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Die liebsten Verhinderungs- Strategien

Gerade habe ich aus Spaß getwittert:
"Ich könnte einen Beitrag schreiben- "77 Wege, wie man sich selbst daran hindert, die #Buchhaltung zu machen".

Und schon kam als nächste Idee, warum nicht wirklich darüber schreiben?

Natürlich nicht nur auf Buchhaltung bezogen.

Aber sicher hat jeder so seine (Verwaltungs-)Tätigkeiten, die er nicht so liebt. Viel lieber würde ich jetzt beispielsweise mit Schwung an meinem neuen Buch weiter schreiben. Hatte aber wie immer Samstagsmorgens die Buchhaltung auf dem Plan, bin seit 6:00 Uhr auf und war schon um 8:00 Uhr einkaufen. Ich könnte also locker damit fertig sein und entspannt ins Wochenende gehen.

Und statt dessen?

Mir fallen jetzt sicher aus dem Stand nicht unbedingt 77 Wege ein, aber ich kann ja mal zur Unterhaltung einige aktuelle Strategien aufzählen.

Sie können dann ja Ihre eigenen kreativen Wege noch im Kommentar ergänzen.

1** Erst mal muss der Schreibtisch aufgeräumt werden, sonst habe ich keinen Durchblick und dann macht es auch mehr Spaß.
2** Als ich in der Wiedervorlage-Mappe blättere, die links liegt, fallen mir uralte Papiere in die Hand.
3** Die muss ich erst mal einsortieren oder entsorgen.
4** Dabei fällt mir der neue GABAL-Katalog in die Hände und ich frage mich, wo ich meinen jährlichen Bücher-Gutschein habe.
5** Ich mache mich auf die Suche nach dem Bücher- Gutschein.
6** Dabei fällt mir ein altes Schreiben vom GABAL- Verlag in die Hände, ob ich schon auf der neuen Webseite mein Autoren-Profil aktualisiert habe.
7** Ich gehe auf die Webseite, um das zu überprüfen. Ja, ist aktuell. Schön!
** Da kann ich doch auch gleich mal nach meinen Büchern schauen und nach der Vorschau der neuen CD- Roms zu "Kreative Seminarmethoden"
8** Warum finde ich die nicht auch unter dem Stichwort "Train the Trainer"? Ob ich mal an den Verlag schreibe?
9** Ich finde den Bücher- Gutschein und suche mir im Katalog was aus.
10** Ich fülle ihn aus und faxe ihn an den Verlag. Hörbücher für lange Autofahrten.
11** Mal eben die E-Mails checken, samstags ist ja sicher nicht viel.
12** Eine Xing-Kontaktanfrage eines Twitter- Followers, also schnell zu XING rüber und nette Mail schreiben und bestätigen.
13** Von da aus kann ich dann auch mal eben bei Twitter vorbei schauen.
14** Da finde ich eine DM, wie ich vielleicht das Twitter-Widget in meinen Blog einbinden kann.
15** Gehe auf die Seite, verstehe nix und lasse es wieder.
16** Krame das Buch über Twitter raus und versuche, mich da schlau zu machen.
17** Probiere wieder rum, stoße aber an meine Grenzen, weil Typo3 leider nicht im Angebot ist und ich da auch nicht alleine weiter komme.
18** Inzwischen sind noch neue Followers angekommen, die ich mir ja auch ansehen muss.
19** Noch eine DM, wodurch ich erfahre, dass eine Mail mit Rechnung von mir nie angekommen ist.
20** Also gehe ich in mein Adressmanagement- System und forsche nach. Entdecke, dass ich bei der E-Mail Adresse einen Fehler gemacht habe.
21** Schicke also Mail und Rechnung und Erklärung noch mal.
22** Schicke eine DM, dass es nun geklärt ist.
23** Twittere dann, dass ich bestimmt einen Beitrag schreiben könnte mit "77 Wege..."
24** Zwischendurch kam noch ein Anruf von meinem Nachbarn, ob ich die Blumen gießen könnte. Na klar. Ich habe hier auch diverse Schlüssel, mal sehen, ob seiner dabei ist.
25** Gehe nach nebenan, der Schlüssel passt, lasse mir Blumen etc. zeigen und knutsche die Maus, mein allerliebstes Lieblingskind, das gerade anfängt zu sprechen, wo ich mich nur kringeln könnte. Erzählt mir anschaulich und strahlend, wie sie die Treppe runtergefallen ist, bum bum und dabei mit dem Kopf schlagend...
26** Kehre in meine Büro zurück und sehe, dass der Schreibtisch noch nicht komplett aufgeräumt ist.
27** Auf der Fensterbank liegt auch noch was..
28** Zwischendurch noch mal in Blogs geschaut und Kommentare geschrieben
29 ** Auf die Uhr schauen, ich nähere mich rasant der Mittagsessenszeit
30 ** Schreibe Blogbeitrag: "Die liebsten Verhinderungsstrategien..."

Das alles vor dem Hintergrund, dass ich das Gefühl habe: ach, heute kommt es nicht so drauf an, es kommen ja die Pfingstfeiertage, da habe ich noch Zeit. Wobei ich diese eigentlich ja auch als "Feiertage" begehen möchte und höchstens nett was schreiben, wenn ich dazu Lust habe, aber nicht Buchhaltung machen.

