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Methoden, Anregungen und Tipps für Trainer, Coaches & Co

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24. Juni - 04. August 2013,
Einfache Tipps & schnelle Tricks für schöne Flipcharts
14.08. – 02.10.2013 ,,

Adressverwaltung und mehr

April 30, 2009

Nun ist es soweit, dass ich mal etwas genauer über mein neues Adressverwaltungs- System berichten kann, über eine Software für ein Kundenmanagement- System Cobra Adress PLUS.

Das habe ich mir vor einiger Zeit von Rainer Willmanns einrichten lassen und letzte Woche war ich zu einer weiteren Aktualisierung bei ihm. Da ich in der Zwischenzeit schon eine Weile damit gearbeitet hatte, konnte ich nun noch konkretere Dinge fragen und lernen.

Wie kam es dazu, dass ich mir dieses kostspielige System zugelegt habe?

1    Als erstes habe ich das System bei einer Telefonkonferenz kennen gelernt, die Frau Birkner durchgeführt hat. Herr Willmanns war als Referent dort und hat uns parallel zur Telefonkonferenz auf dem Bildschirm die Funktionen dieser Software vorgeführt. Da habe ich mich schon darin verliebt.

Das war aber absolut wichtig: hätte ich das nicht konkret gesehen, wie das Teil aussieht und was man alles damit machen kann, hätte ein Vortrag darüber niemals ausgereicht. Dazu bin ich zu sehr visuell und vor allem Kinästhet.

Erst durch die ganz konkreten Beispiele habe ich eine Ahnung davon bekommen, was das System alles kann.

2     Nachdem ich dann mit mir gerungen habe, ob ich es mir denn finanziell leisten kann - oder ob ich es mir nicht leisten kann, weiter so eine chaotische Kundenverwaltung zu haben - haben wir einen Termin abgemacht.

Als erstes für einen Projekttag, an dem wir genau durchgesprochen haben, was mein Unternehmen braucht. Es ist also keine starre Software mit diesen und jenen Möglichkeiten, sondern das Programm wird individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten und danach eingerichtet.

3    Im nächsten Schritt wurde dann die Software entsprechend eingerichtet und auf meinem PC bzw. Laptop installiert. Am gleichen Tag bekam ich dann auch eine Einweisung in die Handhabung der verschiedenen Tools.

Wie ich oben schon schrieb: Vieles erschließt sich erst in der realen Benutzung. So habe ich noch geändert und ergänzt, anderes brachte ich nicht. Die meisten Dinge konnte ich aber einfach selbst ergänzen oder austauschen.
Viele Fragen, die erst einmal auftauchten, hat mir die geduldige und kompetente Frau Hilgemeier oder Herr Willmanns telefonisch  oder per E-Mail beantwortet, so dass ich nach und nach immer besser damit umgehen kann.

Es gibt die tägliche Möglichkeit, telefonisch oder per Mail Support zu bekommen (Anwenderhotline täglich 8-18 Uhr, Sa nach Vereinbarung).

Einige Beispiele, was man damit alles machen kann

1. Ist es natürlich eine Adressverwaltung, bei der ich blitzschnell nach Namen oder Firma oder welchem Kriterium auch sonst eine Adresse finden kann.

2. Unter jeder Adresse kann ich eine Kontakthistorie anlegen: alle Telefonate und Treffen, sämtliche E-Mails. Das macht meinen Outlook - Eingang wunderbar leer und übersichtlich. Das war für mich erst mal der größte Gewinn.

3. Ich kann mit einem Klick zu jeder Adresse einen Brief oder eine Rechnung erstellen oder Etiketten ausdrucken. Da ich viele Bücher versende, ist das sehr praktisch.
Dass wir uns richtig verstehen: ich klicke beim entsprechenden Kunden nur auf ein Icon - und zapp öffnet sich die Rechnung mit der ausgefüllten Adresse etc. Natürlich muss ich noch Produkt und Preis eintragen.

4. Als Trainerin habe ich mir noch einrichten lassen:

- eine Seminarverwaltung, wo ich alle Seminare eintrage, wer sich angemeldet hat usw. und kann über "Recherche" beispielsweise die aktuelle Liste ansehen.

 5. Hinzu kommen noch Stichworte, die ich zu jedem Kontakt notieren kann und auch über Recherche sofort alle passenden Namen finden.

