Das Geheimnis der Handtasche
Einen witzigen Beitrag ("Taschenologie")- über den Inhalt von Handtaschen hat Jochen Mai auf seinem Blog Karrierebibel geschrieben.
Das erinnerte mich daran, dass ich das mal als Variante der Reizwort- Methode entwickelt hatte- allerdings nur für mutige Seminarteilnehmer geeignet.
Jeder schüttet den Inhalt seiner Handtasche aus (Männer müssen die Hosen- und Jackett-Taschen entleeren) und nehmen die Gegenstände als Reizworte. Zu diesen werden Assoziationen notiert, die wiederum auf das Thema oder die Fragestellung bezogen werden.
Dabei muss man natürlich etwas um die Ecke denken- aber das ist gerade der Kniff dieser Kreativitätstechnik. Durch Reizworte und Assoziationen, die erst einmal nichts mit dem Thema oder der Frage zu tun haben, komme ich eher auf wirklich neue Ideen.
Beispiel:
Frage: Wie schaffe ich es, trotz der vielen Arbeit heute noch eine Stunde frei zu haben?
Als Reizwort nehme ich die "Tempotaschentücher" aus meiner Handtasche.
Assoziationen dazu:
Zusammen gefaltet, flach, weiß, Schnupfen, leicht, zerreißbar, einpacken, drauf malen, Rechteck, Kanten
Beziehung zum Thema herstellen
- Wenn ich einige Tätigkeiten "schmal zusammen falte">könnte heißen: bündele oder "schmaler" = reduziere.
- wenn ich den Ball flach halte (weiß gar nicht genau, was der Ausdruck eigentlich bedeutet, aber es geht ja um meine Assoziationen)>also nicht alles gleich wichtig nehme, sondern auch was flach fallen lassen
- weiß - jungfräulich, rein > erst mal den Schreibtisch richtig leer räumen (oder sogar das Büro oder sogar die ganze Wohnung), damit es mich nicht alles so erschlägt
- Schnupfen > ja, ich bin ziemlich verschnupft, dass ich kein Wochenende habe, sondern non-stopp durcharbeiten muss- also lieber vorbeugen und mir einfach eine Pause nehmen, damit ich nicht noch krank werde
- leicht- > leicht nehmen, spielerisch die Arbeit bewältigen, Fish! Philosophie anwenden- zerreißbar > ja, ich könnte mich zerreißen- das ist aber keine Lösung...hmmm... vielleicht einfach ein paar Papiere zerreißen, nicht jeden Müll lesen, der in der Post ist..
- einpacken > das ist ja ein Teil meiner anstehenden Aufgaben; packen für das Seminar, zu dem ich morgen fahre: das als erstes machen, dann ist die Wohnung auch wieder leerer
- drauf malen> wie kann ich einen kreativen Akzent in die Arbeit bringen? Zumal auch das eine der anstehenden Aufgaben für heute ist: Zeichnungen auf OHP- Folien bringen, die ich morgen im Seminarraum per Overhead-Projektor auf Flipcharts bringe und so Cover für die nächsten CD- ROMs gestalte. Der Trick ist aus dem Buch "sichtbar" von meinem Kollegen Axel Rachow. Zeichnen und malen mache ich ja eigentlich gerne, also einfach als "Freizeit" uminterpretieren, statt als zusätzliche Arbeit zu interpretieren.
Ich denke, das reicht als Beispiel...
Das Schöne an dieser Methode ist, dass Sie es jederzeit und überall machen können, einfach um aus einem Problemzustand heraus zu kommen und neue Anregungen zu bekommen. Dazu müssen Sie nur auf Ihren Tisch, aus dem Fenster oder in Ihre Handtasche schauen- die Reizworte lauern überall.
Samstag, 10-10-09 13:04
Einen schönen guten Tag & vielen Dank für diesen einfachen, aber sehr effektiven Tipp, jederzeit und überall spontan die Blickrichtung anpassen zu können!
Werde ich direkt in meine Tipp-Kiste aufnehmen.