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Nachbarschaftshilfe

Schon öfter habe ich begeistert von meinem Dorf mit seinen 13 Häusern berichtet, meiner Traumwohnung in wunderschöner Lage, Weitblick über Wiesen und Felder aus jedem meiner Fenster und den netten Nachbarn und Kindern, besonders "die Maus".

Samstag wurde meine Begeisterung wieder einmal verstärkt.

Schon am Tag vorher hatte ich erfahren, dass viele meiner Nachbarn an diesem Tag den Garten von Frau S. machen wollten. Frau S. ist 82 Jahre alt und lebt alleine, seit ihr Sohn vor kurzer Zeit gestorben ist.

Und so zogen morgens alle Männer an meinem Fenster vorbei, die Kinder im Schlepptau und gruben den Garten um, harkten und plätteten und säten Rasen. Herr G. vorne im Bild ist übrigens auch schon über 80!

Abends trafen sich dann alle zum Grillen.

So etwas ist sicher relativ selten heutzutage- ich habe es mehr aus anderen Kulturen und Ländern gehört, dass sich da alle zusammen schließen und erst dem einen bei der Ernte helfen und dann dem andern. Oder beim Hausbau.

Hier sehe ich das Gleiche wieder. An den letzten Wochenenden halfen einige bei meinem Nachbarn im Garten, heute bei Frau S.
Als ich meinen Fuß gebrochen hatte, haben mir auch viele geholfen mit Einkaufen und zum Arzt fahren.

Ich finde es ein großes Geschenk hier leben zu dürfen. Vor allem ist alles so unkompliziert.
Wenn jemand mit Hund oder Kind vorbei kommt und ich denke, dass ich mal eine Pause vom PC brauche, reiße ich das Fenster auf und wir halten ein Schwätzchen.

Oder ich gehe mal eben vor die Haustür und so nach und nach sind plötzlich etliche mit Kind und Kegel versammelt, sitzen auf unserem Mäuerchen, unterhalten sich und die drei Minis spielen zusammen.

Und wenn ich weiterarbeiten will, gehe ich wieder rein.

Manchmal begnüge ich mich auch nur mit einem Winken, aber es ist schön, wenn man als Solo-Unternehmerin so doch auch Kontakt mit der Welt draußen hat.

So saßen wir auch gestern Abend dort- mit einer Kiste Brezeln, die übrig waren und so entstand dann auch der Plan, am 1. Mai direkt vor meiner Haustür zu feiern: Einstand meiner neuen Vermieter, Geburtstag von Herrn G. nachfeiern oder einfach den Mai!

Ich sitze dann schon fast auf gepackten Koffern, bevor es für drei Wochen in die Türkei geht. *Jubel* oder auf Arabisch: "Al Hamdulillah!"

4 Antworten “Nachbarschaftshilfe”

  1. Gitte Härter schrieb:

    Tolle Sache, dieser Zusammenhalt und sich-jeweils-ergebende "Plausch/zusammen" oder "Rückzug".

    Das Prinzip funktioniert auch wunderbar unter Solo-Unternehmern. Ich erinnere mich, dass vor Jahren jemand mit einem Friseurbetrieb dringend renovieren musste, aber nicht wirklich Geld dafür hatte. Da ist dann ein halbes Dutzend Helfer aufgefahren (nicht nur Freunde, sondern auch Kunden und Kollegen) und haben kurzerhand gemalert, gehämmert und wie die Heuschrecken übers Wochenende den Laden renoviert. Oder statt Heuschrecken besser: Mainzelmännchen ;-)

    Funktioniert natürlich nur, wenn man auch mit anderen spricht oder um Unterstützung bittet.

    Viele Grüße
    Gitte

  2. Zamyat M. Klein schrieb:

    Hallo Gitte,

    nicht Mainzelmännchen, sondern natürlich die Kölner Heinzelmännchen:-).

    Und in dem Fall hat Frau S. nicht mal nach Hilfe gefragt (im Gegenteil!), aber ihre junge Nachbarin hat das wohl organisiert, die jeden Tag mal bei ihr vorbeischaut.

    Aber das ist auch das Tolle: wenn genug mit anpacken, hat man so etwas vergleichsweise schnell, wo einer alleine wochenlang rumwerkeln müsste.
    Und zusammen macht es doch viel mehr Spaß, ist dann eher ein Happening.

    Muss ich noch mal überlegen, wie das auch in unserer Branche möglich wäre- daher hatte ich es hier auch eingestellt. Weil mir dämmerte, dass das doch übertragbar sein müsste.

  3. Gitte Härter schrieb:

    HAHAHA, ja natürlich: die Heinzel-, nicht die Mainzelmännchen!

    Beim Schreiben stutzte ich noch irritiert, aber hab dann nicht mehr nachgedacht. Lustig. Apropos Mainzelmännchen: Ist es nicht ganz furchtbar, wie die die Mainzelmännchen vor einigen Jahren modernisiert haben. Bäh!

    PS: Boah, warum sind diese Spamfilterwörter nur immer (überall, bei uns auch teilweise) so unlesbar, dass man 1000 Versuche braucht? Grrr. Kürzlich war ich auf einer Seite, da musste man einfache Rechenaufgaben lösen. Das war eine gute Idee ... nochmaliger Versuch also jetzt.

  4. Zamyat M. Klein schrieb:

    Also, Mainzelmännchen habe ich schon Jahre nicht mehr gesehen, daher kann ich nichts zu ihrer Verwandlung sagen :-).

    Ja, der Spamfilter bei mir ist blöd, ich kämpfe auch immer damit, aber er bietet ja immer wieder neue Wörter an und zumindest geht der Text nicht flöten.
    Mit Zahlen ist für mich ein Graus bei meiner 5 in Mathe, obwohl es als Spamfilter noch zu bewältigen war.
    Schön, dass du trotzdem dran geblieben bist.

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