Es gibt natürlich noch unendlich viel mehr an Möglichkeiten und Funktionen, aber das gibt Ihnen vielleicht einen ersten kleinen Einblick.

Schön finde ich beispielsweise auch, dass ich jedem Kontakt ein bestimmtes Symbol zuordnen kann, dass ich auf der Übersicht sofort sehen kann. Kleine Bildchen am Anfang, die mir zeigen, ob es sich um einen Firmen- oder Trainer-Kontakt handelt, eine Dienstleistung oder Privat etc.

Also, ich werde mich jedenfalls weiter dort einarbeiten (dazu gibt es schließlich ein Handbuch) und mich von weiteren Hilfen und Tricks überraschen lassen, die meinen Verwaltungsteil erheblich erleichtern.

Lerntypen- Analyse über Twitter?

April 29, 2009

Nun beginne ich auch zu „zwitschern“.

Schon länger habe ich immer wieder von Twitter gelesen. Bestimmt schon vor über einem Jahr im  Forum der Textinen, habe damals auch kurz mal nachgeschaut und nachgefragt, aber so richtig erschloss sich mir der Sinn noch nicht.

Wie oft war meine 1. Reaktion erst einmal Abwehr oder zumindest Skepsis. „Schon wieder was Neues. Was soll das?“ Wieder Zeit und Arbeit investieren, um mich darin einzuarbeiten. Ich war doch schon so stolz, dass ich regelmäßig blogge- was für viele meiner Trainerkollegen immer noch Neuland ist.

Vor kurzem las ich dann wieder einen Beitrag über Twitter von Monika Birkner, die auch begonnen hatte zu twittern. Über Sinn und Nutzen erfuhr ich aber auch noch nicht so viel, da sie auch gerade erst begonnen hatte es zu testen.

Einige Tage später gab sie dann den Tipp für das Twitter- Buch. Das war’s! Sofort bestellte ich das Buch als E-Book, damit ich es sofort runterladen und lesen konnte.

Lerntypen

Da ich mich in meinem neuen Buch über Suggestopädie intensiv mit Lerntypen befasse, fiel mir sofort auf, dass ich hier wie ein visueller Lerner vorgehe. Ich arbeite erst das Buch über Twitter durch und mache mich dann an die Praxis.

Beim Blog war es aber genau anders herum. Da habe ich erst einmal gleich losgelegt und mir bei der Einrichtung des Blogs Hilfe von anderen Bloggern geholt. Danach erst habe ich einen Online- Workshop zum Thema Weblog gemacht und es verfeinert und ausgebaut. Das war der kinästhetische Ansatz.

Ich muss gestehen, ich bin immer noch  beziehungsweise wieder damit beschäftigt, meinen Lerntyp zu analysieren.

Klar ist, dass wir alle Mischformen sind. Niemand ist nur visuelle oder nur auditiv.

In einem Seminar bei Michael Grinder lernte ich, dass unter Stress unser Ursprungskanal deutlich wird. Das äußerst sich bei Kinästheten beispielsweise dadurch, dass sie sich stoßen oder etwas herunterschmeißen. Da fand ich mich sofort wieder und Michael outete mich vor 50 Teilnehmern als Kinästhetin.

Doch ich habe auch immer schon sehr starke visuelle Anteile gehabt. Von Kindheit an verschlinge ich täglich dicke Bücher (Kinästheten beschränken sich auf „Bilderbücher“ mit großer Schrift), schreibe ebenfalls von Kindheit an Tagebücher und Buchentwürfe, ich liebe es zu planen, schreibe täglich Mind Maps und Listen und bin sehr strukturiert. Alles visuelle Merkmale.

Visuelle sind sehr ordentlich, Kinästheten chaotisch. Diese beiden prallen bei mir ständig aufeinander. Ich brauche Ordnung, um mich wohlzufühlen und im Büro, um mich besser konzentrieren zu können. Der Kinästhet in mir schlägt aber immer wieder durch und schafft es in drei Minuten, alles wieder über den Haufen zu werfen (wörtlich).

Beispiel Gebrauchsanweisung

Typisch lässt sich der Unterschied am Umgang mit Gebrauchsanweisungen zeigen. Der Visuelle liest erst einmal die Gebrauchsanweisung und folgt ihr Schritt für Schritt.

Der Kinästhet probiert einfach rum und aus.

