Über das Planen von Seminaren, Teil 1
In meinem Beitrag über das Schreiben von Fachbüchern tauchte eine Frage auf, die mich früher auch schon bei der Seminarplanung beschäftigte.
Erst alles lesen, was es zu dem Thema gibt?
Ganz am Anfang meiner Trainer-Karriere saß ich da vor meinem Thema und dachte: “So, jetzt musst du erst einmal die einschlägige Fachliteratur dazu lesen, das Thema erschließen, Informationen einholen und dann, dann machst du dich an die Planung.“
Ich kann mich gar nicht mehr so genau erinnern, ob ich es anfangs wirklich so akribisch durchgeführt habe, zumal ich meine Seminarkarriere im Team begann. Wo wir gemeinsam planten, konzipierten und die Seminare durchführten.
Es gab dann so eine Zwischenphase, wo ich zumindest mal erst an meinen Regalen entlang ging und blätterte und stöberte, was ich denn schon zu dem Thema hatte und wer was dazu geschrieben hat.
Zuerst die eigenen Ideen notieren?
Doch irgendwann kam mal der Punkt, wo ich mir sagte:
Jetzt machst du zu allererst mal ein Mind Map® mit all den Ideen und Infos, die du schon zum Thema hast. Und danach schaust du dann, was du noch ergänzend lesen musst und willst, wo vielleicht noch eine weiterführende oder vertiefende Information fehlt.
Und da stellte ich dann meistens fest:
Dass, was ich an Themenschwerpunkten, Inhalten, Methoden, Übungen, Arbeitsblättern usw. kunterbunt gesammelt hatte, reichte für ein mehrwöchiges Seminar (ganz leicht übertrieben).
Auf jeden Fall bestand erst einmal keine Notwendigkeit, tagelang Bücher zu wälzen, sondern ich setzte mich an die weitere Planung.
Dazu ordnete ich die Cluster-Punkte in einem Mind Map® den verschiedenen Seminartagen und –phasen zu. (Das werde ich später noch genauer beschreiben).
Danach erst blätterte ich dann auch mal in einem Buch nach einer besonders schönen passenden Methode oder tauschte mich mit einer Kollegin aus (wie hast du das gemacht) oder dachte mir eben noch eine passende Methode aus.
Ob Sie so oder anders vorgehen, hängt natürlich auch von Ihren Seminarthemen und Inhalten ab.
Bei mir handelt es sich um praktische konkrete Themen wie Seminarmethoden, Kreativitätstechniken, Motivation und Zeitmanagement. Da habe ich natürlich eine Menge zu gelesen, aber weniger gezielt zu einem Seminar, sondern als allgemeine Grundlage.
Eigene Fortbildungen als Grundlage
Hinzu kommt, dass ich seit dem Ende meines Studiums unentwegt mehrere Fortbildungen im Jahr besuche. Was ich dort lerne, habe ich immer akribisch aufgeschrieben, vieles aus sofort umgesetzt, so dass auch das alles in meinen Fundus eingeflossen ist.
Wenn Sie hingegen Seminarthemen haben, die sehr viel an reiner Information enthalten, müssen Sie wahrscheinlich mehr dazu lesen.
Doch auch dann können Sie einmal versuchen, erst ihre eigenen Ideen und Gedankensplitter zu notieren. Denn dann können Sie nachher viel zielgerichteter und fokussierter lesen, weil Sie nun genauer wissen, was Sie für Ihr Thema brauchen.
In späteren Beiträgen werde ich verschiedene Planungsmethoden vorstellen, mit denen Sie Ihre Seminare konzipieren und planen können. Klassische und eher unorthodoxe. Auf dem Papier oder mit einer Software.
Wenn Sie konkrete Fragen zur Seminarplanung haben oder auch von eigenen Erfahrungen berichten möchten, so nutzen Sie die Kommentarfunktion.
Montag, 15-06-09 16:53
Danke- das sind schon wichtige Hinweise. Erinnere mich auch an meine ersten Seminare- wir hatten Stoff für 'ne Woche dabei (ohne es zu merken), das Seminar dauerte aber nur zwei Tage... ;-) (Zu)viel Stoff dabei zu haben ist heute nicht mehr, weil es jetzt alles in Form von "Werkzeugen" verpackt ist und nach Bedarf genutzt wird.
Was mir gerade kommt: Es sind hier einige "alte Hasen" aus dem Seminarmarkt vertreten mit enorm viel Wissen und der nötigen Ruhe. Wer von den alten Hasen hat Lust und Zeit auf eine Patenschaft mit einem Trainer-Anfänger die/der gerade einsteigt? Vielleicht in Form von Blogs und Kommentaren hier auf der Webseite, vielleicht intensiver, zumindest so, dass es eine win-win-win Situation wird? Irgendwie bin ich ja frech, wenn ich das hier im Kommentar auf einer fremden Webseite frage, aber die Idee kam halt gerade und will raus, ich hoffe Frau Klein ist mir nicht böse..... Allerorts werden Business Angels und Paten gesucht, für Trainer ist es schwer, jemanden zu finden.....
Liebe Grüße aus dem heute schwülen Graz, Georg Rittstieg
Montag, 15-06-09 20:05
Hallo Herr Rittstieg,
ja, machen Sie sich nur breit auf meinem Blog :-)- nein, ist schon in Ordnung, wenn Ihnen beim Schreiben gute Ideen kommen.
Haben Sie denn konkret eine Liste von Anfänger- Trainern?
Wobei ich das mit dem Mentoring im Prinzip eine nette Idee finde, mich aber immer frage, wie sich das unterscheidet von kostenlosem Coaching und Beratung? Ich verdiene ja unter anderem meine Brötchen mit Trainer-Ausbildungen und Seminaren, Coaching für Trainer (Seminarplanung und- Konzepte) und Büchern- genau für diese Zielgruppe.
Ansonsten finden auch neue Trainer hier und auf meiner Webseite erst mal reichlich Futter.
Und fragen kann natürlich auch jeder zu den Themen, die hier behandelt werden.
Also ermuntern Sie doch Ihre Newbies, sich hier zu tummeln und uns die Ohren abzufragen...