Kommt doch alle mal her
Vor ein paar Tagen habe ich beherzt meine Entrümpelungsaktion wieder aufgegriffen, trotz Humpelfuß. Aber ich war vor einigen Wochen so im Schwung - und der Ehrgeiz hat mich wieder gepackt, es doch bis zum Jahresende zu schaffen. Das ist so schön symbolisch.
Einmal in einer komplett aufgeräumten (und frisch renovierten) Wohnung das Neue Jahr zu beginnen. Wow! Da kann es doch nur noch weiter aufwärts gehen.
Und so nahm ich auch die drei Ablagekörbchen vor, die ich eigentlich seit meinem Classei- System gar nicht mehr habe.... nur so mal zwischendurch ... und zack, waren sie voll.
Da stieß ich unter anderem auf einen Beitrag von Sabine Asgodom: Das Leben umarmen.
Sie schreibt, dass wir es oft so kompliziert machen und nicht mehr wie früher einfach mal ein paar Freunde einladen zu Pellkartoffeln und Quark oder einem großen Topf Nudeln oder jeder bringt was mit.
Dass es ja nicht um ein 5 Gänge Menü geht, sondern darum, nett zusammen zu sein.
Das kam für mich genau im richtigen Moment. Ich überlegte nämlich gerade, wie ich mich bei all meinen lieben Nachbarn bedanke für ihre große Hilfe (bei meinem gebrochenen Fuß). Und hatte überlegt, sie paarweise einzuladen, damit das mit dem Kochen nicht so stressig wird.
Der Artikel hat mich aber nun dazu gebracht, dass ich eine witzige Einladung mit Foto geschrieben habe und gleich im Dorf verteilt habe. Sollen doch alle kommen, mit Kind und Kegel, ich mache irgendwas in riesigen Töpfen - und dann wird es lustig! Warum so kompliziert?
Es geht ja in der Tat nur darum, dass wir zusammen sind und feiern und uns freuen - und verhungern wird dabei schon niemand.
Es geht um die Geste - und die werden sicher alle verstehen - inshallah!
Meine Nachbarn haben es im Übrigen schon vorgemacht:
vor einigen Tagen erhielt ich eine Einladung zum Glühwein- Trinken. 20:30 Uhr gegenüber vor der Garage.
Da konnte ich auch hinhumpeln. Und sie hatten mir sogar einen Stuhl hingestellt. Die Kinder versorgten das Feuer, jeder brachte einen Becher mit - und viele Nachbarn gesellten sich zu uns.
Einer mit 85 Jahren, vor zwei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen, ebenso der Vater von nebenan mit Babyphon, meine Nachbarin mit Kindern, die immer für mich einkauft, eine der ältesten Dorfbewohnerinnen und ganz neu hinzugezogene. Bei 13 Häusern kann da schon was zusammen kommen.
Nach ein- bis zwei Stunden frösteln machten wir uns dann wieder auf den Heimweg- 5 Schritte- wie praktisch.
Einfach, unkompliziert und doch total nett! Es geht also.
Nun brötschel ich doch schon seit gestern hier herum, schleppe Stühle in die Küche und weiß nicht, wie ich heute Abend alle unterbringe - und wer überhaupt kommt. Krankheiten, Trennungen, Besuche... alle möglichen Widrigkeiten können den Besuch verhindern.
Und habe ich überhaupt genug gekocht? Ich bin es nicht gewöhnt, in solchen Dimensionen zu kochen, da fehlt mir jegliches Augenmaß. Muss ich meiner Lieblingsköchin aus meinem Lieblingskochbuch vertrauen: Barbara Böttner: Wenn Gäste kommen (Alles Gerichte, die man am Tag vorher machen kann, damit man auch mitfeiern kann), dass es für 10 reicht- und ich habe einfach noch ein bisschen mehr genommen... :-)
Samstag, 03-01-09 13:42
ja, zamyat, wie super ist das denn !!!!!
hättste was gesacht, hätt ich dir beim einkaufen und kochen geholfen... ich liiiiebe es, solche mengen zu produzieren ;-).das wird bestimmt ein toller abend. enjoy in joy ! wir grüßen aus tussidorf sarah & zoo
Sonntag, 04-01-09 09:43
So, geschafft! Die Küche brechend voll, zum Glück habe ich einen Tisch, den man ausziehen kann, die drei Minis (1-2 Jahre, die kleinste meine Lieblings-Maus) eröffneten die neue Kreativ- Filiale und lagen malend auf dem Bauch,nachdem auch sie munter gegessen haben (die Hälfte unter dem Tisch), die Erwachsenen mampften (es hat allen gut geschmeckt!! Köstlicher Lammtopf, Reis und Salat und ein irrsinnig leckerer Nachtisch, der alle Vorsätze zunichte machte), alle redeten durcheinander und ich bin nun völlig groggy! Von all dem Stühle schleppen (geht ja nur mit einer Hand die Treppen rauf, mit der anderen muss ich mich noch am Geländer festhalten), aufräumen, spülen - aber fein war es!
Heute kriegt mein Vater die Reste (wenn mich nicht plötzliche Schneefälle davon abhalten, dorthin zu fahren).
Aber das nächste Mal mache ich es wirklich etwas "schlichter" wie in besagtem Artikel - einen Topf mit Nudeln und fertig!!