Wie Arbeit noch mehr Freude macht
Immer wieder lese ich in Blogs und anderswo von Tipps und Tricks, wie sich Selbständige, die womöglich in einem Home Office arbeiten, zur Arbeit animieren und disziplinieren können.
Das war noch nie mein Problem!
Ich musste eher Schritt für Schritt lernen, nicht zu viel zu arbeiten und disziplinierter mit meinen Pausen und meiner Freizeit umzugehen. Dabei hat mich ja auch noch mal die schöne Initiative von Gitte Härter in ihrem Blog zum Thema "Work-Life-Balance Challenge" unterstützt, über die ich auch geschrieben hatte.
Nun ist für mich eine besonders schöne Zeit angebrochen, wie sie für mich idealtypisch ist. Dazu habe ich mir auch meinen "idealen Arbeitstag" in bunten Farben an die Wand gehängt.
Er sieht folgendermaßen aus:
6:30 - 7:30 Yoga und Meditation
7:30 Frühstück
8:00 - 11:00 An meinem aktuellen Buch über Suggestopädie schreiben
(Das Wichtige: dieses ist eine Telefon- und E-Mail freie Zeit, in der ich inhaltlich und an einem Stück konzentriert arbeiten kann. Im Moment ist es das Buch, es könnte aber auch eine Seminarplanung oder ähnliches sein).
11:00- 12:30 E-Mails, Telefonate, Marketing- Aktivitäten, Verwaltungskram.
12:30 - 15:00 kochen, essen, Tee trinken, lesen, Pause machen, Nickerchen
15:00 - 17:00 andere Arbeiten wie noch mal E-Mails checken, Buchhaltung, Forum einrichten
17:00 - 18:00 Blogbeitrag schreiben, andere Blogs lesen
18:00 Das Büro verlassen, Haushalt, einkaufen oder auch spazieren gehen etc.
Die Herausforderungen für mich bestehen darin, pünktlich in die Pausen und abends aus dem Büro zu gehen.
Und natürlich nicht morgens als erstes neugierig die E-Mails checken.
Der Versuch, nur mal schnell die Absender zu schauen, ob etwas gaanz wichtiges dabei ist, ist immer wieder gescheitert. Ich lese dann doch, ich beantworte, ich reagiere- und schon ist meine beste und heiligste Arbeitszeit damit verplempert.
Wenn ich erst einmal drei bis vier Stunden an einer wichtigen Sache gearbeitet habe, dann habe ich ein viel zufriedeneres Gefühl. Und ich schaffe dann eben auch eine Menge.
Und kann so auch feststellen und lernen: wenn ich mich beschränke, gehen manche Dinge auch schneller. Dann lese ich eben manche Newsletter nicht und überfliege manche Mails nur, setze eben andere Prioritäten, die mir gut tun. Und für mein Business auch sinnvoller sind.
Noch bin ich ja ganz am Anfang mit meinem neuen Experiment- und der strahlende Sonnenschein macht es natürlich noch leichter, abends wirklich den Griffel fallen zu lassen bzw. das Laptop auszuschalten.
Für manche klingt das sehr rigide- aber ich habe vor Jahren in einem Urlaub festgestellt, dass genau dieser regelmäßige Rhythmus für mich ungeheuer erholsam und wohltuend ist. Denn normalerweise ist mein Leben alles andere als gleichmäßig. Als selbständige Trainerin gleicht kaum ein Tag dem anderen, ständig kommt ungeplantes, dauernd bin ich unterwegs.
Da empfinde ich es als ungeheuren Luxus, dass ich nun mal über längere Zeit meine Tage komplett selbst strukturieren kann, danach, wie es mir am besten tut.
In diesem Sinne: freudevolles Arbeiten!
Wie sähe denn Ihr idealer Arbeitstag aus?
Donnerstag, 09-04-09 14:07
Hallo Zamyat,
danke für den Verweis :-)
Das ist ja eine gute Idee, den idealen Arbeitstag mal runterzubrechen und an die Wand zu hängen. Ich habe schon einige Kunden (Selbstständige) gehabt, die mit einer Art Stundenplan sehr gut zurechtkamen, weil da eine richtige Struktur "von außen" (auch wenn sie selbst gemacht ist) da ist, an der sie sich orientieren konnten. Und eben auch die Arbeit dann auch Arbeit sein lassen, wenn Pause oder Feierabend angesagt ist.
Ich selbst bin eher freiheitsliebend und muss für mich immer was herausfinden, was einerseits sinnvoll strukturierend ist, mir andererseits aber irgendwie alles etwas offen lässt. So lege ich mich beispielsweise auch nicht gerne fest, irgendwo in Urlaub hinzufahren, weil es sein könnte (ist auch schon passiert), dass ich nach zwei Tagen dort keine Lust mehr habe und dann lieber abbreche und heimfahre.
Auf wiederlesen
Gitte
Donnerstag, 09-04-09 18:57
Hallo Gitte,
ja, das haben wir ja schon öfter festgestellt, wie unterschiedlich die Menschen sind :-). Was für den einen Stress ist (ein Plan) ist für die anderen Erholung. Ich hasse es, in Urlauben herumzufahren, denn ich kann mich erst erholen, wenn ich angekommen bin und mich etwas auskenne - und eben meinem für den Ort und die Umstände spezifischen Rhythmus gefunden habe.
Daher fahre ich jetzt froh seit einiger Zeit an den gleichen tollen kleinen Ort in der Türkei, weil ich weiß, dass er für mich und meine Bedürfnisse "fast perfekt" ist.
Und ich weiß vom ersten Tag an, wo ich was finde und machen kann.
Für andere tödlich langweilig. Doch Herausforderungen habe ich in meinem Leben ansonsten reichlich, im Urlaub suche ich das Gegenteil.
Schöne Ostertage wünsche ich dir
Zamyat