Urlaub einmal anders
Nein, nein, nicht dass Sie denken, ich habe mir ein neues Urlaubsziel gesucht. Ich fahre wieder nach Cirali, wo ich die letzten Jahre schon Urlaub gemacht habe, Seminare anbiete und Bücher schreibe.
So lange es diese Idylle ohne Massentourismus in der schönsten Natur und direkt am Meer noch gibt, werde ich hier wohl immer wieder hinfahren.
Dennoch will ich dieses Mal etwas Neues ausprobieren. Die letzten Male habe ich teilweise Urlaub gemacht und zum Teil an einem Buch geschrieben oder ein Seminar abgehalten.
So habe ich einige Stunden am Tag geschrieben und den Rest Urlaub gemacht. Am Strand gelegen, gelesen, Fahrrad gefahren, Leute getroffen...
Doch ich habe gemerkt, dass sich so ein richtiges Urlaubsgefühl nicht einstellte, da ich doch jeden Abend die E-Mails checkte, nachmittags oder morgens am Laptop arbeitete und schrieb und so mit den Gedanken doch immer wieder bei der Arbeit war.
Auch wenn die Arbeit in einem Strandcafe mit Blick auf das Meer mir noch mehr Spaß macht als zu Hause. Darum geht es auch nicht.
Damit dieser Urlaub wirklich den Kopf frei macht für neue und noch mehr Kreativität (falls ich das aushalte:-) ), ist es sicher hilfreich, für eine Weile mal völlig abzuschalten. Deswegen fahre ich im Urlaub ja auch so gerne fort. Nicht nur, weil da die Sonne scheint (obwohl das schon Grund genug wäre), sondern weil es die räumliche Entfernung leichter macht, die Dinge zu Hause wirklich zu vergessen.
Sich einmal ganz auf die Grundbedürfnisse wie essen, schlafen, erholen reduzieren. Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Und ich weiß, dass es auch Zeit braucht, bis der Motor langsamer läuft und runterfährt.
Nun habe ich mir vorgenommen, die erste Woche komplett arbeitsfrei zu halten, und auch sonst ohne jedes Programm. Das ist für mich die größte Herausforderung, plane ich doch für mein Leben gern.
Aber ich weiß auch, wie gut es mir tut und wie sich neue Welten eröffnen, wenn ich einfach mal im Moment lebe, von einem Augenblick zum anderen schaue, wonach mir gerade ist, was sich entwickelt, wem ich begegne.
Wir haben auch so viele innere unbewusste Programme in uns und ich finde es immer wieder spannend, ihnen auf die Spur zu kommen.
Zu bemerken, wie ich mich selbst damit einschränke- und es schlagartig zu lassen.
Das habe ich bei meinem Experiment mit dem freien Tag in der Woche ebenso erlebt und ausprobiert und die schönsten Erfahrungen gemacht.
In der zweiten Woche will ich dann ein wenig arbeiten und beispielsweise Korrektur lesen und dann in der dritten Woche wieder auf Urlaub umschalten.
Mal sehen, welche Erfahrungen ich damit mache.
Ich grüße daher meine Blogleser- und kann nicht versprechen, in der Zeit hier regelmäßig zu schreiben. Auch das werde ich ohne Programm sich entwickeln lassen, je nachdem, was ich dort erlebe, was mir einfällt zu schreiben und ob ich überhaupt dazu komme.
Ansonsten lesen wir uns Ende Oktober wieder.
Ich wünsche allen eine gute Zeit!
Montag, 12-10-09 20:25
Liebe Zamyat, längst wollte ich gefragt haben, wie es Dir geht. Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub und bin sehr gespannt, wie es Dir mit der "unverplanten Woche" erging. Ich wollte diese Tage in meinem Blog über das Phänomen schreiben, dass wir gar nicht mehr NICHTS tun können ... ständig sind wir dabei etwas zu tun, zu planen, zu überlegen ... Selbst in unserer Freizeit haben wir Freizeitstress.
Einfach mal nichts tun ... Was ist das eigentlich? Und wie geht das? Ich bin sehr neugierig, was Du berichten wirst. Weiterhin schöne Tage in der sonnigen Türkei. Herzlichst. Petra
Donnerstag, 22-10-09 21:40
Eine in der Tat spannende Herausforderung. SChön, wenn man sich das leisten kann. Sprich alle Kunden und Partner müssen halt so lange brav stillhalten.
Viel Erfolg und gute Erholung
wünscht Ingrid
Samstag, 24-10-09 18:34
@ Petra
nun bin ich morgen den letzten Tag hier- und ich habe in der Tat ganz neue Erfahrungen mit mir gemacht. Ich habe noch viel weniger gearbeitet als geplant, da sich gerade in der zweiten Woche schöne Unternehmungen ergaben. DAS war für mich auch völlig neu, da ich bisher immer total faul war und den ganzen Tag nur lesend und schreibend am Strand lag. Diesmal habe ich es gewagt, hoppelige Straßen zu fahren und ein wenig zu wandern, Besichtigungen der besonderen Art (d.h. in kleinen privaten Gruppen mit einem einheimischen "Führer") und so Plätze und Begegnungen gehabt, die sehr sehr schön waren.
Ich habe auch oft kleine "Mutproben" bewusst gemacht und einfach meinen Wirkungskreis hier stetig erweitert, bewusst Dinge getan, vor denen ich sonst zurück schreckte, neue Wege, neue Lokale etc. ausprobiert.
Sehr viel mehr auch als früher mit anderen Menschen unternommen und nicht mehr so den extremen Drang nach Einsiedlerdasein verspürt.
Das fand ich alles hochspannend und sehe darin mal wieder eine Veränderung in meiner Entwicklung. Das hört ja nie auf :-).
@ Ingrid
Ich weiß nicht, ob es eine Frage des "sich leisten könnens" ist oder schlicht eine klare Entscheidung? Für mich ist regelmäßiger und ausreichender Urlaub sehr wichtig, damit ich den Rest der Zeit vollen Einsatz geben kann. Er gehört zu meiner Lebensqualität.
Ich habe wohl früher hier im Blog mal geschrieben, dass für mich erfolgreiche Menschen die sind, die sich u.a. auch freie Zeit und Urlaub nehmen. Denn ich möchte nicht nur für die Arbeit leben.
Und was Kunden angeht: meine "idealen" Kunden möchten, dass ich regelmäßig Urlaub mache und es mir auch gut gehen lasse :-). Zumindest gehe ich davon aus, dass jeder Mensch akzeptiert, dass man mal Urlaub macht. In jeder Firma erlebe ich das (vor allem in den Saisonzeiten), dass manche Mitarbeiter nicht erreichbar, sondern in Urlaub sind. Warum sollten Freiberufler und Selbständige das nicht auch "dürfen"?
Ich plane meinen Urlaub komplett ein bei meiner Jahresplanung- und die Zeit ist dann von vorneherein blockiert. Da kommt dann kein Seminar und kein Auftrag rein. So "einfach" ist das.
Montag, 26-10-09 13:28
Hallo Zamyat, freue mich von Dir zu lesen und von Deinen neuen Wegen und Erlebnissen ... Du wirst gut erholt zurück kommen. Guten Start hier daheim, wo die Abende nun wirklich dunkel sind seit gestern. Herzlicher Gruß. Petra