Was wirklich hängen bleibt!
Wenn meine Teilnehmer das Seminar oder Training verlassen, wünsche ich Ihnen immer, dass Sie möglichst viel von dem Gelernten und Erfahrenen umsetzen. Das ist ja schließlich das Ziel eines jeden Seminars.
Dass sie in meinem Fall die Seminarmethoden oder Kreativitätstechniken in ihrem weiteren Berusalltag nutzen können.
Dass irgendetwas hängen bleibt!
Doch leider erfährt man das als Trainer selten, ob und wie es nachher weiter geht, außer man hat ein mehrteiliges Seminar.
Hin und wieder kommen einmal E-Mails mit Erfolgsberichten oder Nachfragen- das freut mich dann immer sehr.
Um so schöner sind dann solche Erlebnisse wie die Folgenden.
Yoga am Morgen
Als ich neulich in einem Seminar wie immer am 2. Morgen als Einstieg leichte Yoga-Übungen auf Stühlen und im Stehen anbot, meinte eine Teilnehmerin: „Eine Kollegin war vor Jahren in einem Seminar bei Ihnen. Sie macht immer noch jeden Morgen diese Yoga-Übungen.“
Mongolischer Reitertanz
Diese Woche hatte ich ein Kreativitätstraining in einem großen Kölner Verlag. Als ich am ersten Morgen in den Aufzug stieg, begrüßte mich freundlich ein Mitarbeiter, den Kaffeebecher in der Hand. „Ah, machen Sie wieder ein Training hier? Ich war voriges Jahr bei Ihnen.“ Er war mir in der Tat auch bekannt vorgekommen und so fragte ich gleich neugierig: „Haben Sie später noch etwas mit den Methoden weiter gemacht?“
„Ha, was haben wir lange gelacht über den Mongolischen Reitertanz! Das war klasse.“ Ja, und sonst wendet er noch das Mind Map an- immerhin :-).
Er hatte zwar zwei Übungen zusammen geschmissen: Den „mongolischen Armtanz“ und „Durch die Steppe reiten“, was aber völlig schnupps ist. Entscheidend ist: solch ungewöhnliche Dinge bleiben hängen!
Nun biete ich ja nicht als Hauptinhalt Yoga oder Spiele an, sondern das mache ich nur zwischendurch als so genannte Energieaufbauübungen. Aber sie tragen offensichtlich nicht nur dazu bei, dass die Teilnehmer im Seminar wach und konzentriert sind (was mir selbst in diesen Hitzetagen am Ende wieder bestätigt wurde) und mal lachen, sondern dass sie helfen, die Seminare und die Trainer im Gedächtnis zu behalten. Als USP ist es offensichtlich geeignet.
Das habe ich ja schon früher erlebt, als ich einmal im Jahr eine Gruppe in der Sahara durchführte. Es waren nur drei Wochen pro Jahr- aber das blieb jedem im Gedächtnis. Noch jahrelang später wurde ich immer wieder als erstes gefragt, wenn ich auf einem Kongress oder Netzwerktreffen war: “Waren Sie wieder in der Sahara?“
Daher habe ich Orient als CI und CD, im Logo, auf der Webseite, im Blog und Newsletter und auf meinen Buch-Covern.
Selbst der Leiter einer Tagungsstätte, der mal meine Seminarrequisiten zu Gesicht bekommen hatte, meinte am Telefon: „Sie sind doch die mit dem Kamelknochen?“
Zeigen Sie also Profil und Mut, sich mit Ungewöhnlichem von anderen zu unterscheiden!
Freitag, 09-07-10 10:40
Ja, diese Erfahrung teile ich! Inhalte bleiben oft bei Teilnehmern weniger hängen - zumindest aktiv und sofort abrufbar :-) - als Außergewöhnliches. Bei mir ists zum Beispiel immer wieder der Gordische Knoten: Ein Trainerkollege, der z.T. dieselben Teilnehmer eines Unternehmens hat wie ich, lernte mich auf einem Kongress kennen und sagte nach einigen Sätzen: Ach, Sie sind die Knoten-Tina!
Und noch etwas anderes bleibt hängen und das freut mich fast noch mehr: Sequenzen, die deshalb ungewöhnlich sind, weil sie tiefer gehen. Wenn ein Teilnehmer solch ein Vertrauen gefasst hat zu mir und der Gruppe, dass er sehr offen von seinen Ängsten erzählt... und ihm alle ergriffen und wertschätzend zuhören. Oder wenn die Athmosphäre ungewöhnlich gut ist - wenn Teilnehmer zwar den ganzen Tag viel klagen über die besonders schwierigen Bedingungen in ihren Betrieben...hinterher die TN zu mir aber sagen: Sie haben es geschafft, uns trotz all dem sehr zu motivieren.
Oder die vielen kleinen Sequenzen, wo es mir gelungen ist, den TN ein wenig das Selbstbewusstsein zu stärken. Das bleibt hängen -teilweise sehr lang - und ist oft Grundstein für eine Entwicklung, die eigentlich ein "normales"Seminar nie leisten könnte.
Und darüber bin ich immer wieder sehr dankbar - und es macht mich auch ein wenig stolz.
Sehr herzliche Grüße von einer Kollegin
Bettina Stackelberg
Montag, 12-07-10 08:27
Hallo Frau Stackelberg,
ja, das sind natürlich ganz besonders schöne und wichtige Erlebnisse und Ergebnisse, das, worum es letztendlich geht.
Ich selbst habe ja auch unzählige von Fortbildungen besucht und weiß auch da noch einiges, was mir über Jahre im Gedächtnis geblieben ist. Bei einem besonders eindrucksvollen Seminar habe ich neulich nachgeschaut, wann das eigentlich war. Ich habe es 1997 besucht! Und weiß immer noch etliche Übungen und Themen- weil es so außergewöhnlich war.
Gerade heute schreibe ich (gleich) einen Beitrag über den Trainer, der das bei mir (und vielen anderen) geschafft hat: nicht nur lange im Gedächtnis zu bleiben mit verrückten Interventionen (die er reichlich angeboten hat!), sondern der wirklich Verhaltensänderung bei mir im Alltag bewirkt hat und tiefe Erkenntnisse, die mich nie mehr verlassen haben. Es war Christo Quiske, der dieses Jahr auch zum ersten Mal beim DGSL Kongress in Bad Honnef vom 15.-17.Oktober dabei sein wird.