Beim Lernen

Auch beim Lernen erlebe ich bei mir beides. Ich muss bei einem Seminar alles aufschreiben (als Teilnehmerin), in Mind Maps, mit bunten Farben, sonst verstehe und behalte ich nichts. Nur zuhören reicht absolut nicht. (Wobei auch Auditive nicht nur durch Zuhören lernen, sondern vor allem selber über die Inhalte sprechen müssen).

Aber ich behalte und „begreife“ Dinge auch am besten, wenn ich sie selbst mache. (Kinästetisch). Beispielsweise Seminarspiele. Wenn ich sie einmal selbst erlebt habe und kurz darauf selbst zwei bis drei mal in meinen Seminaren eingesetzt habe, sind sie fester Bestandteil meines Repertoires. Dann genügt mir später ein Stichwort auf dem Seminarplan und ich weiß, wie es geht.

Also- ein immer noch spannendes Thema, mit dem ich mich in den nächsten Wochen beim Buch- Schreiben noch intensiv auseinandersetzen werde.

So arbeite ich mich in Twitter ein

April 28, 2009

Endlich passt es wieder einmal zusammen: Ein freies Wochenende und das Wetter! So kann ich bei zartem Sonnenschein auf dem Balkon frühstücken und anschließend noch einmal einen „Krea- Morgen“ auf dem Balkon genießen.

Eine zeitlang habe ich jeden Sonntagmorgen für einen „Krea- Morgen“ genutzt. Dabei habe ich entweder ein Thema mit einer Kreativitätstechnik ausgearbeitet wie der Walt Disney Strategie und mir dafür eben ein- bis drei Stunden Zeit genommen, die ich mir im normalen Alltag nicht nehme. So eine intensive Arbeit an einem Thema macht mir riesigen Spaß, ungestört von Telefon oder anderem gerate ich dann gerne in einen „Kreativ- Rausch“ oder auch Flow- Zustand.

Diesmal nehme ich einen dicken Ordner mit auf den Balkon in dem ich das E-Book „Twitter“ von Nicole Simon und Nicolaus Bernhardt abgeheftet habe.

Schlagartig bin ich entzückt und der gleiche Mechanismus geht los. Ich notiere sofort tausend Ideen, die mir gleich von Anfang an dazu kommen. Was Twitter ist, wie ich es nutzen kann, was mich daran reizt. Und wie es kreativen Menschen eigen ist (*hüstel*) fallen mir auch noch völlig andere Dinge ein, die ich schlichtweg genial finde (*doppel-hüstel*) und mich begeistern.

Das ist ja ein Element von Kreativität und Innovation: zwei Dinge zusammen bringen und denken, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

So sehe ich hier plötzlich Elemente, die ich in meinem Buch über Suggestopädie einbauen kann, an dem ich gerade schreibe. Twitter hat suggestopädische Elemente- obwohl es wohl kein Twitterer weiß!

Ich hatte ohnehin vor, ein Kapitel über Online- Training einzubauen. Wie kann man auch online suggestopädisch arbeiten und trainieren? Das erscheint erst einmal als Widerspruch, da ein Element der Suggestopädie Spiele und Bewegung ist.

Aber hier begegne ich Beispielen für das Element „Identitätswechsel“ – grandios. Mehr will ich darüber an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

Eine andere Assoziations- Verbindung entsteht zum Thema „Lerntypen“, auch ein Kapitel meines Buches. Dazu können Sie morgen mehr lesen.

 

Nachbarschaftshilfe

April 27, 2009

Schon öfter habe ich begeistert von meinem Dorf mit seinen 13 Häusern berichtet, meiner Traumwohnung in wunderschöner Lage, Weitblick über Wiesen und Felder aus jedem meiner Fenster und den netten Nachbarn und Kindern, besonders "die Maus".

Samstag wurde meine Begeisterung wieder einmal verstärkt.

Schon am Tag vorher hatte ich erfahren, dass viele meiner Nachbarn an diesem Tag den Garten von Frau S. machen wollten. Frau S. ist 82 Jahre alt und lebt alleine, seit ihr Sohn vor kurzer Zeit gestorben ist.

Und so zogen morgens alle Männer an meinem Fenster vorbei, die Kinder im Schlepptau und gruben den Garten um, harkten und plätteten und säten Rasen. Herr G. vorne im Bild ist übrigens auch schon über 80!

