Als Trainer "das Hänneschen machen"
In Köln gibt es den Ausdruck "sich zum Hänneschen machen". Das Hänneschen Theater gab es schon in meiner Kindheit- ein Puppentheater in der Kölner Altstadt. Die Hauptfigur ist "das Hänneschen"- eine Verkleinerungsform von Hans (vermute ich jetzt einfach mal).
Man könnte auch frei übersetzen:"Sich zum Kasperle machen". Also etwas Verrücktes tun, worüber andere lachen.
Was hat das nun mit Ihrem Trainer- Dasein zu tun?
Als kölsches Mädchen fällt es mir offensichtlich nicht schwer, mich auch in Seminaren hin und wieder zu verkleiden. "Wenn es denn der Wahrheitsfindung dient", wie ein früherer Kollege von mir immer so nett formulierte.
Mit immer wieder großem Erfolg (sprich: Spaß, Lachen und Fotoaufnahmen bei den Teilnehmern) setze ich Requisiten auf, wenn ich eine Einführung in die Lerntypen gebe.
Auditver Lerntyp
Visueller Lerntyp
Das sorgt für Lacher, für Aufmerksamkeit - und vor allem für besseres Behalten.
Eine andere Situation:
In einem Seminar zum Thema "Beziehungsmanagement" sollte ich einmal vor Ingenieuren einer Elektronik- Firma etwas über die Prinzipien guter Geschäftskontakte berichten aus einem Buch von Dale Carnegie: "Wie man Freunde gewinnt."
Da ich selber vor meiner Lektüre große Vorurteile hatte, hatte ich auch Sorge, die Teilnehmer stempeln mich gleich als "Eso-Tussi" ab, wenn ich mit Dale Carnegie anfange.
Als ich diese Prinzipien notierte, sprang mir ins Auge, dass die Anfangsbuchstaben auf der Liste einen arabisch klingenden Namen ergaben. So schuf ich die Kunstfigur "Kawil Namziss". Und als Kawil erläuterte ich dann diese Prinzipien.
Es war der Hit im Seminar und das Kürzel "Kawil" war noch lange als die Prinzipien für gute Kontakte im Bewusstsein der Teilnehmer.
Gleichzeitig hatte ich mich als Trainerin elegant aus der kritischen Position manövriert.
Es war ja Kawil, der diese Thesen von sich gab, die wir dann anschließend bearbeiteten und dikutierten. Dieser "Verfremdungseffekt" war mir vorher gar nicht so bewusst gewesen. Im Nachhinein fand ich es daher doppelt genial.
Ich erklärte den Teilnehmern, dass ich einen Gast-Referent eingeladen hätte, der ihnen was über Geschäfstbeziehungen erzählt. Da er schon sehr alt sei - sogar schon über 50 Jahre tot - würde ich ihn kurz an der Tür abholen.
Ich verschwand also aus dem Seminarraum und kehrte dann mit Burnus und Stock als Kawil zurück...und hielt meinen Vortrag.
"Guten Tag, ich wurde gebeten Ihnen etwas darüber zu erzählen, wie Sie hilfreiche Geschäftskontakte knüpfen können und welche Prinzipien es dabei zu beachten gibt.
Das mache ich doch gerne, habe ich ja schon zu Lebzeiten viel gemacht. Die junge Dame... wo ist sie denn eigentlich...bat mich....
usw.
Freitag, 27-03-09 23:30
Liebe Frau Klein,
schon beim Ansehen der Bilder kommt Freude auf. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Stil.