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Schluss mit der Sklavenhaltung

Tipp für Selbständige - Arbeitsvertrag mit sich selbst

Auch wenn Sie nicht erst in der Gründungsphase sind, kann ich Ihnen diesen Newsletter empfehlen. Es sind immer wieder inspirierende und nützliche Informationen enthalten und er gehört zu den wenigen, die ich ziemlich regelmäßig lese.

In dem aktuellen Newsletter von Andreas Lutz (News2Use) stieß ich auf einen Tipp, den mir meine Freundin und Kollegin Doro schon einmal vor langer Zeit gab- und der mir auch immer wieder mal geholfen hat.

Sie hatte es "Geschäftsvereinbarung mit sich selbst" genannt und es geht um das Gleiche.

Gerade Selbständige neigen dazu, sich selbst auszubeuten, über ihre Grenzen zu gehen oder keine Grenzen zu setzen. So vage Vorsätze wie "Das nächste Wochenende arbeite ich aber mal nicht so viel" helfen da nicht wirklich.

Viel eindrücklicher und klarer ist es, mit sich selbst einen schriftlichen Vertrag abzuschließen. Seine Kollegin Kristin Schwemmle orientiert sich bei ihren Vorschlägen an normalen Arbeitsverträgen.

Darin sollte enthalten sein:
* Die Arbeitszeit
* Urlaub
* Arbeitsort und Ausstattung
* Gehalt
* Kündigungsfrist

Das klingt erst einmal vielleicht merkwürdig, aber in der Tat macht es Sinn zu überlegen: Ab welchem Umsatz lohnt sich die Selbständigkeit nicht mehr oder anders herum, was brauche ich als Minimum? (Gehalt)
Ab wann überlege ich besser, wieder ins Angestelltendasein zurück zu kehren? (Kündigungsfrist)

Dabei spielen nicht nur finanzielle Aspekte eine Rolle, sondern die Entscheidung kann auch durch andere Faktoren bestimmt werden wie Zeit für die Familie oder Zufriedenheit.

Vor allem auch die Überlegungen zur Arbeitszeit fand ich noch einmal sehr inspirierend, daher zitiere ich sie hier:

"Wann arbeiten Sie? Wie lange? Haben Sie eine 4-, 5- oder 6-Tage-Woche? Gibt es eine Gleitzeitregelung oder Freizeitausgleich,  wenn Sie Überstunden gemacht haben? Legen Sie für sich passende Arbeitszeiten fest. Bedenken Sie dabei, wie Ihr eigener Arbeitsrhythmus ist. Bekommen Sie morgens um 8 Uhr noch kein Auge auf, macht es keinen Sinn, sich schon an den Schreibtisch zu setzen. Zu der von Ihnen festgelegten Uhrzeit sollten Sie dann aber auch geschniegelt und gestriegelt am Arbeitsplatz sitzen und loslegen. Der Bürotag muss nicht zwölf Stunden lang sein: Selbst mit sechs Stunden täglich können Sie Ihr Business zum Fliegen bringen, wenn Sie sie effektiv nutzen. "

Also: setzen Sie sich hin, meinetwegen auch am Wochenende auf den Balkon, und notieren Sie Ihren Vertrag. Dazu gehört natürlich auch, dass Sie am Ende der Woche die Einhaltung kontrollieren. Haben Sie die Überstunden abgegolten?

So habe ich inzwischen feste Zeiten, wann ich abenes spätestens das Home Office verlasse. Ganz neu habe ich die Anregung eines anderen Kollegen aufgenommen, nach einem intensiven Seminar einen Tag komplett frei zu machen! (Zumal oft der Sonntag schon durch die Anreise belegt war).
Seminare haben eine andere Intensität als ein 8- Stunden- Tag im Büro und ganz gleich, ob sie super oder schwierig waren, ich investiere sehr viel Energie. Als Trainer ist man permanent präsent und unter Strom- und der Motor braucht Zeit, um wieder runter zu kommen.

Letzten Mittwoch habe ich daher auf meinem Balkon und mit Walken in der Natur verbracht- bei strahlendem Sonnenschein. Und so auch mal die Vorteile der Selbständigkeit genutzt und genießen können.

Glauben Sie mir, am nächsten Tag arbeiten Sie sehr viel konzentrierter, effektiver und mit Freude!

3 Antworten “Schluss mit der Sklavenhaltung”

  1. Brita Dose schrieb:

    Danke Zamyat, wieder ein hilfreicher Tipp von Dir! Werde den Sonntag gleich dazu nutzen :o)

    Ich habe während der Schulferien für mich die "Halbtags"-Arbeit eingeführt, damit auch etwas Zeit für mein Kind bleibt und trotzdem die Arbeit erledigt wird.

    Viele Grüße

    Brita

  2. Dagmar schrieb:

    Liebe Zamyat,

    das Thema Selbständigkeit wird wohl immer seine gewisse Brisanz bewahren. Bei aller Freiheit, die es da gibt...

    Deinen Tipp >>Ganz neu habe ich die Anregung eines anderen Kollegen aufgenommen, nach einem intensiven Seminar einen Tag komplett frei zu machen!

  3. Christine Stallinger schrieb:

    Auch ich lese immer die tollen Newsletter von Dr.Lutz. Danke, dass das Thema noch einmal aufgegriffen wurde. Hatte ich doch glatt wegen "Sklavendienstes" vergessen, den Vertrag zu machen. Wird umgehend erledigt. Ich habe mir schon angewöhnt, nach intensiven oder anstrengenden Maßnahmen (manchmal auch davor) Tage für mich einzulegen (Friseur, Kosmetik, Massage u.ä.).In meinem Kalender steht dann tatsächlich: "Zeit für mich" !

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