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Wartezeiten versüßen

Wenn Menschen nach ihren Schwächen gefragt werden, so nennen sie oft "Ungeduld". Auch ich zähle zu den eher ungeduldigen (und schnellen) Menschen- und eine Ausprägung davon ist, dass ich total ungerne warte.

Warten ist für mich meistens Zeitverschwendung: ich kann in der Zeit nicht etwas wirklich Sinnvolles machen, wenn ich beispielsweise denke, dass jeden Moment das Telefon klingelt und ich unterbrochen werde.

Aber auch das Warten an Supermarktkassen, auf Bahnhöfen, in Arztpraxen- alles grässliche verschwendete Zeit.

Doch als kreativer Mensch sinne ich natürlich auch hier nach Auswegen und Lösungen - und manchmal begegnen sie mir auch einfach so.

Wie bei dem Beispiel des gestrigen Beitrags, wo ich auf dem Mannheimer Bahnhof einer Blues- Band lauschen konnte, während ich auf den nächsten Zug wartete.

Hier noch weitere Ideen und Beispiele...

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Wartezeiten zu nutzen oder umzufunktionieren:

Im Büro

* Sie können sie einfach mal als "meditative Pause" nutzen, in der Sie bewusst einmal Nichts tun und beispielsweise nur auf Ihren Atem achten (puhh, für mich das Schwerste- so mitten in der Arbeit)

* Sie können - wenn Sie in Ihrem Büro sitzen und auf einen Anruf warten- die Zeit mit kleinen Dingen verbringen, bei denen es nichts macht, wenn Sie unterbrochen werden: also nicht am Buch schreiben oder ein Seminar planen, sondern mal wieder eine der Orga- Boxen oder Ordner ausmisten, den Schreibtisch aufräumen, einige E-Mails erledigen...

Unterwegs

* Im Wartezimmer können Sie natürlich lesen, aber auch da habe ich gemerkt, dass ich mich nicht so gut auf Fachliteratur konzentrieren kann, wenn ich damit rechne, dass ich jeden Moment aufgerufen werde. Da haben sich dann die heragon- Karten (Business Wissen auf 55 Karten) bewährt: für jede Karte brauche ich nur 3-5 Minuten, kann also jederzeit unterbrechen. Sie sind klein und leicht und passen in jede Handtasche.

* In der Bahn habe ich schon kreative Brainstormings durchgeführt mit wildfremden Menschen, die neben mir saßen. Einmal habe ich einer Frau damit geholfen, ein Referat für die Uni vorzubereiten. Ein anders Mal habe ich eine gebeten, ob Sie mir Assoziationen zu bestimmten Begriffen nennt, woraus ich dann die Cover- Motive für meine neuen CD- ROMs zu Kreativen Seminarmethoden entwickelt habe.

Mutige Varianten

* Am besten gefällt mir noch immer die Massage- Schlange. Die sich leider nicht so leicht überall durchführen lässt, da fehlt selbst mir der Mut.
Früher war ich öfter auf Meditationsseminaren meines Sufi- Lehrers, bei denen sich dann einige hundert Menschen versammelten. In der Pause stürzten wir alle zur Toilette - und wie immer bildeten sich vor dem Frauen- WC endlose Warteschlangen.
Und da begann ich dann der Frau vor mir, den Nacken und Rücken zu kneten- manchmal begann dann die hinter mir von selber, oder es bedurfte einer leichten Aufforderung: bitte alle mitmachen.

Diese Schlange setzte sich blitzschnell bis vorne weiter durch- und niemandem wurde das Warten mehr lang. Im Gegenteil: wenn ich endlich vorne stand, war ich ganz enttäuscht, dass es vorbei war.

So könnte man sich doch das Warten an Supermarktkassen und an Bahnsteigen sehr viel netter machen... :-)

So, das waren einige kleine Anregungen.
Meine Bitte: schreiben Sie uns doch, welche schönen Tricks Sie kennen und anwenden, wenn Sie warten müssen. Ich glaube, dass viele Menschen sich darüber freuen werden...

4 Antworten “Wartezeiten versüßen”

  1. Heike Eberle schrieb:

    Hallo Zamyat,

    eine sinnvolle Zeitvertreibmethode im Wartezimmer eines Arztes ist es, wenn man aus einem Wort, das man zufällig irgendwo aufschnappt, die einzelnen Buchstaben nimmt und daraus wieder neue Assoziationen findet. Oder aus den Buchstaben eines Wortes neue Wörter findet, die in diesem Wort drinstecken. Ist z.B. Buchstaben das aufgeschnappte Worte, dann lassen sich daraus Wörter finden wie das Buch, Stab, Bube, Stube, an usw.

    Wie ich Sie bist Du voll im Fluss,
    viele Grüße
    Heike

  2. Heike Eberle schrieb:

    Hallo Zamyat,

    ein kleiner Vertipperli hat sich eingeschlichen,
    es muss natürlich heißen: Wie ich sehe,...

  3. Zamyat M. Klein schrieb:

    Hallo Heike,

    Danke für die weitere Idee, ich liebe ja solche Sprach- Spiele!

  4. Matti schrieb:

    Hallo Frau Klein,

    auch ich bin einer dieser Ungeduldigen. Als ich noch Auto gefahren bin, habe ich lieber lange Umwege in Kauf genommen, als mich an einer Ampel anzustellen. Womöglich noch drei Autos vor mir. Das (selber) Autofahren gehört der Vergangenheit an. Es gibt aber bekanntlich andere Situationen in denen man um das Warten nicht herumkommt. Inzwischen ist mir Eckhart Tolle mit seinen Büchern und CD`s über den Weg gelaufen. Als erstes habe ich "Leben im Jetzt" gelesen. Er beschreibt wie man in Situationen des Wartens - aber auch in vielen Anderen - einfach mal nichts macht. Nicht mal Denken. Was einige Übung verlangt. Man merkt nach einiger Zeit, dass es es keine Zeitverschwendung ist nichts zu tun - ausser zu atmen.

    Grüsse von Matthias

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