Kreatives Zeitungsflipchart und türkische Desorganisation
10.10.2008 5. Seminartag
Überblick über den Seminar- Tag
** Chinesischer Morgengruß
** Brainstorming for one
** Fantasiereise
** Lebensmandala
** Die Feuer von Chimära- dann doch nicht
Persönliche Einstimmung in den Tag
Heute habe ich es schon um 6:40 Uhr geschafft, mit meiner Tasse Earl Grey und meinen Yogadecken zum Meer zu kommen. Noch 10 Minuten eher und ich habe „meine Zeit“ erreicht, an der ich da sein möchte. Denn dann ist das Morgenrot am schönsten und intensivsten.
Danach verblasst es – und erst dann kommen die meisten zum Strand, um den eigentlichen Sonnenaufgang über dem Meer zu sehen.
Nicht, dass ich verschlafen hätte. Ich bin wieder mal seit 5 Uhr wach und habe schon einen Workshop geplant, der gleich nach der Türkei- Reise folgt.
Vor allem hatte ich aber eine kreative Idee für die Hauptübung, die wir heute machen (siehe unter „Brainstorming for one“).
Nach dem Morgenhimmel- Schauen und Tee trinken breite ich meine Decken aus: zuunterst mein bunter Poncho, der mich seit endlosen Jahren durch die Welt begleitet, darüber ein Badelaken, denn morgens ist der Sand noch kühl und manchmal auch feucht.
Nun habe ich bis 8 Uhr Zeit, meine Yogaübungen zu machen.
Einstieg in den Seminartag
Nach Yoga und Brokat- Übungen gibt es heute den Chinesischen Morgengruß. (Nachzulesen auf meiner Webseite). An dieser netten Übung mag ich auch, dass sie sich wunderbar mit jedem Seminarthema in Verbindung bringen lässt.
Sie finden auf meiner Webseite auch dazu ein Beispiel zum Thema "Zeitmanagement".
Brainstorming for one
Dann haben wir fast den ganzen Vormittag Zeit für meine zweite Lieblingsübung (neben Walt Disney). Auch sie ist wieder geeignet für größere und vor allem wichtige Projekte und Themen, für Planungen und Ideenfindung.
Eigentlich hatten die Teilnehmer dazu unterschiedliche Themen gesammelt. Als wir sie noch einmal kurz durchsprechen, entscheiden sich aber alle für das gleiche Thema (wenn auch mit leicht unterschiedlichen Gewichtungen).
Verkürzt kann man das Thema so formulieren:
„Wie kann ich weniger arbeiten und gleichzeitig mehr Geld verdienen?“
Ich denke, wenn ich hier die Lösung veröffentliche, kann ich mich beim nächsten Seminar vor Teilnehmern nicht mehr retten.
Denn ich vermute mal, dass das Thema fast jeden interessiert, auch wenn die wenigsten wagen, es so unverblümt zu äußern.
Ein Aspekt des Themas sind zusätzliche Ideen, wie man als Trainerin Geld verdienen kann außer nur über direkte Investition von Zeit. Denn die ist natürlich beschränkt. Ich kann nicht unbegrenzt Seminare und Coaching machen.
Daher geht es darum, noch andere Geschäftsideen zu entwickeln, wie beispielsweise Informations-Produkte anzubieten. Da kann man Geld verdienen unabhängig davon ob man gerade krank oder in Urlaub ist, da keine direkte Anwesenheit erforderlich ist.
Die Methode können Sie in meinem Buch "Kreative Geister wecken" nachlesen.
Nach der ersten Sammlung der Ideen auf kleine Zettel, dem Mischen und neue Ideen kreieren kommt am Ende die Phase, bei der die Zettelchen geclustert und normalerweise auf ein Flipchart geklebt werden. Nun habe ich aber keine Flipcharts mitgeschleppt.
Und hier kommt meine frühmorgendliche Idee zum Einsatz. Ich habe an der Rezeption einige alte Zeitungen organisiert und diese zusammen geklebt. Und schon bekommt jeder ein Flipchart zur individuellen Gestaltung.
