Die Kunst des Scheiterns- 1- Fehler und Kritik
Am 20. April startete die Blogparade von Petra Schuseil zum Thema: Die Kunst des Scheiterns. Sie möchte anregen, eine Kultur des Scheiterns zu entwickeln- und ich beteilige mich an dieser Blogparade mit einem Beitrag und indem ich mein E-Book "Vom Entscheidungsfrust zur Entscheidungslust" sponsere.
Für mich enthält das Wort "Scheitern" auch erst einmal einen negativen Beigeschmack. Beim ersten Beitrag, den ich zu dem Thema las, bin ich daher gleich umgeschwenkt auf "Fehler". Denn wir haben ja auch keine Fehler-Kultur in unserem Land. Es wird zwar immer zitiert: "Aus Fehlern lernen", doch wirklich freuen tut sich niemand über Fehler. Wie sollten wir auch?
Lernen wir doch von klein auf in der Schule (oder sogar vorher), dass Fehler schlimm und falsch sind. Sie werden rot angestrichen, mit schlechten Noten bewertet. Nie sagte ein Lehrer zu mir: "Toll, jetzt hast du drei Möglichkeiten entwickelt, wie man das Wort nicht schreibt!"
So wird Edison immer zitiert, der unter anderem die funktionierende Glühbirne erfunden hat (Ich schreibe "funktionierende", weil die Glühbirne schon vorher von Heinrich Goebel erfunden wurde. Nur konnte diese nur mit Batterien betrieben werden und hatte noch andere Mängel).
Edison hat über 1000 Versuche gebraucht- und auf die Frage, ob ihn das nicht frustriert, geantwortet: "So habe ich über 1000 Wege gefunden, wie sie nicht funktioniert".
In der Forschung ist es wohl eher selbstverständlich, dass nicht der erste Versuch funktioniert und Fehler tatsächlich Rückmeldungen und Feedbacks sind, durch die man lernt uns sich weiter entwickelt.
Doch im Alltag und Berufsleben haben wir normalerweise den Anspruch, fehlerfrei zu sein.
Das ist vielleicht nur eine Variante des "Scheiterns", auf das ich dann in einem späteren Beitrag noch eingehen werde.
Mit dem Thema "Fehler" habe ich mich schon häufiger beschäftigt. Hier noch zwei Impulse:
* Als ich für ein Seminar das Buch von Dale Carnegie: "Wie man Feunde gewinnt" lesen musste, war ich völlig verblüfft. Dort war die 1. Regel: "Keine Kritik". Damit habe ich mich dann monatelang beschäftigt, mit Leuten diskutiert, auch in Seminaren, mich und andere beobachtet.
Denn gerade für Lehrer beispielsweise ist es unvorstellbar, dass man eben nicht auf Fehler hinweist.
Carnegies These (sehr verkürzt): Menschen lernen nicht durch Kritik. Entweder schämen sie sich und ihr Selbstwert sinkt noch weiter- und dadurch machen sie dann noch mehr Fehler.
Oder sie gehen in den Widerstand, ärgern sich - und lernen auch nichts.
Statt dessen empfiehlt er, das positive und "richtige"Verhalten zu verstärken, wodurch indirekt ebenso gelernt wird, was eben nicht richtig ist.
Er bringt dazu auch viele krasse Beispiele, die zumindest mich auch nachdenklich gemacht haben. Und dazu führten, dass ich anschließend genauer abgewägt habe:"Ist diese Kritik, die mir gerade auf der Zunge oder auf den Tasten liegt, wirklich notwendig und hilfreich??" Und musste oft feststellen- nein! Aber es fällt sehr schwer, weil es tief in uns verwurzelt ist.
Am meisten hat mir geholfen, als ich meine eigene Biographie angeschaut habe: "Was hat mir in meiner Entwicklung und beim Lernen von Neuem mehr geholfen. Kritik oder Anerkennung?" Und da war es ganz eindeutig. Ich hätte niemals so viele Bilder gemalt und sogar kleine Ausstellungen gehabt, wenn eine Maler- Freundin nicht nach meiner ersten unbeholfenen Zeichnungen gesagt hätte: "Mach weiter". Es gab sicher tausend Dinge, die zu kritisieren gewesen wäre, hier die Perspektive, da die Stiftführung usw.
Ich will es jetzt hier nicht vertiefen, es ist ein ungeheuer interessantes Thema.
2. Die Fehlersonne - von Sabine Asgodom
Eine andere, sehr schöne Anregung habe ich mal in einem Newsletter von Sabine Asgodom gefunden: "Die Fehlersonne". Ich stelle sie seitdem auch in meinen Seminaren vor, denn es ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, wie man wirklich aus Fehlern lernen kann. Und sich nicht ständig weiter zur Schnecke macht ("Mensch, was habe ich da für einen Mist gebaut"), sondern daraus lernt, was man beim nächsten Mal anders macht. Mit dieser positiven "Zielsonne" vor Augen geht man dann weiter an die Arbeit, in einem guten inneren Zustand, was ja das A und O ist, um gute Arbeit zu machen.
Wenn Sie Interesse an dieser Methode haben, schreiben Sie mir eine Mail, dann schicke ich Ihnen eine genauere Beschreibung zu.
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