Nun habe ich auch Pareto kapiert
Forts. 3, Ferriss: Die 4 Stunden- Woche
Noch was grundsätzliches zum Buch: Es ist locker und herzerfrischend geschrieben und für mich als Kinästhetin gibt es auch viele konkrete Beispiele.
Das brauche ich, um es zu kapieren und damit es mich auch emotional packt, ich es mir wirklich vorstellen kann.
So habe ich auch zum ersten Mal wirklich das berühmte Pareto- Prinzip kapiert, obwohl ich es seit Jahren in meinen Zeitmanagement- Seminaren vorstelle.
In Kombination mit dem Parkinson’schen Gesetz, das ich – ohne den Namen zu kennen- auch schon erlebt und angewendet habe.
Pareto hat er am Beispiel seiner Kunden erläutert.
Er verkauft Nahrungsergänzungmittel und hat beispielsweise 120 Kunden. Nach seiner 20:80 Analyse stellt er fest: den größten Gewinn macht er mit 8 großen Kunden (wovon zwei sehr schwierig und nervend sind – dazu später mehr). Die meiste Zeit verbringt er aber damit, den restlichen Kleinkunden hinterher zu jagen, aufwändige Schriftwechsel und Telefonate mit ihnen zu führen etc.
Das führt zu der klaren Entscheidung, keine Zeit mehr in die 118 Kleinkunden zu investieren (wenn sie per Fax bestellen, ist das ok), sondern lieber noch 3 neue Großkunden zu suchen, mit denen die Arbeit problemlos ist.
Das konnte ich direkt auf meine Arbeit übertragen.
Vor allem auch andere seiner Erfahrungen: die nervigsten, schwierigsten und zeitintensivsten Kunden bringen am wenigsten. Das hatte ich auch einige Male erlebt und seitdem war ich da auch sensibilisiert.
Ebenso das Parkinson’sche Gesetz: eine Arbeit nimmt sich die Zeit, die ich ihr gebe. Wenn ich von vorneherein zwei Stunden als Limit setze, schaffe ich es auch in zwei Stunden.
Das war mir vor allem in Seminaren aufgefallen, wo ich in den früheren 5-tägigen Seminaren einen Tag für konkrete Ausarbeitung von Unterrichts- oder Seminarsequenzen hatte. Später war es nur noch ein halber Tag, manchmal auch nur 3 Stunden.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen waren nicht entscheidend anders. Manche hatte in drei Stunden ebenso tolle Materialien erstellt wie andere an einem Tag. Die hatten sich dann eben mehr Zeit genommen für „Erfahrungsaustausch“ und waren das ganze ruhiger angegangen (freundlich formuliert).
Dass ich dieses Prinzip auch auf meine tägliche Arbeit anwenden kann, war mir bislang nicht so bewusst.
Lediglich im Zusammenhang mit meinem Experiment „Ein freier Tag in der Woche“ war mir ähnliches aufgefallen. Wenn ich wusste, morgen ist mein freier Tag, habe ich es am Tag davor viel besser geschafft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Welche Kunden oder Aufträge sind Ihre 20%, die 80% des Gewinns und Erfolgs bringen?
Welche Arbeiten können Sie zeitlich limitieren?
Dienstag, 04-11-08 15:36
Liebe Zamyat,
ich danke Dir herzlich für diesen Beitrag! Es mag vielleicht komisch klingen aber bisher haben wir keine tiefgehende Analyse unserer "20%-Kunden" gemacht. Wir haben es schon immer eher "intuitiv" gewusst, aber nie richtig analysiert. Und heute habe ich, angeregt von Deinem Beitrag, mir von dem EDV-System einen Bericht erstellen lassen (so einfach!)und dabei ist doch Einiges an Überraschungen rausgekommen.
Also, danke noch einmal!
Liebe Grüsse aus Plovdiv,
Dienstag, 04-11-08 18:53
Liebe Svetla,
das freut mich, dass es auch bei dir durch das Beispiel "geschnackelt" hat. Aber wie hast du den Bericht erstellen lassen? Kannst du mir ja auch per Mail schicken.
Danke auf für deine Mail zu dem Brainstorming für one in Gruppen. Ich werde es später hier veröffentlichen, wenn die anderen Beitragsreihen fertig sind (wird sonst zu unübersichtlich). Also erst den DGSL-Kongress fertig, dann Ferris - und dann wieder einzelne Beiträge, wie deine Tipps.
Noch mal herzlichen Dank dafür, habe gerade ein Training in einer Firma, wo ich das morgen gerade brauchen kann. Perfektes Timing! :-)
Liebe Grüße (im Moment aus Nürnberg)
Zamyat