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Vorfreude ist die schönste Freude?

April 18, 2012

Sie kennen sicher auch diesen Spruch. Was löst er in Ihnen aus? Wie ist das bei Ihnen?

 

Ich würde ihn vielleicht umwandeln: Vorfreude ist auch eine wichtige Freude- oder so ähnlich.

 

Meine Gedanken dazu:

 

Die Zukunft färbt ganz offensichtlich auf die Gegenwart ab.

Wenn ich ein erstrebenswertes Ziel vor Augen habe oder eben etwas, worauf ich mich freue (wie beispielsweise meinen Türkei-Urlaub in 3 Wochen), so hat das Einfuss auf meine momentane Verfassung.

 

Ganz verkrampft im Hier und Jetzt

 

Leider funktioniert das mit negativen Erwartungen und  Befürchtungen genau so. Prüfungsangst zum Beispiel beinflusst auch schon das Lernen und die Verfassung des Lerners vor der Prüfung und macht das Lernen unproduktiver und schwieriger. Was natürlich dann auch für die Prüfung selbst ungünstig ist.

 

Daher propagieren ja viele Lehren das „Hier und Jetzt“, auch um solche Ängste zu lindern. (Etwas kurz gefasst :-).

 

Vorfreude prallt auf Zukunft

 

Aber wie ist es mit der Vor-Freude? Warum soll ich mir diese nicht gönnen? Und führt das wirklich automatisch dazu, dass ich nicht im Hier und Jetzt lebe?

 

Was mir aber an dem Spruch nicht gefällt: er impliziert, dass das eigentlich Ereignis dann gar nicht mehr schön und erfüllend ist.

Weil womöglich die Erwartungen zu hoch waren? Oder einfach anders? Oder...???

 

Ich bin durchaus eine Vertreterin der Bestrebung, achtsam im Augenblick zu leben und auch das zu genießen und wertzuschätzen, was jetzt da ist. Aber ich sehe da keinen Widerspruch zur Vorfreude. Denn auch diese findet ja hier und jetzt statt, wenn auch mit Gedanken und Bildern an die Zukunft.

Da ich schon oft in diesem idyllischen türkischen Dorf war, sind das auch sehr konkrete Bilder.

 

Hinzu kommt, dass Menschen natürlich unterschiedlich reagieren können, wenn sie dann in der vor-erfreuten Situation sind. Sicher wird manches anders sein, als vorgestellt- aber so what? Es ist eben „anders“. Nicht schöner, nicht schlechter, sondern anders.

Und wenn man eben mit einer Haltung lebt: „Da lasse ich mich doch mal überraschen und schaue, was das Leben mir zu bieten hat“, dann sind solche anderen Realitäten auch keine Bedrohung oder Enttäuschung, sondern eine Erweiterung.

 

Der Weisheit letzter Schluss

 

Zum Abschluss dieses kleinen Gedankenspiels noch ein Zitat aus meinem geliebten Büchlein „BewusstseinsErheiterung“ von Marco Aldinger:

 

Die Vergangenheit bedrückt mich.

Die Zukunft macht mir Angst.

In der Zwischenzeit geht es mir gut.

 

In diesem Sinne- achtsame und vorfreudige Tage wünsche ich Ihnen.

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