoffen...

    Ich werde auf jeden Fall September/ Oktober wieder hier sein und Urlaub machen und mein Seminar "Orient-Express zur beruflichen Erfüllung" hier durchführen.

    Die Menschen hier geben auch offensichtlich nicht so schnell auf.

    Aynur, von Sima-Peace, die als zweite Pension zerstört wurde, hatte innerhalb von 2 Tagen einige Meter weiter ihr Schild wieder aufgestellt. Sie hat dort eine ander Pension gepachtet und auch schon wieder Gäste.

    Sie sagte mir selbst: ich bin eine Power-Frau, ich gebe nicht so schnell auf.
    Wer Aynur kennt, glaubt ihr aufs Wort. Sie ist sozusagen ein eigenes Kunstwerk:lange blonde Haare, großer Hut, bunte Kleider und rote Stiefel, also nicht ganz so dem typischen Klischee einer Türkin entsprechend :-)

    Dagegen sehe ich fast "farblos" aus- und ich schwelge im Urlaub durchaus hemmungslos in meinen Lieblingsfarben.

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