Positives Denken bei der Arbeit mit Zielen
Eine Methode, die ich bei Vera Peiffer gelernt habe, habe ich besonders oft in Seminaren eingesetzt, beispielsweise zum Thema "Motivation".
Für die Arbeit mit Zielen kennen Sie vielleicht auch den NLP- Zielrahmen oder die SMART- Methode.
Diese Methode "Ziele spezifizieren" sieht zum Teil ähnlich aus, hat aber einen etwas anderen Schwerpunkt.
Vorbemerkung
Mir ist bei früheren Therapie-Sitzungen oder heutigem Coaching oft aufgefallen, dass Menschen selbst ihre Fortschritte nicht so gut mitbekommen. Sie sehen den (negativen) Ausgangspunkt und das (positive) Ziel. Und sind schnell entmutigt oder enttäuscht, wenn sie das Ziel nicht so schnell erreichen (möglichst nach einer Stunde).
Was Sie dabei oft nicht sehen ist, dass sie schon etliche Schritte in Richtung auf das Ziel getan haben. Von außen ist das leichter zu sehen, als wenn man selbst mitten im Prozess steckt.
Methode "Ziele spezifizieren"
Diese Methode dient dazu, einen bei der Erreichung des Ziels zu unterstützen. Da es beim Positiven Denken vor allem um innere und mentale Arbeit geht, liegt auch bei dieser Methode der Schwerpunkt darauf. Das ist auch der Unterschied zu sonstigen Methoden mit Teilzielen. Auch wenn sie erst einmal ähnlich daher kommen.
1. Formulieren Sie Ihr Ziel
Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Sie möchten jeden Tag Nordic Walking machen.
2. Spezifizierungen formulieren
Darüber schreiben Sie den Satz:
"Ich wüsste, dass ich Fortschritte mache, wenn....
und sammeln nun darunter - erst einmal kunterbunt- alles, was Ihnen an konkreten Symptomen einfällt, woran Sie erkennen, dass Sie etwas unternehmen, das Sie Ihrem Ziel näher bringt.
Und das ist der Unterschied zu Teil-Ziel-Listen:
Sie notieren nicht unbedingt Handlungsschritte und Aktionen, sondern eben "Symptome". Das können zwar auch konkrete Aktionen sein, aber es können auch innere Gefühle und Befindlichkeiten sein.
Und die Handlungen sind hier nicht als Vorsätze aufgeschrieben, sondern als Ergebnisse, an denen Sie Ihren Fortschritt sehen können.
Alles klar?
Beispiele:
- einmal in der Woche laufen
- Nordic Walking Stöcke kaufen
- XY nach guten Stöcken fragen
- ein Buch darüber kaufen
- mit jemandem verabreden, gemeinsam zu walken
- zweimal in der Woche
- Schuhe raussuchen
- gar nicht mehr drüber nachdenken, einfach losgehen
- dreimal in der Woche
- eine schöne Strecke auswählen
- unterschiedliche Strecken auswählen
- eine feste Pause im Arbeitsalltag dafür einplanen
- ein Buch darüber kaufen
- viel Spaß dabei haben
- in einem Internet- Forum darüber lesen
- mit einer Freundin darüber sprechen
- eine virtuelle Walk- Gemeinschaft gründen
- nachssehn, was es im Internet darüber gibt
- mich fit und gesund fühlen
- testen, ob es morgens oder abends leichter geht
usw.
3. Die Spezifizierungen nach Schwierigkeitsgrad ordnen
Nun schauen Sie sich Ihre Liste an und ordnen sie:
Das Leichteste kommt an den Anfang, das Schwierigste an das Ende.
Beispielsweise:
- XY nach Stöcken fragen
- Stöcke probeweise leihen
- einmal in der Woche laufen
- schöne Strecke auswählen
- mit Freundin über den Vorsatz reden
usw.
am Ende steht dann vielleicht
- gar nicht mehr drüber nachdenken
- mich fit und gesund fühlen
- jeden Tag laufen
Der Schwierigkeitsgrad ist natürlich sehr subjektiv, das kann nur jeder selbst entscheiden und gewichten.
4. Affirmationen zu jeder Spezifizierung entwickeln
Und hier geht das mentale Training überhaupt erst los- und das ist auch ein weiterer Unterschied zu anderen Zielübungen.
Sie nehmen sich die 1. Spezifizierung vor und entwickeln dazu eine Affirmation. (Dazu können Sie Montag hier mehr lesen)
Sie machen täglich eine Entspannungsübung und/oder Fantasiereise, an die Sie diese Affirmation am Ende anhängen, das bedeutet sie innerlich 10 mal sagen. So wird sie in Ihrem Unbewussten verankert.
Wenn Sie diese Spezifizierung dann im Alltag umgesetzt haben, dann machen Sie das Gleiche mit der nächsten usw.
Das hört sich sehr langwierig an. Meine Erfahrung ist aber, wenn ich dann am Ende der Woche auf meine Liste schaute, konnte ich meist schon mehrere Punkte abhaken- und nicht immer welche, die wirklich hintereinander standen.
Lassen Sie sich überraschen!
Lesen Sie Montag weiter zum Thema: "Lüge ich mir mit Affirmationen in die Tasche?" und Dienstag, wie Sie ihre eigenen Affirmationen entwickeln können, die zu Ihnen passen!
Freitag, 06-03-09 22:42
Ich "arbeite" schon seit fast 10 Jahren mit Affirmationen, einige habe ich in meinem Büro aufgehängt, so dass ich immer wieder hinsehe und erinnert werde. Affirmationen sind DIE Möglichkeit, meine Schalter im Unterbewusstsein umzulegen. Und es klappt, auch wenn es nicht leicht messbar ist, weil - zumindest bei mir - der Erfolg nicht sofort zu verzeichnen war und ist. Begonnen habe ich mit Affirmationen, als mir irgend jemand einmal ein Buch von Cathrin Ponder geschenkt hat (Titel vegessen), die sehr ausführlich und anhand von Beispielen über Affirmationen geschrieben hat. Mittlerweile habe sich dabei meine persönlichen "12 Gebote" heraus kristallisiert, die ich immer besser durch Affirmationen umsetzen kann und mir so teil meines Lebensstils geworden sind. Bin auf Ihre weiteren Berichte sehr gespannt.
Samstag, 07-03-09 12:14
Hallo Herr Lalk,
schön, dass Sie auch so gute Erfahrungen damit machen. Aufhängen ist noch eine weitere Variante, dazu werde ich später auch noch Beispiele bringen (ich klebe dazu immer noch ein passendes Bild auf).
Nächste Woche geht es mit dem Thema weiter, jetzt kommt erst mal die Wochenendunterhaltung (Geschichten aus der Sahara).
Herzliche Grüße
Zamyat M. Klein