Beim anschließenden Austausch sind die Teilnehmerinnen auch wieder ganz begeistert von dieser Methode. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich alleine auch so viel Spaß haben könnte und auf so viele Ideen komme!" meinte eine. Auch die anderen waren überrascht über die Fülle der Ideen.
"Ich hatte vorher gedacht, dass das clustern und strukturieren schwierig sei, aber das ging Ruck Zuck."
Genuss in der Mittagspause
Heute gönne ich mir einen besonderen Luxus. Wenige Schritte von meinem Zimmer entfernt habe ich gestern eine Massage- Ecke entdeckt. Vor einigen Tagen sind zwei Yoga- Gruppen hier eingefallen (von uns „Heuschrecken“ tituliert), die nur in Horden auftreten und an den unmöglichsten Stellen Yoga machen. Vorzugsweise morgens rund um den Pool, wo wir dann regelmäßig durchlatschen müssen, um zum Frühstück zu kommen.
Ich finde das etwas merkwürdig bis exhibitionistisch, wobei mir klar ist, dass ihnen um die Uhrzeit die Wiese offensichtlich zu nass ist. Andere Gruppen haben aber immer am Strand Yoga gemacht, wie ich es früher beobachtet habe.
Aber eine der „Heuschrecken“ bietet also Massage an und ich buche eine Stunde in der Mittagspause. Es ist ein wahrer Genuss, leider reist sie am Sonntag ab, sonst würde ich es mir nächste Woche noch einmal gönnen.
Fantasiereise zur Problemlösung
Nach dem Mittagspause verzichte ich auf eine Aktivierung, da wir endlich die Fantasiereise machen wollen, die ich seit Tagen in Petto habe. Die Teilnehmerinnen verteilen sich in meinem Zimmer, wo ich mit einem MP3 Player und kleinen Lautsprechern zur Fantasiereise Entspannungsmusik laufen lassen kann.
Lebensmandala
Am Strand schauen wir uns dann die weiteren Lebensmandalas an. Heute kommen gleich zwei neue Kreise hinzu, da es gestern ausgefallen ist.
Ein Kreis: die Fähigkeiten und Stärken – oder auch Qualitäten, die die Teilnehmerinnen haben. Dabei sollen sie schauen, wie diese Qualitäten in der Vergangenheit gewirkt haben, wie sie sich in der Gegenwart zeigen und was sie diesbezüglich für die Zukunft wünschen.
Der nächste Kreis: wichtige Menschen, die sie auf ihrer Lebensreise begleitet haben.
Die Feuer von Chimära
Am Nachmittag wollten wir dann nach Chimära, und die Feuer besichtigen, die dort aus den Felsen kommen. Seit dem ersten Tag habe ich regelmäßig dem Chef des Hotels gesagt, dass er bitte dafür ein Auto organisiert. Die Standartantwort „Kein Problem“ macht mich von Anfang an aber auch misstrauisch.
Wie es dann auch ist. Niemand da.
Als ich den armen Kellner beknie, seinen Chef anzurufen, meint er nach dem Telefonat: der sei sehr busy. Aber der Koch würde uns hinfahren.Der macht kein glückliches Gesicht, ist wahrscheinlich mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt. Zudem hören wir ihn dann vergeblich den Anlasser betätigen.
In der Zwischenzeit fragt uns der Knabe, wie wir denn zurück kämen. Na, mit ihnen. Nein, das geht nicht, dann ist der Koch voll im Einsatz. Na wunderbar!
So beschließen wir, diesen Ausflug sein zu lassen, denn dort übernachten wollen wir eigentlich nicht. Zumal ich für abends ein Essen in einer anderen Pension bestellt habe. Wir sind vor einigen Tagen abends dort vorbei gegangen und ich habe gefragt, ob wir heute zum Essen kommen können. Ich selbst kann zwar abends außer Suppe nichts essen, aber ich habe gehört, dass Mevlüt ausgezeichnet kocht.
Nun bin ich leicht besorgt, ob wir da vielleicht Ähnliches erleben und er es vergessen hat.
Doch nein, der Tisch ist gedeckt und es werden unendlich viele Gänge des köstlichsten Essens serviert. Ich bekomme sogar diverse Kräutertees aus frischem Salbei und sonst was für meinen armen Magen. Und Kartoffelpüree! Der Himmel!
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