Spaß mit Power Point!
Einige Schlaglichter von den Petersberger Trainertagen in der Rückschau
Gestern Abend kam ich dann doch leicht erschöpft nach Hause – so viele Anregungen, Eindrücke, Kontakte, Aktivitäten! Und gleichzeitig aufgekratzt und voller neuer Ideen und ganz konkreter Vorhaben.
Vor allem aber mit dem Erleben: ich habe mal wieder einen meiner alten Glaubenssätze über Bord werfen und dazu lernen können. Vorträge – sogar mit Power Point- können sogar mir Spaß machen!! Unter bestimmten Voraussetzungen.
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Meine Erwartung, inhaltlich Neues zu lernen, war nicht sehr groß – ich ging vor allem dorthin, weil mir der ganze Rahmen ausgesprochen gut gefällt und ich das Treffen als Netzwerkmöglichkeit mit Kollegen sehe.
Doch ich wurde mehrfach positiv überrascht!
Bislang habe ich auf Veranstaltungen Vorträge gemieden, vor allem Power Point Vorträge- und habe schon mehrfach dagegen geschrieben. In meinen Seminaren über Kreative Seminarmethoden und Kreativitätstechniken werden sie auch weiterhin keinen Eingang finden.
Aber ich habe erleben können: es geht auch anders! Auch ich kann dabei lernen und Spaß haben.
Wieso haben mir einige Vorträge wider Erwarten doch was gebracht?
Woran lag das wohl?
Wenn ich mir die Vorträge konkret anschaue, bei denen ich nicht dezent den Saal verlassen habe, dann lag es daran:
*** der Redner/ die Rednerin hat nicht eine Folie nach den anderen aufgelegt und vorgelesen und erläutert, sondern Sie haben einen höchst interessanten Vortrag gehalten – und ab und zu – als zusätzliches Hilfsmittel mal etwas auf PP präsentiert (nicht umgekehrt). Manchmal sogar mit kleinen Filmen oder witzigen Bildern oder Zitaten.
Es waren Zusatzimpulse, nicht das Hauptgerüst.
*** Bei einem Vortrag war es anders: da stand viel Information auf den Folien (und so schnell konnte ich leider nicht mitschreiben) – aber der Inhalt betraf mich direkt und interessierte mich brennend. Da konnte ich über die methodische Schwäche hinwegsehen und mich zumindest für 70 Minuten auf die Inhalte konzentrieren. Unter anderen, weil ich sofort einen Transfer für mich herstellte und notierte.
Power Point nur als „Pflichtübung“?
Die Vorträge, die mir Spaß gemacht haben und bei denen ich gleichzeitig etwas gelernt habe, hatten gemeinsam:
*** Die Redner wären auch prima ohne PP ausgekommen! Ich konnte ihnen gut zuhören, da sie spannend und humorvoll erzählten. Mit Bildern in ihrer Sprache malten, Beispiele erzählten.
(Daher kommt mir der Verdacht: sie meinten vielleicht, dass man bei einer solchen Veranstaltung Power Point braucht- und haben deshalb brav im Hintergrund einige Folien aufgelegt – ohne sie wirklich zu brauchen).
*** Bei einigen war es gar kein Vortrag, sondern ein Workshop. Die Teilnehmer wurden einbezogen und aktiv. Konnten konkrete Erfahrungen sofort selber machen. Sich austauschen.
*** Die Redner hatten „Unterhaltungswert“.
Lothar Seiwert hat inzwischen Zauberkunststückchen in sein Repertoire aufgenommen, die immer wieder für Überraschungseffekte und Gelächter sorgten. Obwohl ich die Inhalte aus seinen Büchern kannte, habe ich mich nicht gelangweilt, sondern amüsiert.
Und da Stress für mich gerade ein aktuelles Thema ist, schadete es auch nichts, Bekannte Dinge noch einige Male eindringlich zu hören: „Fangen Sie mit Veränderung an, bevor es kracht und richtig weh tut.“
Es war also ein persönlicher Bezug zum Thema da.
Sabine Hess bringt die Teilnehmer sofort in einen persönlichen Bezug zum Thema. Abstraktes wird an konkreten kleinen Übungen festgemacht. Eine Geschichte, die emotional berührt wird eingestreut. Konkrete kleine Rollenspiele bringen Leben und Erkenntnis in die übervolle Bude.
Und keine PP, nur Flipcharts – und lebendiger Vortrag.
Das absolute Highlight war Bernhard Wolff, „Think-Theatre“, der auch total auf PP im Hintergrund hätte verzichten können.
Denn er machte „Theater“, er unterhielt, amüsierte – und brachte uns gleichzeitig auch noch jede Menge bei. Gedächtnistricks (ich habe mich früher jahrelang mit Gedächtnistraining und Lerntechniken befasst) und das Thema Kreativität verband er zu einer höchst spannenden Darbietung voller Überraschungen, Gags und Informationen.
Davon werde ich sofort einige Anregungen in meinem Kreativitätsseminar nächste Woche aufgreifen.
So macht Lernen wirklich Spaß!!!
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