Blogbild
Foto Zamyat

Abenteuer Bundesbahn

Es gibt zwei Dinge, die ich an meinem Trainer- Dasein hasse - oder zumindest ausgesprochen lästig und anstrengend finde.

Das ist einmal das Reisen mit Zügen oder Auto (jedes davon hat seine eigenen Tücken und Hindernisse) und das Packen und Schleppen meines Seminarmaterials. Selber Schuld, dass ich so konsequent suggestopädisch arbeite mit vielen Requisiten und Material!

Aber jetzt soll es ums Reisen gehen.

Da war ich ja letzte Woche zu einem Seminar in München. Das war mir mit dem Auto zu weit und bei dem Wetter (=Schnee) noch zusätzlich zu anstrengend.
So beschloss ich mich noch einmal dem Abenteuer DB auszuliefern - und probierte gleich was Neues aus.

Mit dem Auto bis Siegburg - statt wie sonst erst mit dem Zug nach Köln und von da aus Richtung Süden. So hätte ich zumindest bei der Heimfahrt mindestens eine Stunde oder mehr gespart.

Am Abend vorher schneite es wie blöde- ich schaute schreckensstarr aus meinem Fenster. Wie sollte ich da morgens (im Dunkeln) den steilen Hügel runter rutschen? Rechts ein steiler Abhang und links ein Graben.

 

Doch der Himmel hatte ein Einsehen und am nächsten Morgen war es weitgehend getaut. Also schlich ich vorsichtig- halb nachtblind- nach Siegburg, wo ich dann inzwischen zumindest den Bahnhof finde. (Ansonsten verirre ich mich da auch mit Navi sehr gerne).

Ich war sehr viel früher gefahren als notwendig, so dass ich noch entspannt in eine Bahnhofsbuchhandlung humpeln konnte und so leider nicht umhin kam, noch zwei Bücher und eine Zeitschrift in den ohnehin schon vollgestopften Rucksack zu würgen.

Da ich noch mit Krücken laufe, hatte ich nicht nur die Mappe mit den Seminarpostern und Flipcharts und den Koffer mit dem Seminarmaterial, sondern auch meinen Privatkoffer vorausgeschickt.

Luxus pur! Nur ein kleiner Rucksack auf dem Rücken und eine Tasche umgehängt. Aber auch da schaffe ich, das so voll zu packen, das mich ein hilfsbereiter Mitreisender später fragte, ob ich Ziegelsteine im Rucksäck hätte. Ja immer- unsichtbare!

Denn meine größte Sorge: ich habe nicht genug zu lesen! Und da brauche ich einmal Fachlektüre und für müdere Zeiten Krimi oder Roman. Zu Schreiben natürlich auch was - wenn die guten Ideen kommen. Hunger und Durst bekommt der Mensch ja auch - und da ich lieber meinen eigenen Tee trinke, habe ich auch da eine Thermoskanne mit sowie eine große Tasse!

Nun also noch zwei neue Bücher und in Richtung Gleis.
Ah, der Zug fährt heute woanders ab, schön, dass ich das auf der Anschlagtafel lese.
So also zum Gleis 3. Da sagt kein Mensch irgendetwas an. Doch, es wird 4- 5 mal gesagt, dass ein anderer ICE 15 Minuten Verspätung hat. Von unserem kein Wort.

Inzwischen habe ich nämlich noch zwei Frauen kennen gelernt, die mit dem gleichen Zug fahren wollen. Die eine fragt sogar netterweise einen Bahnbeamten, wo denn wohl mein Abteil halten wird- da ich mit den Krücken nicht so schnell bin und auf dem Ersatz-Gleis ja kein passender Wagenstandsanzeiger ist.

Der Beamte gibt auch eine Auskunft- nur leider auf den "falschen"Zug bezogen.

Unser Zug war lange überfällig - kein Wort von irgendwem.
Meine Verbindung in Stuttgart hatte ich im Geist längt geknickt- würde ich also das Handy schwingen müssen, um meiner Verabredung in München mitzuteilen, dass ich später käme.

Nach 20 Minuten kam dann tatsächlich der Zug nach Stuttgart.
Hinter Mannheim teilte mir dann eine Schaffnerin mit, dass der Zug in Stuttgart auf der anderen Gleisseite warten würde - wunderbar. Auch hier geschehen also manchmal Wunder.

Nach meinem Aufenthalt in München (mit einem Kollegen essen, den ich über 20 Jahre nicht gesehen hatte) fuhr ich also weiter nach Unterhaching.
Dort wollte ich von der S-Bahn- Station aus dann mit dem Taxi zum Hotel.

Mit welchem Taxi? Weit und breit nichts- nur Schnee. Also Anruf im Hotel, dass sie mir ein Taxi bestellen - ja , das würde 5 Minuten dauern. Es waren mindestens 10 Minuten, gefühlte 15.
Völlig durchgefroren kam ich dann endlich nach vielen Stunden im Hotel an.

Das alles war also nicht besonders dramatisch - da habe ich schon ganz andere  Dinge erlebt. Und ich war ja auch ganz entspannt, da das Seminar erst am nächsten Tag anfing.

