Im Urlaub ist alles ganz anders?- Gewohnheiten und Rituale
Mai 09, 2013
Warum fahren wir in Urlaub?
Die Motive sind ganz unterschiedlich. Die einen wollen sich erholen, die anderen einmal etwas anderes sehen und Abwechslung in ihr Leben bringen. Natürlich kann auch beides miteinander kombiniert werden.
Manche Mensche brauchen immer wieder neue Urlaubsziele und finden es langweilig, zwei Mal an den gleichen Ort zu fahren.
Ich wiederum genieße es seit Jahren hier an diesen Ort zu fahren, den ich als kleines Paradies erlebe.
Ist das nicht langweilig?
Nein, für mich überhaupt nicht. Gerade die Mischung von Bekanntem und Neuem macht für mich den besonderen Reiz aus.
Vertrautes
Dass ich mich hier auskenne, viele Menschen kenne, weiß, wo ich lecker essen gehen kann- all das macht mir die Entspannung leichter. Ich kann sofort vom ersten Tag an loslegen mit Urlaub, muss mich nicht erst orientieren, wo was ist. Das verschafft mir Sicherheit, zumal ich meist alleine reise.
Fremdes
Gleichzeitig macht ein groß Teil des Urlaubsgefühls die Tatsache aus, dass es hier eben vollkommen anders als zu Hause ist. Staubige Wege statt asphaltierter Straßen, alles sehr einfach, das ganze Leben findet draußen statt und der Umgang miteinander ist ein sehr anderer. Der Lebensrhythmus ist ebenfalls verschieden. Wenn man das alles mit zu Hause vergleichen würde, käme sicher nicht bei allen was positives raus. "Mein Gott, ist das primtiv!" könnte da mancher sagen. Und es gibt sicher viele Touristen, die hier die Nase rümpfen würden und lieber in All Inclusive Ghettos ihre Zeit verbringen, wo alles so ist wie zu Hause.
Andere Wahrnehmung
Ich erlebe bei mir immer, dass ich solche Filter hier schlagartig verliere. Oder
auch früher bei meinen Wüsten-Tripps. Da fiel es mir überhaupt nicht auf, dass die Beduinen zerschlissene und fleckige Klamotten trugen. Das war irgendwie völlig normal. Zu Hause wäre mir das sofort aufgefallen.
Und so lege ich hier auch ganz andere Maßstäbe an bzw. habe einfach automatisch eine andere Wahrnehmung.
Mir drängt sich daher der Gedanke auf:
Vielleicht hilft so eine Distanz, eine Reise in ein fremdes Land auch, sich wirklich mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. So dass Kleidung und Ausstattung keine Rolle spielen. Sondern die menschlichen Begegnungen, die schöne Landschaft, das angehme Wetter und wie ich mich hier fühle. Nämlich meist entspannt, ohne Termindruck oder Pflichentkalender im Kopf (obwohl man das auch im Urlaub prima hinkriegen kann). Mir es auch gestatte, mal einen Tag wie heute einfach zu "verplempern", also nicht mal das mache, was ich selbst sonst unter "Urlaub machen" verstehe. Einfach in der Hängematte schaukele, mal ein bisschen lese, dann einfach ungeplant durch den Ort laufe, Bekannte treffe, zum Tee eingeladen werde, wieder zurück trotte, ein bisschen lese und ein bisschen e-Mails checke.
Also weder richtig am Strand verbringe noch wandere noch...
Ich denke, das macht vor allem längerfristig die Erholung aus. Sich aus gedanklichen Zwängen zu befreien, von inneren Programmen, was wie zu sein hat. Ob im Außen oder im eigenen Verhalten.
Da scheine ich schon auf einem guten Weg zu sein.
Den restlichen Mai verbringe ich in der Türkei, mit gemischtem Programm.
Das alles aber in einer traumhaften Umgebung, immer in der Natur und in einem anderen Rhythmus.
Vielleicht finden Sie die Frage schon seltsam. Ich erkläre Ihnen, wieso ich darauf komme.
Frühling hat für mich etwas von Neuanfang und Aufbruch. Ich gehe wieder mehr aus dem Haus, habe diese Woche auch wieder meinen Vorsatz hervorgekramt, jeden Mittag walken zu gehen.
Im Winter fällt es mir schwer, eine Runde zu walken. Aber nun, bei diesem Wetter und wo ich die nächsten Wochen mit Online-Seminaren im Home Office verbringe, steht dem nichts mehr im Wege. Nur ich selbst.
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