Was bei diesem Buch anders ist: Entstehung eines Buches 2
Wie ich schon schrieb, ist schreiben eine einsame Tätigkeit.
Ich schreibe sehr gerne und es geht mir leicht und schnell von der Hand. Ich liebe auch die Phasen, wo ich fast in einen Schreibrausch gerate. Wo ich an den unmöglichsten Plätzen und zu allen möglichen Zeiten plötzlich neue Ideen bekomme, mir neue Themen, Aspekte, Varianten einfallen und ich diese schnell irgendwo notiere, damit sie nicht entfleuchen.
Aber ich bin auch ein sehr geselliger und kommunikativer Mensch. Dieser Aspekt kommt beim Schreiben meist zu kurz, da ich die Schreibzeiten meist so lege, dass sie nicht durch Trainings oder Seminare unterbrochen werden. Dann kann ich einfach besser arbeiten, wenn ich weiß: ich kann (gedanklich) dran bleiben.
Nun gibt es ja Dank Internet die vielfältigsten Möglichkeiten, trotzdem Kontakte zu pflegen und mit anderen in Austausch zu treten.
Bei diesem Buch ergaben sich dann noch ganz neue Varianten, die ich erst gar nicht geplant hatte, schon gar nicht aus den Erwägungen, die ich oben beschrieb.
1. Einbeziehung anderer Autoren
Zum ersten Mal habe ich nicht nur andere Autoren zitiert oder die eine oder andere Methode entliehen, sondern ein eigenes Kapitel eingebaut mit Praxisbeispielen anderer Trainer. Dazu habe ich natürlich vorher mit ihnen Kontakt aufgenommen. Mit einer Trainerin habe ich mich beispielsweise auf der Messe „Zukunft Personal“ verabredet und ihren Beitrag besprochen. Mit anderen hatte ich telefonisch und schriftlichen Kontakt.
Das ist natürlich vor allem auch eine Bereicherung für meine Leser, dass sie noch andere Beispiele lesen können und sehen, dass nicht nur ich so „verrückt“ bin, suggestopädisch in Unternehmen zu arbeiten.
2. Online- Umfrage
Dann kam mir irgendwann noch die Idee, eine Online- Umfrage unter Trainern zu starten, wer denn Suggestopädie kennt und was sie damit verbinden.
Um über diese Umfrage zu informieren, habe ich in diversen Foren, Blogs und natürlich bei Twitter darüber geschrieben.
Die Ergebnisse können Sie in der Einleitung des Buches lesen.
In meinem Blog habe ich auch noch andere Befragungen durchgeführt oder Themen angesprochen, die beim Schreiben entstanden. Beispiel: Was ist der Unterschied zwischen Trainings und Seminaren?
3. Interviews
Ebenfalls für einen Aspekt der Einleitung (Sie merken schon, die ist diesmal ziemlich lang) habe ich einige Interviews mit Trainern geführt. Es ging zum einen um den Aspekt, was sie mit Suggestopädie verbinden, aber vor allem darum, wie sie den Unterschied zu anderen Modellen oder Konzepten sehen, die Ähnlichkeit mit Suggestopädie haben, wie vor allem AL (=Accelerated Learning).
Auch das habe ich als große Bereicherung erlebt. Nicht nur als Unterbrechung der einsamen Schreibtätigkeit, sondern vor allem Dank der anregenden Ansichten und Ergänzungen, Diskussionen und Gedanken. Das hilft auch, nicht nur im eigenen (suggestopädischen) Saft zu schwimmen und Dinge aus anderer Sicht zu betrachten.
4. Twitter und Folgen
Twitter brachte und bringt nun noch ganz neue Dimensionen in das einsame Schreiberleben. Hier kann ich nicht nur einen kleinen Büroklatsch nachspielen oder mal eben eine Frage stellen. Ich kann auch laut jammern oder mich genau so laut freuen, die neuesten Erkenntnisse kundtun- und unglaublich viele tolle Anregungen einsammeln.
Eh ich mich versah, nahm Twitter auch inhaltlich Einzug in mein Buch. Ursprünglich wollte ich im letzten Kapitel „Neue Entwicklungen und Herausforderungen“ nur über Online- Seminare schreiben und wie diese denn suggestopädisch zu gestalten seien (oder nicht).
Aber wie das so ist, wenn man einen bestimmten Fokus hat: plötzlich sah ich überall Suggestopädisches. Vor allem in Blogs und Twitter. Einmal auf die Spur gesetzt, war das nicht mehr zu stoppen.
Was fand ich da an kreativen, spielerischen, originellen, lernfreudigen Impulsen!
Vor allem faszinierte mich die Tatsache, dass es dort durchaus Kombinationen von virtueller und realer Welt gab. Wie beispielsweise bei der @Frauenfuss-Ausstellung und den Twitter- Autoren- Lesungen oder beim Twichteln oder Twittagessen. Schon alleine diese Wortkreationen entzücken mich.
Durch die twitpic-Galerie bekommt man auch konkrete Einblicke oder kann anderen mal schnell was zeigen.
So habe ich mit einem Schlag einen Schwung interessanter und kreativer und nicht zuletzt unglaublich netter und hilfsbereiter Menschen kennen gelernt, die mich beim Schreiben begleitet, inspiriert und unterstützt haben. Und sei es nur dadurch, dass sie mich in einer kleinen Twitter-Pause zum Kichern brachten oder daran erinnerten, dass ich auch mal dringend Pause machen und essen sollte. (Danke an @wimbauer, Verleger und Antiquar, der wie eine Uhr pünktlich darüber berichtet, wann er in die Küche hüpft und wieder ein köstliches vegetarisches Bio-Mahl zubereitet- mit Foto!).
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