Aber ich merke zunehmend, vor allem aber auf der Heimfahrt nach einem kompletten Seminartag, dass es mich unsäglich anstrengt. Ich hänge da halb im Koma im Zug, kann nicht mehr sitzen, will nur noch nach Hause!!

Autofahren finde ich aber auch sehr anstrengend.
Nächsten Donnerstag geht es allerdings wieder los - 4-5 Stunden nach Thüringen, wo ich auf jeden Fall mit dem Auto fahren muss. Per Zug bedeutet das ca. 7 mal umsteigen und mindestens 8 Stunden Fahrtzeit -das kann es nicht sein.
Außerdem ist Hotel und Tagungshaus so weit auseinander, dass ich da ohne Auto kaum hin und her komme - und im Moment schon gar nicht.

Nun bete ich nur, dass es dann nicht schneit - sonst komme ich schreiend da an, wie ich meinem Kollegen vor Ort schon androhte - falls überhaupt.

Wie kommen Sie mit dem vielen Fahren zu und von Seminaren klar? Wie erleben Sie es? Welche Strategien haben Sie entwickelt?

3 Antworten “Abenteuer Bundesbahn”

  1. Gabriele Rother schrieb:

    Hallo Zamyat,

    wir kennen das Problem mit der Reiserei ja auch zu Genüge. Ich musste lachen, als ich das las mit den zwei Büchern etc etc... Das passiert uns auch immer wieder.
    Deswegen habe ich mir ein rollendes Büro zugelegt, also eine Tasche mit Rollen drunter, die auch als Handgepäck in den Flieger geht. Plus den zwei Büchern (inzwischen sind es meist nur noch eins, weil ich da sozusagen um die Hälfte konsequenter geworden bin! ;-))

    Wir fliegen meistens und kürzere Strecken wie Westerwald-Stuttgart etc fahren wir mit dem Leihwagen. Bahnfahrten sind immer abenteuerlich, da können wir auch einige Stories erzählen.
    Nachdem wir einige Versionen ausprobiert haben, sind wir bei den Alu-Koffern mit vier Rädern von Rimowa gelandet. Rollen superleicht - auch mal davon, wenn man nicht aufpasst...

    Eins habe ich jedenfalls aus der Vielschlepperei und "Ichmussallessimemrdabeihaben" gelernt: mit weniger geht es besser und es bleiben immer noch genug Dinge übrig, die Ge-wicht haben, wichtig sind...

    In diesem Sinne fröhliches Reisen
    und herzliche Grüße von der Insel
    Gabriele

  2. Gaby Krischel schrieb:

    Liebe Zamyat,
    größere Strecken (München, Berlin) fliege ich. Seminarmaterial wird dann im Kleinformat mitgenommen (wir sind ja kreativ). Da ich auch letztes Mal wieder von der Bahn verlassen wurde (Zug kam einfach nicht, keinerlei Durchsage oder Anzeige, und das am Flughafen Frankfurt!), habe ich wenig Lust, Bahn zu fahren.
    Also habe ich mir angewöhnt, das Autofahren positiv zu sehen - auch wenn ich mal im Stau stehe. Ich rede mir ein, ich fahre gern - sonst wäre es doch nur ätzend. Bei Orten, die bis zu 2 Stunden Fahrzeit weg sind, fahre ich ganz frühmorgens los. Es macht mir nichts aus, 1,5 oder gar 2 Stunden vor Seminarbeginn vor Ort zu sein (ist mir lieber, als im fremden Hotel zu übernachten). Vor Ort frühstücke ich in Ruhe mein mitgebrachtes Brot und Kaffee gibts irgendwo immer.
    Allzeit Gute Fahrt! Gaby

  3. Zamyat M. Klein schrieb:

    Liebe Gabriele, liebe Gaby-
    ja mit dem Fliegen muss ich mich auch mal schlauer machen...
    Diese Rimowa-Koffer sind ja auch nicht gerade preiswert. Was ist denn der Vorteil gegenüber einem Stoff-Trolley?? (Ist Alu nicht noch schwerer??)

    @ Gaby
    "Ich rede mir ein, ich fahre gern"- das passt ja gut zu meinem aktuellen Blog- Thema nächster Woche (Arbeit mit Affirmationen) :-).

    Und ich habe mir jetzt eine nette CD gekauft von Hirschhausen (über den Kabarettisten hatte ich hier auch berichtet), die höre ich mir dann kichernd bei meiner nächsten Fahr (morgen) an. Hörbücher sind mein neuer Versuch, mir das Autofahren schmackhafter zu machen.

    Liebe Grüße
    Zamyat

Nach oben

Hinterlasse eine Nachricht

Meine Informationen merken

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Nach oben

Letzte Einträge

Letzte Kommentare

Februar 2009
M D M D F S S
« Jan   Mär »
 1
020340506078
09101112131415
16171819202122
232425262728  

Archiv

Als RSS-Feed abonnieren:

Als RSS Feed abonnieren