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Mittagsschlaf auch im Training?

Mittagsschlaf in Seminaren

Der Wunsch, auch in Seminaren einen Mittagsschlaf zu halten, birgt natürlich noch viel größere und andere Herausforderungen als zu Hause.

Das ist einmal die Zeit: in vielen Seminaren wird sofort nach dem gemeinsamen Mittagessen weiter gearbeitet - für mich ein Grauen.

Denn es ist nicht einfach eine Macke von mir, sondern eine Erfahrung, dass sich mein Gehirn und meine Zunge verknoten, wenn ich da so non- stop durchpowern soll.

Wir Trainer sind ja in einer anderen Situation als die Teilnehmer. Die können sich zwischendurch jederzeit ausklinken, ohne dass es weiter auffällt.

Aber wir stehen vorne auf der Bühne und sind ununterbrochen präsent. Auf 150 und Adrenalin bis zum Anschlag. So lange ich da agiere, spüre ich auch keinerlei Müdigkeit. Aber dann...

Wenn ich dann eben eine Pause mache (wie mittags) oder nach dem Seminar, merke ich, dass ich zwischendurch die Batterie auch wieder aufladen muss.

Da ich keine Maschine bin (und selbst die werden gewartet), muss ich eben dafür sorgen, dass ich mit meinen Kräften haushalte.

Vor allem möchte ich auch, dass meine Teilnehmer das Optimale bekommen. Das können sie nicht, wenn ich halb im Suppen-Koma hänge.

Daher habe ich auch hier einiges an Strategien entwickelt.

Die Pausenzeiten

Das Schwierigste und Nervigste ist es immer. mit den Teilnehmern Pausenzeiten auszuhandeln, in denen ich die Möglichkeit habe, wenigstens kurz einmal abzuhängen.
Sie sind ja die Teilnehmer , die vielleicht einmal im Jahr ein Seminar besuchen - und kapieren nicht immer, dass es für mich aber Alltag ist und es Zeiten gibt, wo ich jede Woche Training habe. Da kann ich nicht in einem permanenten Ausnahmezustand leben.

Das war für mich auch das Schwerste: dazu zu stehen und zu sagen "Ich brauche das!" Natürlich hängt das auch von der Seminarlänge ab. Wenn es nur ein Ein- Tages Training ist, dann habe ich da auch meine Skrupel.

Vor allem wenn Teilnehmer nicht auch im Hotel wohnen, möchten sie gerne die Pausen kürzen und dafür vorher aufhören.
Wie ich das hasse!
Sind die hier um was zu lernen oder es möglichst schnell hinter sich zu bringen? Da ich früher oft Seminar zum Theme "Lernen" gab und ja auch heute zum "Lehren" kann ich da immer gut argumentieren, dass Lernen nicht so funktioniert.

Denn auch Lernprozesse brauchen Pausen, damit sich das Gelernte einordnen und setzen kann.
Aber was sind solche Argumente gegen subjektive Bedürfnisse?

Wo schlafen?

Die zweite Schwierigkeit ist, wo ich denn meinen Kurz- Mittagsschlaf halte. Wenn ich im gleichen Hotel schlafe, wo das Seminar stattfindet, ist das natürlich kein Problem.
Aber nicht immer sind Tagungshaus und Hotel identisch. Oder ich schlafe zu Hause oder...

Daher habe ich immer, wenn ich mit dem Auto fahre, zwei Decken dabei. Dann lege ich eine auf den Boden, die andere über mich. In einer Ecke des Seminarraums oder in einen kleinen Gruppenraum.

Ich habe aber auch schon in einem Kosmetiksessel (Ausbildung für Friseure) gelegen oder auf einem Schrank in einem Flur!

Dabei half mir immer die Erinnerung an meine 10 Reisen in die Sahara, wo ich mich mittags in der Gluthitze um irgenwelche winzigen Sträucher kringelte, um ein Minimum an Schatten abzubekommen. Auf Wurzeln, Steinen und Ziegenkötteln, bedeckt nur mit dem Chech (Turban), um die Fliegen abzuhalten.

Wenn das möglich war, dann kann ich auch mal auf dem Boden liegen...Hauptsache ich liege für 10 Minuten.

Ich habe dann das Gefühl, dass ich einmal kurz alles loslassen kann, jeden Knochen und Muskel - was ich im Sitzen nicht kann. Und es gleicht dann auch eher einem Kurzkoma als einem Nickerchen.

Frage an Sie:

Wie und wo organisieren Sie sich einen Mittagsschlaf im Seminar?
Teilen Sie uns Ihre Tipps und Tricks mit.

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