Glücksbringer
Ungeplant, doch passend zum Thema, möchte ich vom gestrigen Abend berichten. Zu meinem Geburtstag im Dezember hatte ich eine Einladung zum Kabarett mit Dr. von Hirschhausen bekommen. Der Termin wurde dann aber auf den gestrigen Abend verschoben.
Ich hatte keine großen Erwartungen, war in letzter Zeit öfter leicht enttäuscht gewesen bei Anpreisungen über besonders witzige Filme beispielsweise.
Und war um so angenehmer überrascht von dem Abend "Glücksbringer-Kabarett".
Das ist schon mal der 1. Tipp für Glück: keine großen Erwartungen haben!
Angenehm war mir gleich, dass ich hier keinen pöbelnden kalauernden Typen traf, sondern einen fast verhaltend wirkenden Menschen, der uns aber dennoch gleich zum Kichern brachte.
Mit der sicher nachdenkenswerten Frage, warum wir Menschen uns Glücksbringer aussuchen, die möglichst selten sind. Wer findet im 21. Jahrhundert schon ein Hufeisen? Und warum ist ein Kleeblatt mir vier Blättern besser als eins mit drei?
Was mich vor allem aber überraschte: es war durchaus nicht nur Kabarett. (Damit wir uns nicht missverstehen: ich lache für mein Leben gern - und es gab auch viel zu lachen gestern).
Ich fand ja auch schon immer den Titel eines seiner früheren Büchern klasse: "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben". Nun ist also ganz frisch ein neues erschienen: "Glück kommt selten allein".
Doch ich fand es verblüffend, dass es viele be-sinnliche Momente gab, viele Anregungen zum Nachdenken. Vieles war mir vertraut, dennoch immer wieder schön, es zu hören. (Wir lieben es ja, wenn wir Vertrautem begegnen und einer Meinung sind :-).
Das Thema "Dankbarkeit" beispielsweise. Der Grundtenor, dass wir aktiv etwas für unser Glück tun können. Und sei es, einfach mal "still zu sein", wahrzunehmen oder zu lauschen. (Im Moment bieten sich beispielsweise die Züge der Wildgänse an, die ich seit einigen Tagen bzw. Abenden beobachten kann).
Aus Trainer- Sicht: hervorragend, wie er die 1000 Zuhörer ständig aktiv mit eingebunden hat- ohne Peinlichkeiten. Wir bedankten uns bei Nachbarn, standen auf, machten zum Schluss antidepressive Bewegungsübungen! Die sich dann auch noch- ein genialer Streich -als Eselsbrücke für seine Webseite entpuppten. So habe ich Marketing gerne.
Ein sympathischer, intelligenter und witziger Mensch. Da werde ich sicher noch mal hingehen, wenn er wieder nach Köln kommt.
Und wenn Sie ein wenig von seiner Lebensphilosophie mitbekommen möchten, dann lesen Sie doch die wirklich schöne Geschichte mit dem Pinguin, wo er- etwas kurzweiliger als Fredmund Malik nichts anderes empfiehlt: Stärken stärken statt die Schwächen zu schwächen. Und warum er vom Krankenhaus zur Bühne gegangen ist. Sie können dort aber auch "Doktorspiele" machen mit Testauflösung oder ein Memory zum Gedächtnistraining.
Und er hat tatsächlich eine Umleitung von "Rehhütte" auf "Hirschhausen":-)!!
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