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Wann und wo schreibe ich am besten? und Kundenvergraulung

Mai 13, 2009

So ein Arbeits-Urlaub hat es ja in sich- eigentlich müsste es auch Urlaubs-Arbeit heißen. Denn der Urlaub sollte an erster Stelle sein.

Doch wann und wo schreibe ich an meinem Buch?

Zu Hause ist das alles ganz klar: ich bin ein totaler Morgenmensch und arbeite morgens am konzentriertesten und besten.

Doch hier in der Türkei bin ich auch am liebsten morgens am Strand. Die erste Zeit bin ich oft ganz alleine da, das Meer ist oft seidig glatt, es ist wunderbar ruhig und noch nicht so heiß.




Diese Zeit liebe ich am meisten, daher eile ich immer sofort nach dem Frühstück auf meinen Liegestuhl, mit Bergen von Büchern.

Ja- und mittags muss ich dann was essen und natürlich meinen hier schon viel beschriebenen Mittagsschlaf halten. Somit wäre es schon Nachmittag.

Bisher habe ich also immer nachmittags geschrieben, das Laptop an die Steckdose in den Vorgarten meiner Pension gesteckt.
Doch so richtig glücklich war ich damit nicht. Hier unter rankenden Wein und Sonnenschutz ist es mir etwas zu kalt und ich habe auch nicht so das richtige Urlaubsfeeling.

Dazu gehört der weite Blick aufs Meer oder zumindest in die Natur.

Heute habe ich dann experimentiert. Am späten Vormittag in eins der Strandlokale gesetzt und mit Blick aufs Meer getippt. Ser nett- geht aber nur, so lange die Batterie reicht. Wenn ich an die Steckdose muss, heißt das, weiter nach innen in die dunkle Gruft- da mag ich nicht sitzen.

Nachmittags habe ich sogar kurz auf dem Liegestuhl getippt, bis die Batterie endgültig dahin ging. Und bekam sogar plötzlich W-Lan Verbindung. Doch das ist für das Buchschreiben eher ungünstig, dann schaue ich doch mal eben in die Mails oder treibe mich sonst wo im Internet rum.

Wobei ich gestern  beschlossen habe: außer ca. alle zwei Tage einen Blogbeitrag verabschiede ich mich für die Urlaubszeit aus allen Foren und Netzwerken und beantworte keine E-Mails. Sonst kann ich ja gleich zu Hause in meinem Büro bleiben.

Inzwischen habe ich offensichtlich die optimale Lösung gefunden, doch dazu musste ich "fremd gehen". Hier sind ja alle eifersüchtig darauf bedacht, die Touristen in ihre Lokale zu locken und zu Stammkunden zu machen.

Wobei Bernd Röthlingshöfer den Ausdruck "Kundenbindung" blöd findet (sehr nett zu lesen)- und hier erlebe ich dann auch manchmal das blanke Gegenteil, nämlich Kundenvergraulung.
Ich will sie hier nicht mit den Intrigen und Gerüchten langweilen, mit denen ich mich gleich zu Anfang herumschlagen musste.
Aber danach fiel es mir nicht schwer, mit der alten Gewohnheit zu brechen, auf die immer gleichen Liegen zu gehen, die zu einem bestimmten Restaurant gehören und zum Nachbarn zu wechseln. Wo ich dann eben auch trinke und esse- Pech gehabt!

Aber vor allem komfortabler arbeiten kann. Hier gibt es auch eine Steckdose an den Tischen mit Meeresblick, die Tische sind niedriger und ein Kellner besorgt mir auch noch Kissen, damit ich höher sitzen kann. Überhaupt sind die Mitarbeiter hier sehr viel freundlicher, warum mich also nebenan länger rumärgern?

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