Zu meiner weiteren Entschuldigung für diesen extremen Auswuchs von Prokrastination (was für ein Wort!) sei noch angeführt, dass ich nach drei Wochen Türkei-Aufenthalt noch nicht so ganz wieder meinen Arbeitsrhythmus gefunden habe- und es ja außerdem Samstag ist.

Und ich empfinde immer ganz deutlich eine völlig andere Energie in der Atmosphäre, wenn es Samstag oder Sonntag oder Feiertag ist.

Von daher sehen meine Samstagvormittage oft so ähnlich aus- weshalb ich schon darauf hin arbeite, die Buchhaltung Freitagnachmittags zu machen- und mich dann Samstagvormittag meinem Haushalt und Balkon widmen zu können. Das passt für mich energetisch besser und da kann mir das dann in Maßen sogar Spaß machen.

Und somit komme ich mir gerade selbst auf den Trichter:

ich finde dann keinen richtigen Tritt, wenn ich das Gefühl habe, dass jetzt "eigentlich" was Anderes dran wäre.
Ich kann nicht entspannt Hausarbeit machen in einer Zeit, die ich als "Arbeitszeit" werte, mir fallen ja auch Pausen extrem schwer. Außer meiner ausgiebigen Mittagspause inklusive Siesta.
Ich kann aber offensichtlich auch nicht gut arbeiten, wenn ich denke, jetzt ist eigentlich Privat-Zeit!

Das sollte ich also zukünftig in meiner Wochenplanung konsequenter berücksichtigen.

Und was mache ich jetzt mit der Buchhaltung (mit knurrendem Magen)?

Ich weiß, man sollte in Blogs eigentlich Tipps und Appelle schreiben, wie man diese Untugend überwindet, aber so als Glosse finde ich es auch mal nett, so richtig aus dem Vollen zu schöpfen, was es an kreativen Verschiebetaktiken gibt.

Von daher meine Bitte: Teilen Sie doch mit uns, welche Strategien  Sie bevorzugen, um sich von einer ungeliebten Arbeit abzuhalten? Und was sind die Dinge, die Sie besonders ungern machen?

3 Antworten “Die liebsten Verhinderungs- Strategien”

  1. Tanja Mühlmeister schrieb:

    Hallöle meine Liebe,

    ich kann deine Liste gerne erweitern - ich habe ein eigenes Programm, wenn ich mich von Buchhaltung, Steuererklärung & Co abhalten will ;-D

    -> mir wird plötzlich flau im Magen - ich brauche dringend etwas zu essen
    -> in der Küche fällt mir auf, dass der Hundenapf nicht mehr so sauber aussieht - also schnell mal abspülen
    -> wenn ich schon dabei bin, kann ich grad mal die Arbeitsplatte nachwischen.. und dann den Schrank.. und dann kann ich ja eben noch die Spülmaschine anstellen
    -> Spülmaschinentabs sind alle - schnell mal in die Waschküche, neue holen
    -> ach Mensch..die Wäsche reicht schon für eine Maschine - kann ich ja schnell mal anstellen und nebenbei laufen lassen, während ich Buchhaltung mache
    -> Nun aber Spülmaschine anstellen und mir eben noch einen Kaffee machen
    -> So..am besten arbeite ich mit Musik - schnell mal eine CD raussuchen.. hach wie unordentlich.. nee, die werd ich schnell mal einsortieren
    -> Nun wieder ran an den Schreibtisch und loslegen..
    -> ach mensch..ich wollte doch noch MAL EBEN bei Ebay gucken, ob ich das Teil da billiger bekomme..
    -> mittlerweile ist die Waschmaschine durch - Wäsche aufhängen
    -> Und nun ist die Spülmaschine fertig - ausräumen

    *grins*

    Wenn ich mich dann aber irgendwann an meine Sachen setze, geht es ratzifatzi und ich wundere mich, warum ich so lange drumherum geschlichen bin ;-D

    LG und fröhliches Buch halten!
    Tanja

  2. Lars Schäfer schrieb:

    Hallo, da bin ich wieder...
    Danke für die Xing-Erwähnung :)
    Meine aktuellste und wirkungsvollste Vermeidungsstrategie ist Twitter:
    Serviceorientiert wie ich bin, muss ich mir doch alles anschauen und beantworten, was geschrieben wird. Gut, damit vermeide ich nicht die Buchhaltung -das macht Mom-, sondern das Aufstellen eines neuen Akquise-Plans. Vielleicht bin ich heute auch einfach nicht kreativ? Vielleicht habe ich einfach nur keine Lust? Das wirds wohl sein, aber nächste Woche gehts rund, versprochen!

    Sonnige Pfingsten,
    Lars Schäfer

  3. Dagmar von Consolati schrieb:

    Liebe Zamyat,
    wow, wie kreativ kann Mensch werden, wenn es ums Vermeiden geht... Das hast Du so witzig beschrieben! Ich liebe das kreative Putzen, um die Vorfreude auf die Ablage noch zu erhöhen...;-).
    Schön, dass es nicht nur mir so geht.
    Ich wünsche Dir frohe, sonnige Pfingsten.

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