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Foto Zamyat

Klagende Karawane

 

Auch die anderen Teilnehmer fanden die Karawane anstrengend...

Da die Sprechblasen leider wieder so schlecht lesbar sind, hier noch einmal von links oben nach unten:

- Ich bin müde
- Ich muss kotzen
- Ich habe Blasen
- Tragt euer Zelt alleine
- Au, mein Hintern
- Alle Knochen tun weh
- Meine Augen brennen
- keine Lust mehr

 

Nun ging es also endlich los- zwei Tage waren wir mit der Karawane unterwegs, bis wir am Brunnen und unserem Reatreat- Platz waren.

Ich persönlich hatte immer ein ziemliches Grausen vor der Karawanen- Zeit- nachdem meine ersten romantischen Vorstellungen, wie Lawrence von Arabien durch die Wüste zu reiten, durch die Erfahrungen der letzten Jahre vom Winde verweht waren. Ich fand es schlichtweg tierisch anstrengend.

Damals schon nicht mehr die Allerjüngste, mit immer wieder auftauchenden Knie- und Rückenproblemen, war es eine arge Plackerei. Denn die Wüste ist dort nicht so wie auf den Fotos meines tollen Karawanen- Kalenders. Dort ist eine flache Wüste mit endlosem Blick -das, was ich mit Wüste eben auch verband.

Sondern hier ging es Düne auf und ab. Das bedeutet, dass entweder ich ständig in den Sand einsank (was für die Knie äußerst anstrengend ist) oder eben das Kamel, auf dem ich saß. Entsprechend hing man mehr auf dem Kamel und klammerte sich irgendwo fest, als dass man stolz und edel darauf thronte.

Ich hatte mir immer einen Schal so um das Holzgestell gebunden, dass ich etwas zum Festhalten hatte - das gab mir ein wenig Sicherheit.

Die (Un-) Bequemlichkeit hing noch von etlichen anderen Dingen ab: wie groß und breit war das Kamel? Das hieß: entweder hingen die Beine einigermaßen herunter - oder man saß im halben Spagat da.
Wie und womit war das Kamel mit Gepäck beladen? Konnte man da mal sein Bein ablegen oder scheuerte einem permanent ein Sack oder Korb am Bein?

Oft hockte man oben auf all den Gepäckbergen und rutschte völlig haltlos hin und her.

Wie gesagt: geradeaus auf flachem Boden war das alles kein Problem. Da machte das Reiten sogar Spaß und man konnte den Eindruck der Wüste, die Landschaft und die Gerüche aufnehmen.
Und den Vogel hören, der wie ein Flötekessel pfeift, dabei immer weiter nach oben steigt, und plötzlich ganz steil nach unten stößt.

Dann wusste ich immer: Ich bin wieder da! Und war tief berührt und freute mich.

Doch so richtig genießen konnte ich persönlich die Wüste erst, wenn wir am Brunnen angekommen waren und unser Lager aufgeschlagen hatten.

Mir ging es ja in erster Linie darum, einfach in der Wüste zu sein. Ich hatte nie den Ehrgeiz oder das Bedürfnis, bestimmte Kilometer hinter mich zu bringen oder ein bestimmtes Gebiet zu erreichen.

 Geschichten aus der Sahara
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Ich als Kamelführer
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