Wie man an die Spitze kommt- Der Weg zum Erfolg
Wenn Sie jetzt 5-7 knackige Tipps erwarten, so nach dem Motto "Die 7 Schritte zum Erfolg", so muss ich Sie enttäuschen.
In der letzten "Wirtschaft und Weiterbildung" 02_09 las ich heute beim Frühstück einen interessanten Beitrag. Titel: "Erfolg= üben, üben, üben".
Das klingt erst einmal nicht so prickelnd, aber bei genauerer Lektüre erschien es mir duchaus einleuchtend und ich konnte es auch mit meiner Erfahrung in Deckung bringen.
Bei Musikern und vielleicht auch Sportlern leuchtet es vielleicht am ehesten ein. Neben Talent müssen Sie natürlich auch üben. Aber Untersuchungen ergaben ein sehr interessantes und konkretes Ergebnis:
Diejenigen, die wirklich an die Spitze gekommen waren, hatten insgesamt ca. 10.000 Stunden geübt - und das bedeutet konkret: in 10 Jahren von Freitag bis Montag täglich 4 Stunden üben!!!
Um weiter bei dem Beispiel der Musiker zu bleiben:
es zeigt deutlich, dass es nicht nur am Talent liegt. Es wurden Musiker untersucht, die alle mit 5 Jahren ein großes Talent hatten. Im Alter von acht Jahren begannen diejenigen, die als Studenten dann der Gruppe der "Besten" zugeordnet wurden damit, wesentlicher intensiver zu üben als die anderen.
Die zweite Gruppe, die wahrscheinlich Orchestermusiker würden, hatten ca. 8.000 Stunden geübt und diejenigen, die es nur zum Musiklehrer bringen würden 4.000 Stunden.
Nirgends fand Ericsson, der die Untersuchung an der Berliner Hochschule der Künste durchführte, Naturtalente, die mühelos das Spitzenniveau erreicht haben.
Selbst Mozart hat sein 1. Meisterwerk erst mit 21 Jahren komponiert, als er schon 10 Jahre das Komponieren mit Neuarrangements etc. geübt hatte.
Ebenso werden die Beatles als Beispiel herangezogen, die auch erst 9 Stunden täglich in einem Hamburger Nachtclub spielten - und damit übten.
Außer dem Üben kommen aber noch andere Faktoren hinzu, die auf dem Weg zur Spizte unerlässlich als Unterstützung sind.
*** Um so besessen üben zu können, muss man eben wirklich "besessen" sein, das heißt, Spaß daran haben, dafür brennen.
*** Man muss früh gefördert werden durch Programme und auch finanzielle Unterstützung (wenn man nicht die entsprechend reichen Eltern hat) durch Familie, Lehrer, Staat.
*** Ein kollegiales Netzwerk von Gleichgesinnten zur Unterstützung und Selbstreflexion ist ergänzend wichtig.
Diese und mehr Beispiele finden Sie in dem neuen Buch von Malcolm Gladwell: "Überflieger".
Zu ähnlichen Übungsstunden- Ergebnissen kommen auch die Autoren Ulrike und Peter Wollsching-Strobel in ihrem Buch "Die Leistungsformel" und der Sportpsychologe Frank Hänsel von der TU Darmstadt.
Es reicht aber nicht, nur hart zu arbeiten, sondern notwendig ist eine gezielte Entwicklung, "die zu einer fachlichen Leistungssteigerung und persönlicher Reife führt".
So kann man beispielsweise als Uniabsolvent das "Führen üben", indem man sich in Projekten engagiert, Verantwortung übernimmt und andere von den eigenen Ideen begeistert.
Begleitet von individuellen Lern- und Entwicklungsplänen können sich so Führungsqualitäten entwickeln - durch praktisches Tun.
Mittwoch, 18-02-09 09:09
Hallo Zamyat,
sehr interessant! Ich bin auch immer ganz ehrfürchtig und von den Socken, wenn Leute xx Stunden am Tag etwas üben.
Eine Sache will ich gerne ergänzen: Das Bewusstsein für die Dinge, die wir im Alltag so häufig machen (und damit auch üben) und darin dann auch erfolgreich oder bis zur Perfektion werden.
Bei mir ist das beispielsweise das 10-Finger-Schreiben: Ich tippe schon mein ganzes Leben, seit der Ausbildung, also zwanzig Jahre, jeden Tag stundenlang. In meiner Lehre als Anwaltsgehilfin und gleich darauf in der Verwaltung der Polizei habe ich sogar einige Jahre acht Stunden am Tag getippt. In der Angestelltentätigkeit war es dann weniger, aber immer noch steter Begleiter und seit ich selbstständig bin schreibe ich praktisch nur noch.
Diese Alltagsdinge sind genau wie die Beispiele oben. Wenn ich schreibe, bin ich so schnell, dass jeder, der mich sieht immer sagt: "Oooooh, Wahnsinn!" - Aber: ein Produkt jahrelanger, tagelanger, endloser Übung durch Tun. Und auch wenn ich damit keinen Preis gewinne, so ist es viel Zeit, eine schöne Bestätigung dessen, wie wirklich gut man werden kann - oft ohne es so richtig wahrzunehmen.
Einen schönen Tag
Gitte
Mittwoch, 18-02-09 19:51
Hallo Gitte,
ja klar, das gilt für alle Dinge, die wir regelmäßig tun- und damit eben einüben.
Wahrscheinlich haben die meisten Menschen Gebiete, wo sie es zu dieser Kunst gebracht haben und sind sich dessen nur gar nicht bewusst. Daher schön dieses Beispiel aus dem normalen Arbeitsalltag!
Leider nicht so schnell tippende
Zamyat