Blogbild
Foto Zamyat

Weniger arbeiten

Forts.1, Ferriss: Die 4 Stunden- Woche 
letzter Beitrag: "Will ich nur noch 4 Stunden arbeiten?" vom 25.10.

Bei Freiberuflern, denen die Arbeit Spaß macht, die zudem viel Befriedigung und Anerkennung aus ihrer Arbeit ziehen, ist die die Gefahr groß, dass sie zu viel arbeiten.

Gerade Solo- Unternehmern fällt es oft auch schwer, Aufgaben zu delegieren und abzugeben. So verbringen sie viel kostbare Zeit nicht nur mit der Arbeit an der Weiterentwicklung ihres Unternehmens, sondern werden von Bergen von E-Mails, Telefonaten und Rechnungen erschlagen.

Hier gibt Ferris hervorragende und auch sehr radikale Tipps, um das zu gewinnen, was das Wertvollste ist: Zeit.

Diese Tipps umzusetzen erfordert Disziplin und Mut.

Gerade gab es wieder in einem anderen Blog Kommentare zum Thema: E-Mails morgens als erstes abrufen oder mit einer wesentlichen Aufgabe beginnen. Und E- Mails nur zweimal am Tag abrufen, oder dauernd zwischendurch.

E-Mails sind der größte Zeitfresser überhaupt. Und es ist tausendmal erwiesen, dass ständige Unterbrechungen sehr viel mehr Zeit fressen, als nur die tatsächlichen Minuten, die man mit der E-Mail verbringt. Sondern es braucht immer mehr Zeit, sich wieder neu in das Thema einzudenken und die alte Konzentration wieder herzustellen.

All die Vorwände, warum man doch als erstes die E-Mails checken muss, sind nicht wirklich relevant. Es geht kein Millionenjob verloren, wenn ich erst um 10:30 Uhr meine Mails lese.
Es ist die reine Neugier, der merkwürdige Drang zur Ablenkung, auch eine Art Selbstsabotage. Denn es macht mir selbst durchaus mehr Spaß, wenn ich erst einmal in meiner geistig fittesten Zeit ungestört mit einem wichtigen Thema befasse. Ich arbeit gerne am Stück an einer Sache, sei es an einer Seminarplanung oder dem Schreiben eines Kapitels für ein neues Buch.

Ferriss ist da absolut radikal: er ruft seine E-Mails einmal in der Woche ab. Allerdings hat er eben auch ein gut funktionierendes System von Mitarbeitern (outsourcing), die Vieles erledigen.

Mit dem Telefon geht er ähnlich rigoros um. Er bespricht den Anrufbeantworter, dass er um 12 und um 16 Uhr seinen AB abhört und dann zurück ruft, wenn die Anrufer eine Nachricht hinterlassen. Noch besser sollten sie aber eine E-Mail schicken.

Und wenn es wirklich dringend ist, sollen sie auf dem Handy anrufen. Das würden die Leute dann schon auch ernsthaft prüfen, ob es wirklich nicht zwei Stunden warten kann, ehe sie das machen.

Ich selbst habe schon diverse Dinge ausprobiert – und es scheiterte nur an meiner Inkonsequenz und nicht daran, dass ich dadurch Verluste erlitten hätte oder Ärger mit Kunden gehabt hätte.

Daher will ich es wieder einführen:

Morgens von 8 – 10:30 das Telefon leise stellen mit der Ansage, dass ich telefonisch direkt erreichbar bin von 10:30 – 12:00 Uhr. Oder sie eben eine Nachricht hinterlassen, damit ich zurück rufen kann. Den Hinweis auf die E-Mail finde ich auch nicht verkehrt, das spart meistens sehr viel Zeit.

Und in dieser Zeit eben auch nicht die E-Mails checke, sondern auch erst ab 11 Uhr- und nachmittags noch einmal.

Ich erlebe es ja hier in der Türkei, das es absolut ausreichend ist, einmal abends die E-Mails zu lesen. In der Vergangenheit war ich selbst diesem Geschwindigkeitswahn aufgesessen und ganz ungeduldig, wenn ich nicht in zwei Stunden eine Antwort bekam. Bei manchen Kunden oder Kooperationspartnern habe ich mich allerdings daran gewöhnt, dass es mal einen oder zwei Tage dauert.

Wie handhaben Sie das mit Ihren E-Mails und Anrufen?

1 Antwort “Weniger arbeiten”

  1. Ingrid Meyer-Legrand schrieb:

    Liebe Zamyat, tja.. das ist bei mir gar nicht so eindeutig. Einerseits arbeite ich auch gern morgens ungestört und andererseits liebe ich auch die Ablenkung. Und gerade las ich in der neuen Ausgabe der "Managerseminare", dass kreative Leute die Abwechslung, die Störung etc. b r a u c h e n, um kreativ zu sein. Wenn ich stundenlang in absoluter Ruhe verbringe, fällt mir häufig nix mehr ein. Dann schaue ich mir gern die E-Mails an, beantworte sie dann sogar. Das gibt mir häufig wieder neue Energie.
    Ansonsten finde ich den Ferriss interessant, weil der einen anderen Umgang mit Arbeit vorschlägt. Bei jeder Arbeit sollte man sich fragen, ob man nichts Besseres mit seiner Lebenszeit vorhat. Ob man vielleicht nur arbeitet um der Arbeit willen und das Leben an seinem Bürofenster vorbei ziehen sieht.
    Auf jeden Fall eine schöne Auseinandersetzung, die Du hier führst.
    Herzliche Grüße
    Ingrid

Nach oben

Hinterlasse eine Nachricht

Meine Informationen merken

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Nach oben

Letzte Einträge

Letzte Kommentare

Oktober 2008
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 10203405
06070809101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Archiv

Als RSS-Feed abonnieren:

Als RSS Feed abonnieren