Abends trafen sich dann alle zum Grillen.

So etwas ist sicher relativ selten heutzutage- ich habe es mehr aus anderen Kulturen und Ländern gehört, dass sich da alle zusammen schließen und erst dem einen bei der Ernte helfen und dann dem andern. Oder beim Hausbau.

Hier sehe ich das Gleiche wieder. An den letzten Wochenenden halfen einige bei meinem Nachbarn im Garten, heute bei Frau S.
Als ich meinen Fuß gebrochen hatte, haben mir auch viele geholfen mit Einkaufen und zum Arzt fahren.

Ich finde es ein großes Geschenk hier leben zu dürfen. Vor allem ist alles so unkompliziert.
Wenn jemand mit Hund oder Kind vorbei kommt und ich denke, dass ich mal eine Pause vom PC brauche, reiße ich das Fenster auf und wir halten ein Schwätzchen.

Oder ich gehe mal eben vor die Haustür und so nach und nach sind plötzlich etliche mit Kind und Kegel versammelt, sitzen auf unserem Mäuerchen, unterhalten sich und die drei Minis spielen zusammen.

Und wenn ich weiterarbeiten will, gehe ich wieder rein.

Manchmal begnüge ich mich auch nur mit einem Winken, aber es ist schön, wenn man als Solo-Unternehmerin so doch auch Kontakt mit der Welt draußen hat.

So saßen wir auch gestern Abend dort- mit einer Kiste Brezeln, die übrig waren und so entstand dann auch der Plan, am 1. Mai direkt vor meiner Haustür zu feiern: Einstand meiner neuen Vermieter, Geburtstag von Herrn G. nachfeiern oder einfach den Mai!

Ich sitze dann schon fast auf gepackten Koffern, bevor es für drei Wochen in die Türkei geht. *Jubel* oder auf Arabisch: "Al Hamdulillah!"

Meditation in der Sahara

April 25, 2009

 

Meditation in der Sahara

Nun ging also endlich das eigentliche Retreat los...

Jeder suchte sich nicht nur einen individuellen Schlafplatz- weit von den anderen entfernt, sondern auch einen Meditationsplatz.

Bei manchen war das identisch, andere wollten tagsüber weiter hinaus, aber alle suchten einen Platz, wo zumindest ein kleiner Strauch in der Nähe war. Denn den ganzen Tag in der prallen Sonne zu sitzen, hätte die Erleuchtung nicht unbedingt näher gebracht.

Da das Retreat im Schweigen verlief, sollten die Teilnehmer auch keinen Kontakt miteinander haben. Sie trafen sich nur gemeinsam zu den Mahlzeiten, die die Beduinen an eine vereinbarte Stelle brachten und dort von den Teilnehmern abgeholt wurden:

Ansonsten führte jeder aber individuell seine Übungen durch, möglichst ohne Sicht- und Hörkontakt mit den anderen, da manche Übungen gesprochen oder getönt werden.

Tagesablauf

Wir begannen morgens um 6:30 Uhr mit einer gemeinsamen Frühmeditation im Stile des ZaZen, das heißt, dass wir schweigend in einer Reihe auf einer Düne saßen bei Sonnenaufgang.
Dann war es noch sehr kalt und wir waren alle froh über unsere Burnusse, in die wir eingewickelt waren.

Anschließend  schweigendes Frühstück und dann zog jeder an seinen Meditationsplatz.

Zum Mittagessen und Abendessen war ebenso gemeinsames Treffen vor unserem Zelt (so konnte man mittags im Schatten essen).

Abends gab es dann wieder eine gemeinsame Meditation, den traditionellen Sufi- Dhikr unterm Sternenhimmel.

Einzel- Retreat

Als Retreatguide traf ich mich jeden Tag mit jedem Teilnehmer zu einer fest vereinbarten Zeit. Dort setzten wir uns gegenüber und meditierten gemeinsam zur Einstimmung.
Dies war die einzige Situation, in der die Teilnehmer sprechen "durften", manche verkehrten auch mit mir nur per Zettelnotizen:

Ich fragte, wie sie mit den Übungen des Vortages klar gekommen sind und gab ihnen (nach der Meditation) die nächsten Übungen.

