Blogbild
Foto Zamyat

Kneipen- Massage, ein kreatives Geschäftsmodell

Letzte Woche hatte ich ein Training in Köln. Abends gingen wir in ein Cafe- Restaurant, um gemeinsam zu essen und zu trinken.
Mitten in der angeregten Unterhaltung tauchten zwei junge Damen auf mit blauen T-Shirts, die die Auffschrift "Neck attack" trugen und boten Massagen an.

"8-10 Minuten- und Sie entscheiden selbst, was es Ihnen wert war."

Hier auf dem Stuhl, am Tisch, inmitten des Getöses (es war ziemlich laut, da es ein sehr großes Lokal mit vielen Menschen war).
Nach einigem Zögern ließen sich zwei Teilnehmer darauf ein. Zuerst noch mit offenen Augen, sogar weiter sprechend (wie kann man so Massage genießen?), zunehmend aber immer ruhiger werdend. Schließlich schlossen sie die Augen, der eine Teilnehmer ließ sich auf die Tischplatte sinken.
Und die Mädels massierten routiniert Rücken und Schulterpartie- offensichtlich gekonnt.

Obwohl ich Massage liebe, habe ich mich nicht dafür entschieden.
1. sind mir 10 Minuten zu kurz (ich bin da verwöhnt) und in der Umgebung hätte ich mich nicht gut entspannen können.
2. hasse ich es, wenn ich entscheiden soll, was es kostet. Wenn mir jemand einen Preis nennt, merke ich sofort: das ist mir zu teuer- oder das ist ok. Aber selbst bestimmen?

Das ist natürlich ein guter Trick: die meisten Leute bezahlen eher mehr, wenn sie selbst entscheiden "dürfen".

Dieses Geschäftsmodell braucht Selbstbewusstsein- und es fällt sicher leichter, zu zweit herum zu gehen.
Wenn einmal das Eis gebrochen ist, geht es leichter. Nach uns haben sich noch etliche Gäste massieren lassen. Sie waren sicher zwei Stunden beschäftigt.

Eine sehr kreative Idee!

1 Antwort “Kneipen- Massage, ein kreatives Geschäftsmodell”

  1. Gitte Härter schrieb:

    Hallo Zamyat,

    das ist wirklich eine tolle Idee (auch das "Neck attack"!) - kann ich mir sehr gut vorstellen.

    Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber so eine kleine gekonnte Massage ist sehr wohltuend. Ich zum Beispiel mag normale Massagen gar nicht, aber das würde ich auch machen.

    Das mit dem Preisbestimmen scheint wohl prinzipiell zu laufen und nicht weniger und oft sogar mehr Umsatz zu kreieren - aber es macht Leute auch unsicher. Ich wollte sowas heuer auch mal für ein Buchprojekt testen (das ich aber wieder gecancelt habe, weil mir der Aufwand dafür zu groß war), und zwar für umfangreichere Aufträge, etwa Beratungen. Da denkt man, dass die Leute eher drauf anspringen, weil sie ganz in der Hand haben, was es kostet. Ich habe auch bei den ersten Anfragen die Erfahrung gemacht, dass es eher abschreckt oder misstrauisch macht. Da sind wir wohl allgemein noch nicht soweit, weil solche flexibleren Modelle einfach noch zu ungewohnt sind.

    Viele Grüße
    Gitte

Nach oben

Hinterlasse eine Nachricht

Meine Informationen merken

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Nach oben

Letzte Einträge

Letzte Kommentare

Oktober 2009
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 0120304
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Archiv

Als RSS-Feed abonnieren:

Als RSS Feed abonnieren