Timleline etwas anders- mein Leben und Vergänglichkeit im Blick
Dezember 11, 2009Ursprünglich kenne ich den Begriff "Timeline" aus dem NLP.
Dann begegnete er mir wieder bei der Lektüre meines ersten Buchs über Twitter: Zeitleiste/ Time Line. Hiermit ist die Startseite gemeint, die sich als erstes für mich öffnet und wo ich die letzten 20 Tweets derjenige sehen kann, denen ich folge.
Lebens-Timeline zum Geburtstag
Hier möchte ich Ihnen nun eine ganz andere Variante vorstellen. In Vorbereitung meines 60. Geburstags kam ich auf diese Idee. 60 scheint mir wohl ein besonderes Alter zu sein, 2/3 meiner Lebenszeit sind wahrscheinlich rum. Meine Mutter starb dieses Jahr mit 91 Jahren, mein Vater ist auch schon 90. Daher meine Zeitrechnung.
So kommt das Thema Vergänglichkeit und Zeit zwangsläufig in mein Bewusstsein und das Bedürfnis, auch hier "Ordnung zu schaffen", nicht nur in meinem Büro.
Hinzu kommt, dass ich ein sehr schlechtes Gedächtnis habe, was Jahreszahlen und Ereignisse in meinem Leben angeht.
Nun spüre ich das Bedürfnis, mir hier auch mal einen Überblick zu verschaffen, auch wenn sich ein Leben nicht alleine in Jahreszahlen und Ereignissen ausdrückt. Aber sie bilden den Rahmen, das Gerüst, das ich dann mit Leben füllen kann.
Mein Plan:
ich gestalte Flipcharts im Querformat , ein Flipchart umfasst jeweils ein Jahrzehnt. Diese werde ich wie ein Leparello zusammenfalten und bei Bedarf an Regalen oder Wänden entlang aufhängen.
In die linke Spalte kommen Symbole für Wohnung (ich bin 13 mal umgezogen), darunter für Studium und Beruf, eins für Ausbildungen und besonders wichtige Fortbildungen, wo war ich wann in Urlaub, Beziehungen etc.
Für jedes Jahr gibt es eine senkrechte Spalte, wo ich Stichworte hinter die entsprechenden Symbole schreibe. Obendrüber klebe ich ein Foto aus der Zeit.
Gefühle und Erkenntnisse
Ich bin noch nicht ganz fertig damit, doch schon in der Vorbereitung geschieht eine ganze Menge. Allein all die alten Fotos von frühester Kindheit bis heute anzuschauen, alte Freunde wieder zu treffen, Orte und Länder wieder zu sehen, Fotos von Menschen, die nicht mehr leben.
Das löst eine Menge an Gefühlen und Erinnerungen aus.
Vergessenes taucht wieder an die Oberfläche, ich könnte manchmal weinen und lachen.
Und immer wieder bin ich verblüfft, wie reich mein Leben war und ist, reich an Ereignissen und Begegnungen und Möglichkeiten.
Wo ich überall schon war, was ich schon alles gemacht habe, wie viel unglaublich nette und interessante Menschen ich kennengelernt habe. Das reicht eigentlich für mehrere Leben.
Das Thema "Vergänglichkeit" wird natürlich am deutlichsten an den eigenen Fotos. So ein süßes Kind war ich einmal. So ein klapperdürres linkisches Mädchen. So ein flotter Teenager. Mensch, war ich mal hübsch. Und dünn!
Mein Leben lang hatte ich darunter gelitten, zu dünn zu sein- und dann, ab 40, zack, da nahm ich fröhlich zu, ohne es lange überhaupt zu bemerken, da das innere Bild von "zu dünn" so festgeschweißt war.
An diesem Beispiel auch wieder merkend:
das ist ja alles so was von unwichtig. Ganz andere Dinge waren und sind in meinem Leben wesentlich und bedeutungsvoll. Meine innere Entwicklung und meine Begegnungen, mein Wachstum, Scheitern und wieder Aufstehen. Ständiges dazu lernen.
Eben das ganz normale Leben.
Und die alles entscheidende Frage ist natürlich: was bleibt?
Zukunftspläne
Ich bin sicher, dass ich in den 30 Jahren meines Trainerdaseins doch so manchen Impuls setzen konnte, Menschen begleiten und inspirieren, ihnen Mut machen und Freude wecken. Mit meinen Büchern, CD- ROM und sogar einem Film bleibt noch länger etwas von mir in dieser Welt. Das sind sozusagen meine Kinder, die ich hinterlasse.
Aber nun habe ich erst einmal -inshallah- noch die nächsten 30 Jahre zu bewältigen, um weiter zu lernen und weitere Impulse zu setzen.
Gerade schreibe ich an einem Werk über Suggestopädie, das mir ganz besonders am Herzen liegt und viel von dem beinhaltet, was der Kern meiner langjährigen Arbeit ist, die Essenz sozusagen.
Gleichzeitig eine Reihe mit 7 CD- ROM zu "Kreativen Seminarmethoden", was wohl auch so eine Art "Gesamtwerk" wird. Die ersten zwei sind gerade erschienen.
Vor allem habe ich aber wieder einmal ganz neue Pläne und Projekte im Sinn, die ich im neuen Jahr starten möchte. Ganz neu meine Online- Akademie und dann die Seminare in der Türkei, die thematisch etwas erweitert werden.
Den Rest verrate ich noch nicht, werden Sie aber frühzeitig hier im Blog erfahren.
Von Rückzug und Rente ist also noch nichts in Sicht, sondern wieder einmal eine Art Neu-Anfang. Das liebe ich!