Das ist der Teil, der etwas geheimnisvoll ist. Die Übungen werden individuell gegeben nach dem, was bei dieser Face to Face Meditation in mir an Themen und Übungen auftaucht. Ich hatte selbst lange Mühe, dieser Art von "Intuition" zu trauen, auch wenn ich eine jahrelange Ausbildung gemacht hatte.
Einzig die Erfahrung zeigte mir, dass es offensichtlich passend war.

Zumal sich mit der Zeit mein eigener Stil herausbildete. Ich gab nicht nur klassische Sufi-Meditationsübungen (Wazifa), sondern es stiegen Verse, Texte, Gedichte, Gebete in mir auf, die ich notierte und den Retreatants mitgab.
Und oft kam dann die Rückmeldung, dass ich ins Schwarze getroffen habe und genau ein Thema angesprochen habe, mit denen sie sich gerade herumschlugen.

Denn so ein Retreat ist kein Pappenstil. Die Retreatants durchlaufen zum Teil sehr tiefe Reinigungs- und Klärungsprozesse. Durch die weite und fremde Umgebung und das Schweigen wurde das natürlich enorm verstärkt. Aber auch sehr erleichtert. Mitten im Alltagsgetümmel kann man sich solchen Prozessen nicht hingeben und ausliefern.

Ich habe selber einige Retreats gemacht. Es kann dabei sehr schmerzhafte Phasen geben und sehr beglückende. Oft war es einfach anstrengend bis langweilig. Mein Gott, was saß ich da rum? Ich bekam einen unbändigen Drang, etwas zu tun, und sei es mein Haus zu putzen, was sonst nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehörte.

Doch hier in der Wüste- was sollte man tun?

Ablenkung gab es dennoch genug. Mal war es zu warm, dann war es zu kalt. Der Wind wehte einem den Sand ins Gesicht, ins Essen, in die Kleidung. Die Fliegen nervten, die Skorpione ängstigten. Die anderen Teilnehmer stürzen sich zu gierig aufs Essen oder meditieren zu laut. Sie sind zu nah oder zu weit.
Das Essen schmeckt nicht oder ist zu wenig und immer das gleiche.
Die Retreat- Guide ist blöd, die hat es gut, die kann mit den Beduinen quatschen und essen, in der Sonne sitzen...

Die ganze Projektionsleinwand ist erst einmal rappelvoll.
Bis sich unser Geist zur Ruhe begibt, das dauert etwas. Der Motor muss erst einmal langsam herunter fahren.
Und plötzlich nimmt man den Zauber wahr.
Dieser klare Morgen, die Luft noch kalt, die Sonne langsam wärmend. Der Wüstenvogel, der wie ein Flötekessel klingt, das Gurgeln der Kamele.

Und zwischendurch Momente einfacher Stille, einfachen Seins. Nur sitzen, mit dem Hintern im warmen weichen Sand. Der Blick endlos, keine Häuserwand, der den Blick stoppt. Keine Geräusche von Verkehrslärm. Sonne und Wind auf der Haut spüren, Atem wahrnehmen...
Dann beginnen, das Wazifa zu tönen oder zu sprechen... Eine Mala lang ... und dann wieder ins Schweigen sinken, tiefer die Bedeutung des Klanges wirken lassen...

"Ich glaube, ich habe Durst und koche mir jetzt einen Tee" - und zack, ist man wieder raus aus diesem seltenen Moment. Also Holz sammeln, mit den Streichhölzern kämpfen, die der Wind immer wieder ausbläst und schließlich ein Feuerchen in Gang setzen. Wie ein Beduinenprofi die Teeblätter mit der hohlen Hand abmessen, Zucker und Wasser rein und das Kännchen aufs Feuer stellen.

Dem Prötscheln lauschen und den süßen Geruch wahrnehmen. Das ist doch auch schon fast wie Meditation- oder?
Ein paar schöne Steine fallen ins Auge - ach, und da ist wieder dieser lustige Käfer, der so ähnlich klingt wie "Rumfass"...
Ob es schon bald Mittag ist, dann kann ich ja wieder zum Lager zurück... Was, erst 10 Uhr?
Also noch ne Runde....

"Ich könnte ja die Erlebnisse erst mal in mein Tagebuch schreiben, das gehört ja auch dazu. Und das war doch eben schon ein tolles Erlebnis, so richtig die Stille wahrzunehmen..."

"So, nun muss ich aber wirklich meine Übungen weiter machen..."

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