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Webinar oder Forum?

Synchrones Webinar oder asynchrones Forum

Das erste Seminar für Trainer in meiner „Ersten suggestopädischen Online- Akademie“ findet in einem Forum statt, in asynchroner Form.

Das bedeutet, dass ich dort die Tageslektionen einstelle, die Teilnehmer sie in ihrem Rhythmus runterladen, lesen, bearbeiten und ihre Antworten wieder einstellen. Die ich dann wiederum lese, kommentiere, Tipps gebe etc. Auch die anderen Teilnehmer können alles lesen und kommentieren.

Manche finden das altmodisch.

Jeden Tag bekomme ich eine Einladung zu irgendeinem kostenlosen Webinar.

Daher habe ich mir verschiedene Plattformen angeschaut und Webinare miterlebt, um zu sehen, was das an Vorteil bringen könnte, wo der Unterschied liegt.

Resultat: Ich bleibe- nun noch bewusster- erst einmal bei meinem Forum. Was nicht heißt, dass ich nicht zusätzliche Tools zur direkten Kommunikation mit hinzunehme. Hin und wieder. Als Ergänzung.

Doch der Kern des Seminars oder Trainings bleibt das Forum.

Weshalb?

Bei einem Webinar sitze ich in der Regel 1 Stunde vor dem PC und höre mir einen Vortrag an und sehe dazu entsprechende Charts. Das mag ich schon im realen Leben selten, da es viel Zeit kostet mit sehr wenig wirklichem Gewinn.
Wenn es ein brillanter Redner ist, macht es zumindest Spaß. Doch das sind die wenigsten.

Aber lerne ich so wirklich viel? Wenn ich sehe, was ich nach Vorträgen wirklich behalten habe und vor allem, was ich davon in meinem Leben umgesetzt habe, so ist das sehr wenig. Es sind erste Impulse, die aber weiter gefüttert werden müssten.

Kaum jemand lernt wirklich viel durch bloßes Zuhören und Zuschauen.

Wir lernen unendlich viel mehr, wenn wir selber Dinge tun und ausprobieren, Erfahrungen damit machen. Dann wird es zum eigenen Handwerkszeug.

Sicher sind manchmal vorher Informationen nötig. Doch nicht eine Stunde lang per Vortrag. Was scheinbar Zeit spart ist meines Erachtens oft Zeitverschwendung. Ich schreibe meistens mit- und werfe den Zettel nachher doch fort, weil es nicht wirklich was bringt.

Durch einen solchen Impulsvortrag kann ich vielleicht motivieren, dass sich die Menschen überhaupt für ein Thema interessieren. Daher sind viele der Webinare auch kostenlos, weil es Werbeveranstaltungen sind.

Sicher gibt es sinnvollen Einsatz für Webinare. Beispielsweise für Firmenmeetings, wenn die Unternehmen räumlich weit auseinander sind. Für kurze Produktpräsentationen usw. Aber mir geht es hier um Seminare und Trainings.

Konkret:

Ob ich „Seminarmethoden für Trainer“ oder „Kreativitätstechniken“ oder „Zeitmanagement“ online anbiete:

Den Input gebe ich schriftlich, dazu gibt es immer konkrete Beispiele und Fotos von Flipcharts oder Lernposter, die ich in Präsenzseminaren einsetze.

Dann kann jeder Teilnehmer die Infos in seinem Tempo aufnehmen- meist dauert das nicht mehr als 10 Minuten. Danach kann er sofort loslegen und die Methode selbst anwenden. Also mit einer Kreativtechnik ein konkretes Thema oder Problem bearbeiten. Dadurch lernt er die Methode erst richtig kennen.

Bei Problemen und Fragen kann er im Forum nachfragen, wo ich jedem individuell helfe und alle Fragen beantworte.

So kann jeder kontinuierlich seinen persönlichen Entwicklungs- und Lernprozess durchlaufen.

Das ist sehr viel effektiver und vor allem nachhaltiger als es durch einen bloßen Vortrag geschehen kann.

Warum so viele Trainer dennoch erst einmal von Webinaren fasziniert sind?

 

Mir kommen da nur so einige Vermutungen- damit kann ich völlig falsch liegen.

* Diejenigen, die sich überhaupt mit so etwas beschäftigen, lieben moderne Technik, Anwendungen, Möglichkeiten, Spielereien. Jeden Tag etwas Neues.

* Vielleicht überschätzen sie ihre Bedeutung als Trainer? Und meinen die Teilnehmer könnten nicht „alleine“ lernen?

* Vielleicht wollen Trainer gesehen werden? Auf der Bühne stehen? Bei einem Webinar sind sie meist über ein Video sichtbar.

* Trainer bestimmen alleine Inhalt und Tempo. Die Teilnehmer haben selten die Möglichkeit, einzugreifen. Es gibt einige kleine Tools bei Webinaren, wo Teilnehmer abstimmen oder per Chat etwas fragen können. Bei einigen können sie sich sogar zu Wort melden und etwas sagen. Doch der Trainer kann schnell und leicht unterbrechen, abwürgen- und weiter machen in seinem Programm (so letzte Woche noch erlebt).

* Trainer überschätzen immer noch die Lern-Effektivität von Vorträgen. Hierzu möchte ich noch einmal mein Trainer-Mantra zitieren:

         Das, was ein Trainer in einem Vortrag von sich gibt,

         ist in keiner Weise identisch mit dem,

         was Teilnehmer

                   aufnehmen

                            verstehen

                                      verarbeiten

                                               behalten

                                                        abrufen

und

                                                                  anwenden können!!!!

 

Aber darum sollte es doch immer gehen.

In einem Forum hingegen kann jeder Teilnehmer die Infos in seinem Tempo aufnehmen und verarbeiten, bei Schwierigkeiten nachfragen.

Jeder Teilnehmer bekommt individuelle Antworten vom Trainer. Es ist eher wie ein Einzelcoaching, also sehr viel intensiver.

Hinzu kommt noch die Power und die Ressourcen der Gruppe. Auch die anderen Teilnehmer können sich sehr intensiv einmischen und ihre Kompetenzen einbringen.

Durch die längere Zeit (beispielsweise 14 Tage) können die Teilnehmer das Thema in kleinen Happen aufnehmen, umsetzen, und verdauen. So findet schon im Alltag ein kontinuierlicher Transfer statt. Ganz anders als nach einem zweitägigen Seminar, wo der ganze Stoff auf einmal kam- und dann müssen sie sehen, wie sie es umsetzen können.

Was meinen Sie? Wie sind Ihre Erfahrungen?

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